Beziehungen

Beziehungspflege zur Weihnachtszeit

Weihnachtszeit: Stressfaktor oder Beziehungsbooster?

Zwischen Geschenkekauf, Familienbesuchen und Essensvorbereitungen wird die besinnliche Zeit schnell zum Marathon. Statt Nähe gibt es Diskussionen, statt Freude eher Erschöpfung. Laut der YouGov-Studie entstehen Konflikte besonders oft durch:

  • Ablauf/Organisation der Weihnachtstage (34%)
  • Generelle Beziehungsprobleme (25%)
  • Aufgabenverteilung während der Weihnachtstage (19%)
    (Gefühlte)
  • Benachteiligung/ Bevorzugung (18%)
  • Weihnachtsessen (15%)

Doch genau hier liegt die Chance: Weihnachten bietet den perfekten Anlass, sich bewusst auf das Wesentliche zu besinnen. Es sind nicht die perfekt gedeckten Tische oder die teuersten Geschenke, die uns in Erinnerung bleiben. Es sind die ehrlichen, kleinen Momente – ein gemeinsames Lachen, eine liebevolle Umarmung, ein tiefes Gespräch.

Drei psychologische Tipps für eine harmonische Weihnachtszeit

So kann das Weihnachtsfest gelingen

Ein gelungenes Weihnachtsfest entsteht nicht durch Perfektion, sondern durch echte Verbindung. Wenn ihr euch bewusst Zeit füreinander nehmt, eure Erwartungen teilt und kleine Gesten der Zuneigung schenkt, wird Weihnachten zu einer Zeit, die euch noch lange in Erinnerung bleibt

Macht die Weihnachtszeit zu einer Zeit der Liebe und Nähe – für euch, für eure Familie, für die Menschen, die euch wichtig sind. Und vergesst nicht: Es sind die kleinen Momente, die das Leben groß machen.

Bindungsangst verstehen und bewältigen

Was ist Bindungsangst – und wie wirkt sie sich aus?

Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass Bindungsangst keine klinische Diagnose ist, sondern eine emotionale Herausforderung, die das eigene Leben und Beziehungen stark beeinflussen kann. Wenn du Bindungsangst hast, fällt es dir schwer, die Nähe zuzulassen, die du dir eigentlich wünschst. Das kann dich belasten – aber auch deine Partnerin oder deinen Partner.

Typische Äußerungen wie „Warum lässt du mich nicht näher an dich heran?“ oder „Ich weiß nicht, wo ich mit dir stehe“ zeigen, dass Bindungsangst nicht nur die Beziehung erschwert, sondern auch bei deinem Gegenüber Frustration und Enttäuschung auslösen kann. Besonders dann, wenn die Beziehung ernster wird, ziehen sich viele Betroffene zurück.

Erkennen von Bindungsangst: Was geschieht in deinen Beziehungen?

Bindungsangst zeigt sich oft in Mustern, die du vielleicht aus deinen eigenen Beziehungen kennst:

Intensiver Start, plötzlicher Zweifel: Zu Beginn einer Beziehung ist alles aufregend und leidenschaftlich. Doch mit der Zeit fühlst du dich eingeengt und fragst dich, ob es wirklich die richtige Beziehung ist. Der Rückzug beginnt.

Kreislauf auf Nähe und Distanz: Dein Partner sucht Nähe, du suchst Abstand. Dieses Wechselspiel ist anstrengend und belastend – für beide Seiten.

On-Off-Dynamik: Beziehungen voller Dramen, Eifersucht und häufigem Trennen und Wiederfinden können ein weiteres Zeichen sein.

Emotionale Distanz: Du bist in einer Beziehung, hältst aber bewusst einen emotionalen Abstand, der echte Nähe verhindert.

Wie sich Bindungsangst auf dich auswirkt?

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Bindungsangst zeigt sich nicht nur in deinem Verhalten, sondern auch in deinen Gefühlen, Gedanken und deinem Körper.

Gefühle: Du erlebst extreme Schwankungen zwischen Leidenschaft, Freude, Panik und Leere.

Körperliche Symptome: Schlaflosigkeit, ein Engegefühl in der Brust oder anhaltende innere Anspannung sind häufige Begleiter.

Gedanken: Du grübelst, suchst nach Ablenkung oder hinterfragst ständig, ob mit dir etwas nicht stimmt.

Verhalten: Du ziehst dich zurück, suchst Abstand oder reagierst destruktiv, obwohl du es nicht willst.

 

Wie du mit Bindungsangst überwinden kannst

Bindungsangst kann Wohlbefinden und deine Beziehungen erheblich belasten. Doch es gibt Wege, damit umzugehen und sie zu überwinden: In der Stefanie Stahl Akademie bietet der Online-Kurs “Bindungsangst überwinden” dir Unterstützung, um die Ursachen deiner Ängste zu verstehen, destruktive Muster zu durchbrechen und gesunde Beziehungsdynamiken zu entwickeln. Du lernst, Nähe zuzulassen, ohne dabei deine Autonomie zu verlieren, und findest einen Weg zu erfüllenden Beziehungen.

Warum die Antwort auf die Suche nach Liebe oft in uns selbst liegt

Deine ganz persönlichen Werte

Das Gefühl der Verliebtheit ist mitunter eines der schönsten, die es gibt. Angenommen, du lernst jemanden in einer Bar kennen, ihr unterhaltet euch und du bist nach den ersten paar Minuten sehr angetan. Ihr verabredet euch zu einem ersten Date, schreibt davor eine Zeit und dann ist der Tag gekommen. Du stehst vor deinem Kleiderschrank, um dich von deiner schönsten Seite zu präsentieren, trägst dein liebstes Parfüm und deine Nervosität bringt dich fast um den Verstand.

Im Verlauf des Dates verblasst jedoch die anfängliche Aufregung, und du beginnst dich zu fragen: „Was ist der Grund dafür?“ Es könnte sein, dass die emotionale Anziehung nicht vorhanden ist, dass die Chemie zwischen euch nicht stimmt oder dass bereits während eures ersten Gesprächs deutliche Unterschiede in euren Wertvorstellungen erkennbar werden.
In solchen Momenten wird deutlich, wie wichtig es ist, dass du dir deiner Werte bewusst bist – Nicht nur deiner moralischen oder ethischen Werte, sondern deiner ganz persönlichen. Es wird sich lohnen, wenn du dich fragst: Was für ein Leben möchtest du leben, damit es sich für dich persönlich richtig und stimmig anfühlt? Wofür soll dein Leben stehen? Wie möchtest du dein Leben gestalten? Was ist dir wichtig in deinem Leben? Diese Fragen können dir dabei helfen, deine eigenen Wertvorstellungen zu klären und zu verstehen, welche Aspekte dir in einer Partnerschaft besonders wichtig sind.

Wisse, was du (wirklich) willst

Aber wie weiß man, was man wirklich will und was nicht? Diese Frage ist nicht leicht zu beantworten. Denn nicht selten lassen wir uns von gesellschaftlichen Idealen oder von den Wertvorstellungen anderer leiten. Manchmal übernehmen wir unbewusst die Werte unserer Eltern oder unseres Partners. Sich dessen bewusst zu werden, gehört mitunter zu den schwierigsten Aufgaben des eigenen Lebens. Ein erster Schritt ist, sich bewusst zu machen, was man nicht möchte. Schließe dafür die Dinge aus, die nicht zu dir passen oder dir nicht gut tun. Schon allein dadurch wirst du ein deutlich klareres Bild davon haben, was du wirklich willst.

Um letztlich herauszufinden, wer der Mr. Right/die Mrs. Right für unser Leben ist, sollten wir nicht nur wissen, wer uns ein Verliebtheitsgefühl verschaffen kann und uns in Momentaufnahmen glücklich macht, sondern mit wem wir die gleichen (Wert)Vorstellungen vom Leben teilen.

Die Auseinandersetzung mit den eigenen Werten fällt Menschen, die sich zu sehr nach außen und an anderen orientieren, oft schwer. Sich für diesen Prozess Zeit zu nehmen und Geduld mit sich selbst zu haben, ist daher von besonderer Bedeutung. Plane dir dafür also am besten bewusst Zeit ein, um in Ruhe über deine eigenen Bedürfnisse, Werte und Ziele nachzudenken.

Mithilfe deiner Werte den Richtigen/die Richtige finden

Es mag banal erscheinen: Sprich mit dem Partner über deine persönlichen Werte! Stell dir vor, du bist mit jemandem verabredet und fragst ihn oder sie „Was bedeutet Freundschaft für dich?“ oder „Wenn du wüsstest, dass du in einem Jahr sterben wirst, würdest du dein Leben verändern? Warum?“ (Tip: Die 36 Fragen zum Verlieben)

Durch solche Gespräche erfährst du nicht nur mehr über die Werte deines Dates, sondern auch über die eigenen Werte. Ebenso wichtig ist es, darüber nachzudenken, wie diese Werte bisher gelebt wurden und wie sie heute gelebt werden.

Laut einer aktuellen Umfrage in Deutschland, durchgeführt von Statista und Consumer Insights Global, bei der die wichtigsten Werte und Aspekte im Leben der Menschen ermittelt wurden, stehen Ehrlichkeit (41%), Sicherheit (42%)  und eine glückliche Beziehung (54%) ganz oben auf der Liste der wichtigsten Werte. Ein weiterer Ansatz ist, die eigenen Werte bewusst in das Date-Erlebnis einzubringen und im Handeln zu demonstrieren. Wer authentisch ist und seine Werte im Alltag lebt, zieht potenzielle Partner*innen mit ähnlichen Wertvorstellungen an. Es kann sich daher lohnen, Partner*innen dort zu suchen, wo sich Werte oder Interessen decken. Vielleicht gehst du regelmäßig zu einem Sportkurs und siehst dort jemanden, der dir auf Anhieb gefällt. Trau dich und sprich ihn/sie an, denn eine Gemeinsamkeit teilt ihr ja bereits.

In einer glücklichen Beziehung kann es natürlich auch einmal zu unterschiedlichen Vorstellungen im alltäglichen Leben kommen. Selbstverständlich hat jeder Mensch das Recht auf eine eigene Meinung, niemand ist deckungsgleich, auch ist das nicht das Ziel im Prozess, den richtigen Partner/die richtige Partnerin fürs Leben zu finden. Verschiedene Interessen, Talente, Passionen und Ansichten bieten schließlich auch immer eine Quelle von Neugier und Weiterentwicklung seiner selbst. Unterschiedliche Ansichten sind also noch lange kein Grund, die Beziehung hinzuschmeißen. Im Gegenteil: Hört einander zu, lernt voneinander, zeigt Interesse an unterschiedlichen Ansichten. Wenn die Basis gleicher Wertvorstellungen vom Leben erst einmal stabil gefunden wurde, dann lassen sich ganz bestimmt auch Lösungen für Meinungsverschiedenheiten finden, ohne sich verbiegen zu müssen. Stell dir zum Beispiel zwei Partner*innen vor, die unterschiedliche Wünsche ihrer Freizeitgestaltung in die Beziehung einbringen. Auch wenn das zunächst einmal schwierig klingt, können sie Wege finden, sich gegenseitig zu unterstützen und gemeinsame Aktivitäten zu planen, die beiden zugutekommen und die Beziehung stärken.

Hast du das Gefühl, dass du den richtigen Partner/die richtige Partnerin noch nicht gefunden hast? Oder bist du einfach neugierig, wie du ihn/sie finden wirst?

Der neue Online-Kurs “Wie finde ich den Richtigen/die Richtige?” richtet sich an alle, die bisher auf der Suche nach einer erfüllenden Beziehung auf Probleme gestoßen sind. Es liegt in deiner Hand!

Red Flags erkennen: Bin ich in einer toxischen Freundschaft?

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Ab wann ist eine Freundschaft toxisch?

Toxisch heißt generell, dass etwas schädlich ist. In zwischenmenschlichen Beziehungen verwendet man den Begriff für Menschen, die andere durch ihr Verhalten permanent schädigen. Das kann bewusst oder unbewusst passieren. Toxisch ist ein starkes Wort, das in den Medien geradezu inflationär genutzt wird. Weniger polarisierend kann man auch einfach von ungesunden Freundschaften sprechen. Und wie erkennt man nun, dass man sich in so einer Freundschaft befindet? Hinweise auf eine ungesunde Freundschaft können die folgenden sein:

Übermäßige Kritik und Abwertungen: Ständige negative Kommentare und Kritik, die das Selbstwertgefühl untergraben, statt es zu fördern. Oft verrät diese Kritik mehr über den Zustand des oder der Kritiker:in als über den der kritisierten Person. Wenn eine Person einen geringen Selbstwert hat, kann sie sich auch schneller angegriffen fühlen. So kann es vorkommen, dass Menschen in eine Verteidigungsposition geraten und andere herabsetzen, um sich selbst besser zu fühlen.

Manipulation und Kontrolle: Versuche, das Verhalten oder die Entscheidungen des Freundes zu kontrollieren, oft versteckt hinter der Maske der Fürsorge, zum Beispiel durch die Erzeugung von Schuldgefühlen, um Verhaltensweisen oder Zugeständnisse zu erzwingen. Eine Form der Kontrolle ist auch der Versuch, die Freundin oder den Freund von anderen wichtigen Beziehungen oder sozialen Kreisen zu isolieren.

Ungleichgewicht im Geben und Nehmen: Eine Seite gibt ständig, während die andere hauptsächlich nimmt. Besonders deutlich kann das in emotional belastenden Zeiten werden. Dabei fordert die Person viel Unterstützung, wenn es ihr schlecht geht. Gleichzeitig schafft die Person es nicht, die Bedürfnisse der Freund:in zu sehen.

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5 Fragen, um deine Freundschaft zu reflektieren

Wie fühlst du dich nach Gesprächen mit dieser Person?

Wenn du dich nach Gesprächen oft schlechter fühlst, kann das ein Hinweis sein, dass dir die Beziehung nicht gut tut. Gute Gespräche sollten in der Regel ein angenehmes Gefühl hinterlassen und dich nicht entmutigen.

Kannst du offen und ehrlich deine Meinungen und Gefühle in dieser Freundschaft äußern?

In einer gesunden Freundschaft sollte es möglich sein, Gedanken und Gefühle frei zu teilen, ohne zu viel Angst vor einem Urteil zu haben. Fühlst du dich zurückgehalten, weil du Kritik oder Abwertung fürchtest, kann das auf eine ungesunde Dynamik hindeuten. Es ist ein grundlegendes menschliches Bedürfnis, dass unsere Emotionen anerkannt und bestätigt werden. Wenn dies wiederholt nicht geschieht, kann das zu Unsicherheit führen und das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung untergraben.

Wie unterstützt dich diese Person in schwierigen Zeiten und welche Erwartungen hat sie, wenn sie selbst Unterstützung benötigt?

Diese Frage betrachtet das Gleichgewicht zwischen Geben und Nehmen. In einer ausgeglichenen Freundschaft sollten sich beide Seiten in ihren Bedürfnissen und Interessen berücksichtigt fühlen. Dabei kann es natürlich Zeiten geben, in denen ein Ungleichgewicht herrscht, zum Beispiel wenn die Freund:in eine schwere Zeit durchmacht. Wichtig ist, dass dies nicht der Dauerzustand ist.

Wie reagiert dein Freund oder deine Freundin, wenn du Grenzen setzt oder ‚Nein‘ sagst?

Wenn dein Freund oder deine Freundin negativ oder mit Druck reagiert, wenn du Grenzen setzt, kann das ein Warnzeichen sein. Das Setzen der eigenen Grenzen ist ein wichtiger Bestandteil jeder Beziehung. Voraussetzung dafür ist, dass du deine eigenen Grenzen kennst und sie auch kommunizieren kannst. Das ist gar keine so leichte Aufgabe.

Hast du schon einmal versucht, Bedenken anzusprechen?

Kommunikation ist essentiell, und viele Freundschaften können wachsen und sich verbessern, wenn Probleme offen angesprochen werden. Eine gesunde Freundschaft ermöglicht es, Probleme zu thematisieren, ohne dass die Beziehung Schaden nimmt. Dabei spielst du eine genauso große Rolle wie deine Freundin oder dein Freund: Spreche Bedenken offen und konkret an, ohne die Schuld komplett auf die andere Person zu legen.

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Wieso halten wir an Freundschaften fest, die uns nicht guttun?

Um zu verstehen, wieso wir manchmal an ungesunden Freundschaften so lange festhalten, müssen wir erstmal verstehen, wie eine Freundschaft überhaupt entsteht. Wir verbringen tendenziell am liebsten Zeit mit anderen Menschen, die unsere Interessen teilen, in einer ähnlichen Lebensphase sind, mit denen wir uns gegenseitig unterstützen können und mit denen wir Werte und Prinzipien teilen. Eine Freundschaft kann aber auch ganz einfach aus dem Grund entstehen, weil wir viel Zeit mit der Person verbracht haben und sie uns vertraut geworden ist. In der Psychologie wird dieses Phänomen “Mere Exposure Effekt” genannt. Wir mögen also die Menschen mehr, mit denen wir auch mehr Zeit verbringen.

Wenn man dann einmal befreundet ist, fällt es oft gar nicht mehr so leicht, sich davon zu lösen. Viele Menschen fürchten die Einsamkeit oder sind unsicher, ob sie alleine zurechtkommen würden. Ein unsicherer Bindungsstil kann zudem begünstigen, dass toxische Verhaltensweisen akzeptiert werden. Aus Angst vor Verlust gehen wir über unsere eigenen Grenzen.

In langjährigen Freundschaften kann auch die Gewohnheit eine große Rolle spielen. Wir erinnern uns an die guten alten Zeiten und das Gefühl, das diese Freundschaft einst auslöste. Manchmal erkennen wir auch gar nicht, dass eine Freundschaft mehr schadet als nützt, besonders wenn die toxischen Muster subtil sind oder sich langsam entwickeln.

Es kann hilfreich sein, die Funktion einer solchen Beziehung zu hinterfragen. Unsere Psyche hält oft aus Gründen an etwas fest, die einmal sinnvoll waren, aber möglicherweise nicht mehr aktuell sind. In solchen Fällen könnte es notwendig sein, ein „Update“ zu geben, um loszulassen und sich weiterzuentwickeln. Ungesunde Freundschaften können also aus verschiedenen Gründen entstehen und bestehen bleiben, oft getrieben durch vermeintliche Abhängigkeiten.

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Umgang mit ungesunden Freundschaften

Wenn wir merken, dass eine Freundschaft uns nicht gut tut, sollten wir handeln. Das kann bedeuten, die Freundschaft zu beenden. Es kann aber auch ein erster Schritt hin zu einer gesünderen Freundschaft sein. Manchmal ist eine Freundschaft es wert, ihr die Möglichkeit zum Wachsen zu geben. Dabei geht es darum, die eigenen Bedürfnisse zu kommunizieren. Trifft das wiederholt auf Abwehr, bleibt meist nur noch der Rückzug und damit der Selbstschutz.

Bei sich bleiben: Es ist wichtig, in der eigenen Wahrheit zu verbleiben. Vermeide es, in einer Wutreaktion zu handeln, da dies oft zu Aussagen führen kann, die du später bereuen könntest. Wichtig ist hier auch immer ein Perspektivwechsel: Wie nimmt denn die andere Person die Situation wahr? Stelle sicher, dass du die andere Person fair behandelst. Gib ihr die Möglichkeit, ihre Sichtweise darzulegen, und versuche, ein gegenseitiges Verständnis zu erreichen.

Konflikte ansprechen: Viele Menschen vermeiden Konflikte, weil sie befürchten, die Situation könnte sich verschlimmern. Doch das Gegenteil ist meistens der Fall: durch das Verschweigen von Problemen werden diese oft größer. Mit jeder sich wiederholenden Situation, in der das Problem unangesprochen bleibt, kann sich der eigene Ärger verstärken. Denn während du ständig auf das Problem fokussiert bist, ist sich deine Freundin dessen möglicherweise gar nicht bewusst. Wenn du deine Gefühle und Beobachtungen nicht teilst, kann die andere Person nicht wissen, dass sie eine Grenze überschritten hat.

Kommunikation: Sei offen und ehrlich in deinen Gesprächen. Erkläre konkret, welche Verhaltensweisen du als problematisch empfindest und warum. Dies hilft der anderen Person zu verstehen, was nicht funktioniert.

Selbstreflexion: Überprüfe regelmäßig, wie du dich in der Freundschaft fühlst. Frage dich selbst, was du von der Beziehung erwartest und ob diese Erwartungen erfüllt werden.

Schluss machen: Es erfordert Mut, sich einzugestehen, dass es manchmal notwendig ist, auch in Freundschaften „Schluss zu machen“. Wenn zu viele Grenzen überschritten wurden und auch eine offene Kommunikation keine Lösung scheint, kann eine Trennung der richtige Weg sein. Es ist verständlich, dass viele Menschen Angst davor haben, diesen Schritt zu gehen, insbesondere aus der Sorge heraus, allein dazustehen. Doch das Positive an einer solchen Entscheidung ist, dass sie dir die Möglichkeit gibt, deine Energie und Aufmerksamkeit wieder auf den Aufbau neuer, erfüllender Freundschaften zu lenken.

Wie mache ich mit Freund:innen Schluss?

Wenn du dich entschieden hast, dass die Freundschaft nicht mehr tragbar ist, bleibt als letzter Schritt die Trennung selbst. Das ist oft gar nicht so anders als in einer Liebesbeziehung und es gibt gewisse Punkte, die du beachten solltest:

Klarheit über die Gründe: Sei dir selbst klar darüber, warum du die Freundschaft beenden möchtest. Dies hilft dir, konsequent zu bleiben und nicht unter Druck nachzugeben.

Nicht im Affekt handeln: Vermeide es, in einem emotional aufgeladenen Moment Schluss zu machen. Plane das Gespräch für einen Zeitpunkt, an dem du ruhig und gesammelt bist.

Offen und ehrlich kommunizieren: Sei ehrlich über deine Gefühle und die Gründe für das Ende der Freundschaft, ohne beschuldigend oder verletzend zu sein.

Abschied nehmen: Ein respektvolles und klares Ende kann beiden Seiten helfen, den Abschluss zu finden und weiterzugehen.

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Wie schütze ich mich vor toxischen Freundschaften?

Um sich vor toxischen Freundschaften zu schützen, ist ein gesundes Selbstwertgefühl wichtig. Ein klares Bewusstsein der eigenen Stärken und Werte kann helfen, sich selbst zu vertrauen. Wer in sich selbst Vertrauen setzt, ist weniger anfällig für einseitige Abhängigkeiten.

Ebenso wichtig ist es, sich der eigenen Bedürfnisse und Grenzen bewusst zu sein. Dies ermöglicht es, Beziehungsmuster, die als Warnsignale (sogenannte „Red Flags“) dienen könnten, frühzeitig zu erkennen. Wenn wir genau wissen, was wir von einer Freundschaft erwarten und was wir nicht tolerieren, können wir schneller und entschiedener handeln, wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden.

Darüber hinaus kann eine Reflexion über eigene Bindungserfahrungen helfen, sich selbst besser zu verstehen. Viele Menschen neigen dazu, in ihren Beziehungen Muster aus der Vergangenheit zu wiederholen. Indem man seine früheren Beziehungserfahrungen und deren Einfluss auf das eigene Verhalten in Freundschaften reflektiert, kann man zum Beispiel eine zu hohe Toleranz gegenüber ungesunden Verhaltensweisen erkennen. Das ist der erste Schritt zur Veränderung.

Im Grunde geht es vor allem darum, unsere eigenen Bedürfnisse zu kennen und wahrzunehmen, damit wir unsere Grenzen entsprechend setzen können.

Liebe in Zeiten der Windeln: Elternschaft und Paartherapie

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Was verändert sich mit einem Baby?

Ein neues Leben zu schaffen, bildet auch einen großen Abschnitt im eigenen Leben. Neben den offensichtlichen körperlichen Veränderungen, die vor allem die Mutter durch Schwangerschaft, Geburt und potenziell das Stillen erlebt, treten auch hormonelle Veränderungen auf. Diese können sowohl die Mutter als auch den Partner oder die Partnerin beeinflussen. Bei einigen Müttern kommt es kurz nach der Geburt zum sogenannten Babyblues: eine Phase, die durch Stimmungsschwankungen gekennzeichnet ist, mit starken Gefühlen wie Angst und Trauer. Es kann auch zu postpartalen, also nach der Geburt auftretenden Depressionen kommen. Starker Schlafmangel ist jungen Eltern ebenfalls kein Fremdwort.

Der Fokus liegt ganz auf dem Kind. Das ist schön. Aber eben auch verdammt anstrengend. Darunter leidet oft die Intimität zwischen den Partner:innen und am Ende auch die Verbindung zu sich selbst. Eltern zu werden ist eine herausfordernde Zeit. Beide Partner:innen müssen sich in ihre neuen Rollen als Eltern einfinden. Dabei müssen sie mit den eigenen und den Erwartungen anderer zurechtkommen. Neben Freude und Aufregung mischt sich bei vielen jungen oder werdenden Eltern die Sorge um die Zukunft des Kindes und Gedanken um das eigene Verantwortungsbewusstsein. Werde ich ein guter Elternteil sein? Kann ich das überhaupt? Viele Eltern erleben solche Selbstzweifel. Immerhin ist es auch das allererste Mal im Leben, dass sie ein eigenes Kind haben.

In dieser Zeit voller schneller Veränderungen entstehen oft Konflikte. Vielleicht geht mein Partner ganz anders mit unserem Kind um, als ich mir das vorgestellt hatte? Die Geburt eines Kindes kann alte Geschichten aufwühlen. Man hinterfragt die Art und Weise, wie man selbst aufgewachsen ist und wie man sich wünscht, dass die eigenen Kinder aufwachsen.

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Schadet Streit meinem Kind?

Die ersten Lebensjahre sind sehr prägend und das Kind saugt alle Informationen aus der Umwelt auf, die es kriegen kann. Auch negative Stimmung und Streit werden vom Kind wahrgenommen. Dabei spielt besonders die Art und Weise, wie Eltern sich streiten, eine Rolle. Bei destruktiven Streits und Disharmonie in der Partnerschaft erleben Kinder oft eine starke emotionale Belastung. Sie sehen ihre wichtigste Bindung und ihr Sicherheitsnetz wanken, was Ängste hervorrufen kann. Kinder, die sich häufig solchen Erfahrungen ausgesetzt sehen, können Verhaltensprobleme entwickeln, wie Aggressionen oder extremen Rückzug. Auch kann es die Beziehungsfähigkeit dieser Kinder stark beeinflussen. Wir lernen die gesunden, aber eben auch die ungesunden Beziehungsmuster unserer Eltern.

Bedeutet das nun, dass Eltern sich nicht streiten dürfen? Ganz im Gegenteil! Konstruktive Streits und eine grundlegende Harmonie in der Partnerschaft haben positive Effekte auf die Kinder. Wenn Eltern als Team fungieren und gemeinsam Konflikte lösen, haben sie mehr Kraft für den Familienalltag, was eine sichere familiäre Bindung für die Kinder schafft. Sie lernen, dass Konflikte zum Leben dazugehören, und entwickeln Fähigkeiten, Konflikte konstruktiv zu klären. Es geht nicht darum, überhaupt nicht zu streiten, sondern darum, wie man richtig streitet und sich auch wieder versöhnt. Streiten muss gelernt sein! Kinder sollten lernen, dass Konflikte und ihre Auflösung Teil des Lebens sind. Dies ermöglicht es ihnen, Konflikte als normal und lösbar anzusehen. Kinder, die das nie gelernt haben, können später Konflikte mit Bindungsverlust gleichsetzen. Solchen Menschen fällt es oft schwer, sich konstruktiv zu streiten, da sie sich oder die Bindung bedroht sehen.

Wie streitet man sich richtig?

Konstruktiv streiten, alles klar, und wie zur Hölle geht das? Wie fast alles im Leben kann auch das Streiten gelernt werden. Das ist allerdings gar keine so leichte Aufgabe, vor allem wenn die Emotionen hochkochen und man sich in alten, festgefahrenen Mustern verfängt. Und wenn dann noch ein Kind in der Mitte sitzt, macht es die Sache nicht einfacher. Eine klassische destruktive Streitdynamik ist, wenn du dich nicht gesehen oder gar übergangen fühlst, deshalb wütend reagierst, woraufhin sich die andere Person zurückzieht, woraufhin du wütender wirst. Einer, am besten beide, müssen aus dem Sandkasten aussteigen und einen neuen Versuch wagen. Viele Paare suchen sich daher zur Unterstützung eine Paartherapie. Oft kann eine neutrale Instanz helfen, Abstand zu gewinnen und die Situation aus einer neuen Perspektive zu sehen.

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Woran erkennen Paare, ob eine Therapie der richtige Weg ist?

Wenn der Gedanke an eine Paartherapie in eurem Kopf herumschwirrt, ist das oft ein Zeichen dafür, dass ihr bereits erkannt habt: Etwas muss sich ändern. Die Überlegung, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, hängt davon ab, wie sehr euch die aktuelle Situation belastet und welche Erwartungen und Wünsche ihr an die Therapie hegt. Anzeichen, dass eine Paartherapie sinnvoll sein könnte, umfassen unter anderem anhaltende Kommunikationsprobleme, wiederkehrende Konflikte bezüglich der Erziehung oder der Rollenverteilung innerhalb der Familie, Schwierigkeiten, Nähe und Intimität zu bewahren, sowie das Gefühl, im Alltagsstress und unter neuen Belastungen als Eltern die Verbindung zueinander zu verlieren. Besonders wenn die Probleme schon seit einiger Zeit bestehen und keine Besserung in Sicht scheint, ist eine Therapie ein guter Versuch. Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig!

Eine Paartherapie ist oft der letzte Schritt bei Beziehungsproblemen, wenn alle anderen Versuche gescheitert sind. Das sollte sie jedoch nicht sein, denn je früher wir uns entscheiden, an der Beziehung zu arbeiten, desto eher kann sich etwas verbessern. Man muss nicht kurz vor der Scheidung stehen, bevor man sich endlich in eine Therapie traut. Es ist wichtig, sich klarzumachen, dass der Schritt zu einer Paartherapie kein Zeichen von Scheitern ist, sondern vielmehr ein Ausdruck von Stärke und dem Mut, etwas zu verändern. Wenn uns diese Beziehung wichtig ist, dann sollten wir ihr auch Platz in unserem Leben schaffen. Die Entscheidung für eine Therapie sollte gemeinsam getroffen werden, damit beide Partner:innen offen gegenüber der Therapie und Veränderungen sind. Sollte einer von euch zunächst zögern, ist es wichtig, die Gründe dafür zu verstehen und zu besprechen. Gegebenenfalls kann eine individuelle Therapie sinnvoll sein.

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Was geschieht in der Paartherapie?

In einer Paartherapie, wie zum Beispiel der emotionsfokussierten Therapie, beginnt der Prozess meist damit, gemeinsam die Kernthemen zu identifizieren, die zu Spannungen oder Konflikten geführt haben. Wieso sitzen wir nun hier? Dabei wird auch tiefer geschaut und nach zugrundeliegenden Ursachen für Konflikte gesucht. Ein zentraler Aspekt der Therapie ist es, sowohl die eigenen Bedürfnisse besser zu verstehen und diese zu kommunizieren als auch zu lernen, wie man empathisch auf die Bedürfnisse des Partners reagiert. Während der Therapie werden neue Verhaltensweisen und Lösungsstrategien nicht nur besprochen, sondern auch gezielt geübt. Generell findet ein Großteil der Therapie auch außerhalb des Therapieraums statt, mit Übungen für den Alltag.

In der Paartherapie stattet der Therapeut oder die Therapeutin die Partner:innen mit Werkzeugen aus, um gemeinsam Herausforderungen zu meistern, anstatt sie für sie zu lösen. Das Hauptziel ist dabei nicht, jeglichen Konflikt aus der Welt zu schaffen – denn Meinungsverschiedenheiten und kleinere Auseinandersetzungen sind natürliche Bestandteile jeder Beziehung. Vielmehr geht es darum, Strategien zu entwickeln, um auch in angespannten Momenten Leichtigkeit und Verständnis zu bewahren. Diese Fähigkeit, Leichtigkeit in stressigen Situationen zu finden, ist besonders für Eltern im hektischen Familienalltag von unschätzbarem Wert.

Es gibt jedoch Momente, in denen selbst die beste Paartherapie ihre Grenzen erreicht. Dies kann der Fall sein, wenn unüberbrückbare Differenzen in den grundlegenden Lebenszielen oder Wertvorstellungen vorliegen oder wenn emotionale oder körperliche Verletzungen stattfinden. Ein weiterer kritischer Punkt ist die mangelnde Bereitschaft zur Veränderung bei einem oder beiden Partner:innen. In solchen Fällen kann eine Trennung die gesündere Option sein. Es ist wichtig zu erkennen, dass nicht jede Beziehung gerettet werden kann oder sollte, besonders wenn eine der Parteien Schaden nimmt.

Wolke Sieben und was dann? 7 Fragen, die jede Beziehung stärken

Wie reagiere ich unter Stress?

Menschen folgen Mustern und diese tauchen immer wieder auf. Findet heraus, welche Anzeichen ihr bei euch und eurem Partner oder Partnerin in stressigen Zeiten bemerkt.

Wie können wir uns dabei gegenseitig unterstützen?

Besprecht, wie ihr die Bedürfnisse des anderen wahrnehmen und darauf eingehen könnt. Ein einfaches „Ich sehe dich und was du brauchst“ kann Wunder bewirken.

Wie begegnen wir uns momentan im Alltag und wie würden wir uns gerne begegnen?

Im Alltagsstress kann sich eine Beziehung leicht verlieren. Aus Romantik wird Routine.

Wie kommunizieren wir unsere Bedürfnisse und Wünsche klar?

Wenn wir unsere Bedürfnisse und Wünsche nicht offen äußern, ist es schwer, diese umzusetzen. Unser:e Partner:in ist keine Hellseher:in. So können Missverständnisse vermieden und gemeinsam Lösungen gefunden werden.

Wie gehen wir mit Meinungsverschiedenheiten und Konflikten um?

Streit gehört in jede Beziehung, tut sogar gut! Wir haben nicht immer dieselbe Meinung und müssen das auch nicht haben. Es geht vielmehr darum, zu lernen, konstruktiv miteinander umzugehen. Das stärkt die Beziehung, statt sie zu belasten.

Wie balancieren wir unsere Rollen als Partner:innen und Eltern aus?

Besprecht, wie ihr sicherstellt, dass neben der Elternrolle eure Partnerschaft nicht untergeht. Plant euch zum Beispiel regelmäßige „Wir-Zeiten“ ein.

Bin ich in Streitsituationen die Person, mit der ich gerne zusammen wäre?

In Konfliktsituationen ist es wichtig, sich selbst zu reflektieren und zu fragen, ob man sich so verhält, wie man es sich vom Partner wünschen würde. Diese Selbstreflexion kann helfen, den eigenen Anteil in Konflikten zu sehen.

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Love Box – Anleitung zum Lieben

Eine kleine Übung zum Schluss. Gönnt euch als Paar einen Moment der Ruhe, schnappt euch einen schönen Behälter, etwas Papier und einen Stift. Denkt darüber nach, auf welche Weise jede:r von euch dem anderen zeigen kann, dass er oder sie gesehen wird und wichtig ist. Jede:r schreibt seine Gedanken und Vorschläge auf fünf Zettel.

Die Idee dahinter: Jeden Tag zieht einer von euch zufällig einen Zettel aus der Love Box und bringt die darauf notierte Geste in den Alltag ein. Es geht darum, den Worten Taten folgen zu lassen und so mehr Wertschätzung auf kreative und neue Art in den Alltag und die Beziehung zu bringen.

Dieses kleine Ritual zeigt, dass Liebe in den kleinen Dingen liegt und dass jeder Tag eine neue Chance für Veränderung ist.

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Beziehungen sind der Dreh- und Angelpunkt unseres Lebens. Wünschst du dir ein harmonisches Miteinander, aber gleichzeitig auch, besser für dich und deine Bedürfnisse einzustehen? Dann könnte der Online-Kurs „Beziehungen auf Augenhöhe“ von der Stefanie Stahl Akademie genau das Richtige für dich sein. Lerne auch in schwierigen Situationen, gleichberechtigt zu kommunizieren. Hier findest du weitere Informationen zum Kurs:

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Vertrauen wieder aufbauen – wie es gelingt

„Im Leben braucht man nur Ungewissheit & Vertrauen. Dann ist der Erfolg gesichert.“

Mark Twain

Wie schnell wir einer fremden Person vertrauen, hängt von vielen Faktoren ab, wie beispielsweise von unseren bisherigen Beziehungserfahrungen. Vertrauen ist dabei die Basis von tieferen sozialen Beziehungen. Ohne Vertrauen würde unsere ganze Gesellschaft nicht funktionieren. Vertrauen bringt aber auch ein gewisses Risiko und eine Verletzlichkeit mit sich. Ist es einmal gebrochen, ist es gar nicht so leicht wiederherzustellen. Und manchmal ist sogar fraglich, ob wir erneut Vertrauen zu einer Person aufbauen wollen, die uns sehr enttäuscht hat.

Warum ist Vertrauen wichtig für Beziehungen?

Vertrauen ist entscheidend für eine langfristige Bindung, denn Vertrauen schafft die notwendige Grundlage für die Entwicklung von Intimität in Beziehungen. Es ermöglicht den Partner:innen, sich emotional zu öffnen. Vertrauen sorgt für Stabilität und bietet ein Gefühl von Sicherheit. In vertrauensvollen Beziehungen können die Partner:innen offen miteinander kommunizieren. Sie teilen Bedenken, Wünsche und Gefühle, ohne Angst vor Verurteilung. Auch Konflikte lassen sich besser bewältigen. In vertrauensvollen Beziehungen halten die Partner:innen ihre Zusagen ein. Die Verbindlichkeit, die durch Vertrauen entsteht, schafft eine zuverlässige Basis für die Partnerschaft und gemeinsame Ziele.

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Woher kommt unser Vertrauen?

Unsere bisherigen Erfahrungen in Beziehungen beeinflussen maßgeblich, wie schnell wir Vertrauen zu neuen Menschen aufbauen. Dabei bestimmen die ersten Lebensjahre, ob wir tendenziell Vertrauen in die Welt und die Menschen um uns herum entwickeln oder nicht.

Urvertrauen ist ein von dem Psychologen Erik H. Erikson eingeführter Begriff, der die innere emotionale Sicherheit beschreibt, die ein Kind in den ersten Lebensmonaten aufbaut. Ein Neugeborenes ist darauf angewiesen, versorgt zu werden, und diese Erfahrungen fördern das Vertrauen gegenüber den primären Bezugspersonen. Es ist wichtig, dass Kinder sowohl Vertrauen als auch Misstrauen erleben, wobei eine stärkere Entwicklung des Vertrauens entscheidend ist.

Die Bindungstheorie des Psychiaters John Bowlby unterstreicht ebenfalls die weitreichenden Auswirkungen der Erfahrung von Zuverlässigkeit in der Kindheit auf unsere psychische Entwicklung. Nach dieser Theorie ist eine sichere Bindung zwischen einem Kleinkind und seiner primären Bezugsperson entscheidend, um im Erwachsenenalter stabile Beziehungen aufzubauen.

Was entscheidet darüber, ob wir Vertrauen zu einer Person aufbauen?

Die Faktoren, die darüber entscheiden, ob wir Vertrauen zu einer Person aufbauen, sind vielfältig und werden durch unterschiedliche Aspekte beeinflusst. Insbesondere bei (noch) fremden Personen spielen verschiedene Elemente eine Rolle.

Konsistentes Verhalten, das frei von Widersprüchen ist, bildet eine entscheidende Grundlage für das Vertrauensverhältnis. Menschen neigen dazu, Vertrauen aufzubauen, wenn das Verhalten der anderen Person vorhersehbar und verlässlich ist.

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Vertrauenswürdige Menschen zeichnen sich oft durch große Empathie, Mitgefühl und eine starke Hilfsbereitschaft aus. Diese Eigenschaften schaffen eine emotionale Verbindung und tragen dazu bei, Vertrauen zu stärken.

Positive Erfahrungen in der Interaktion mit einer Person fördern das Vertrauensverhältnis. Wenn wir angenehme Begegnungen und kooperative Interaktionen erleben, neigen wir dazu, Vertrauen aufzubauen.

Das äußere Erscheinungsbild spielt ebenfalls eine Rolle. Studien zeigen, dass wir Menschen, die uns ähnlich sehen, eher vertrauen. Die Theorien hinter diesem Faktor gehen davon aus, dass Menschen sich selbst wahrscheinlich eher als vertrauenswürdig einschätzen. Wenn uns jemand sehr ähnlich sieht, scheint die Person folglich auch vertrauenswürdiger zu sein. Aus einer optischen Ähnlichkeit wird also auf eine Ähnlichkeit in Werten und Moral geschlossen.

Insgesamt sind Vertrauensentscheidungen komplexe Prozesse, die auf einer Vielzahl von persönlichen Erfahrungen, Beobachtungen und kognitiven Bewertungen basieren. Durch positive Interaktionen, konsistentes Verhalten und gemeinsame Werte können Beziehungen gestärkt und Vertrauen aufgebaut werden.

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Woran erkennt man, ob man einer Person nach einem Vertrauensbruch wieder vertrauen sollte?

Dafür gibt es nie eine Garantie. Ein paar gute Anzeichen können sein, dass die andere Person den Fehler einsieht, Geduld hat, Empathie für den Schmerz der betrogenen Person zeigt und ihr aktiv Sicherheit gibt. Wenn du zu dem Schluss kommst, dass du einer Person nach einem Vertrauensbruch nicht länger vertrauen möchtest, hat das gleichermaßen seine Berechtigung, wie der Wunsch, daran zu arbeiten.

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Wie kann man Vertrauen wieder aufbauen?

Wenn das Vertrauen zu einer Person gebrochen wurde, ist es möglich, es wieder aufzubauen, indem sowohl die Person, die das Vertrauen gebrochen hat, als auch die betroffene Person bestimmte Schritte unternehmen.

Die Person, die das Vertrauen gebrochen hat, sollte Geduld zeigen und ein tiefes Verständnis für den Schmerz der anderen Person entwickeln. Empathie ist entscheidend, um die Emotionen des Betroffenen nachzuvollziehen. Zuverlässigkeit und Beständigkeit ist unerlässlich, um wieder Vertrauen aufzubauen, ebenso wie die Einsicht in die eigenen Fehler und die Bereitschaft, Verhaltensweisen zu ändern. Zusätzlich kann es hilfreich sein, zu hinterfragen, warum man den Vertrauensbruch begangen hat und das Thema aufzuarbeiten.

Auf der Seite der vom Vertrauensbruch betroffenen Person ist der Wunsch, der anderen Person wieder vertrauen zu wollen. Selbstvertrauen und Geduld mit sich selbst sind ebenso wichtig wie die Fähigkeit, den Schmerz zuzulassen, ohne in Selbstmitleid zu verfallen, sondern mit Selbstmitgefühl zu reagieren. Es ist entscheidend, sich dem Schmerz nicht zu entziehen, sondern alle Gefühle, auch unangenehme wie Wut und Trauer, zuzulassen. Die langfristige Unterdrückung dieser Emotionen wird nicht förderlich sein. Die Akzeptanz unangenehmer Gefühle ist daher unumgänglich, um einen ersten Schritt in Richtung Heilung zu machen.

Geduld ist eine weitere essenzielle Eigenschaft, da der Aufbau von Vertrauen Zeit benötigt. Positive Erfahrungen müssen sich ansammeln und zu einem umfassenden Gefühl von Vertrauen führen. Ein Vertrauensbruch kann als Wunde betrachtet werden, die über die Zeit heilen muss.

Es ist wichtig, sich zu fragen: Warum möchte ich wieder vertrauen? Das Verstehen dieser Hintergründe kann dazu beitragen, auch den Wunsch nach Wiederaufbau des Vertrauens nachvollziehen zu können. Hierbei spielt die Auseinandersetzung mit bisherigen Beziehungserfahrungen und dem eigenen Urvertrauen eine entscheidende Rolle. Eine Reflexion über die Ursprünge von Misstrauen in der eigenen Lebensgeschichte ist hilfreich, um festzustellen, ob es ein generelles Thema ist. Des Weiteren sollte man überlegen, ob es sich wirklich um Misstrauen in die andere Person handelt oder ob eigene Selbstzweifel eine Rolle spielen.

Man sollte sich nicht mit dem „Warum?“ quälen, wie etwa: „Warum hat sie mich belogen?“ oder ähnliche Fragen. Durch diese Art der Selbstbefragung vertieft man sich nur weiter in das Problem und findet oft keine wirkliche Lösung für die Situation. Die Frage nach dem Warum kann von niemandem, und oft nicht einmal von den verantwortlichen Personen selbst, vollständig beantwortet werden.

Stattdessen kann man sich fragen, welche rationalen Gründe es dafür gibt, Vertrauen zu können und welche, es nicht zu tun. Falls das Misstrauen trotz fehlender rationaler Gründe hartnäckig ist, kann man sich fragen: Welche Funktion erfüllt mein Misstrauen?

Die Frage nach Vergebung stellt sich ebenfalls. Es ist wichtig zu klären, ob Vergebung notwendig ist oder ob eine klare Abgrenzung statt Vergebung angemessener ist, insbesondere bei schweren Vertrauensbrüchen.

Wozu dient Misstrauen?

Misstrauen kann je nach Person verschiedene Funktionen erfüllen. Bei hartnäckigem Misstrauen kann es sich lohnen, die individuelle Funktion zu hinterfragen. Allgemein ist ein häufiger Grund, dass es ein Gefühl von Kontrolle vermittelt. Das Gegenteil von Kontrolle ist Vertrauen. Misstrauen dient dazu, uns vor Enttäuschungen zu schützen.

Wie kann man Vertrauensprobleme erkennen?

Es können unterschiedliche Dinge in Frage kommen. Zum einen könnte ein Verhalten, das nach Vertrauensproblemen aussieht, in Wirklichkeit mit eigenen Selbstzweifeln und Glaubenssätzen wie „Ich bin nicht wertvoll genug“ zusammenhängen. In diesen Fällen trägt der/die Partner:in keine Schuld an den Selbstzweifeln, kann jedoch unterstützen, an deren Überwindung zu arbeiten.

Auf der anderen Seite gibt es Verhaltensweisen, wie beispielsweise Aggressionen dem/der Partner:in gegenüber oder distanziertes Verhalten, die zwar nicht direkt nach Vertrauensproblemen aussehen, im Grunde jedoch auf Misstrauen zurückzuführen sind. Vertrauensprobleme können somit in unterschiedlichen Formen zum Ausdruck kommen.

Häufig manifestieren sich Vertrauensprobleme in Form von Verlustangst (Klammern), Bindungsangst (distanziertes Verhalten), Kontrollzwängen, Eifersucht oder einem starken Beschützerinstinkt. Es ist wichtig zu erkennen, dass diese Verhaltensweisen oft tiefgehende Wurzeln haben und eine differenzierte Herangehensweise erfordern.

Was hat das Vertrauen in andere mit Selbstvertrauen zu tun?

Vertrauen in andere und Selbstvertrauen sind eng miteinander verknüpft und spielen auf verschiedenen Ebenen eine entscheidende Rolle. Fremdvertrauen bezieht sich darauf, einer anderen Person zu vertrauen. Es geht darum, davon auszugehen, dass diese Person zuverlässig ist und positive Absichten hat. Selbstvertrauen bedeutet, sich selbst zu vertrauen, insbesondere die Gewissheit zu haben, dass man einen Vertrauensbruch überstehen kann. Hierbei spielt die Akzeptanz der Tatsache, dass es keine Garantie für dauerhaftes Vertrauen gibt, eine wesentliche Rolle.

Misstrauen kann oft als Vertrauensproblem getarnte Selbstzweifel widerspiegeln. Das Gefühl, nicht wertvoll genug zu sein, kann zu Unsicherheiten in der Beziehung führen. In solchen Fällen neigt man dazu, die Schuld für diese Unsicherheiten dem Partner zuzuschreiben, was zu Misstrauen führen kann.

Selbstvertrauen hat einen entscheidenden Einfluss auf das Vertrauen in andere. Nur wenn man sich selbst vertraut und ein gesundes Selbstwertgefühl hat, ist man eher bereit zu glauben, dass man es wert ist, dass andere in einen investieren. Ein starkes Selbstvertrauen bildet somit die Grundlage für gesunde zwischenmenschliche Beziehungen.

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Ist Vertrauen eine Entscheidung?

Deine bisherigen Beziehungserfahrungen, angefangen in der frühen Kindheit bis zu späteren Beziehungen, spielen eine bedeutsame Rolle und prägen deine Einstellung. Wenn du negative Erfahrungen gemacht hast, möchtest du dich durch Misstrauen schützen. Trotzdem, als erwachsene und reflektierte Individuen, haben wir die Fähigkeit, mutig zu sein und anderen Menschen zu vertrauen, selbst wenn wir in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht haben. Dies gilt insbesondere dann, wenn es rationale Gründe für das Vertrauen gibt.

Resilienz und die Existenz von Ressourcen im sozialen Umfeld können dafür sehr unterstützend sein. Es geht auch darum, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und zu verstehen, wie sie in Beziehung zu den Erfahrungen der Vergangenheit stehen.

Insgesamt zeigt dies, dass wir trotz vorangegangener schlechter Erfahrungen die Möglichkeit haben, bewusst zu handeln. Es ist wichtig, die eigenen Ressourcen zu nutzen und sich der verschiedenen psychischen Bedürfnisse bewusst zu sein, um in Beziehungen Vertrauen zu finden.

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