Beziehungen

Online-Dating – darauf sollten wir achten

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Online-Dating: Fluch oder Segen?

Ein Swipe nach rechts, ein Swipe nach links. Die digitale Suche nach der Liebe wird immer populärer. Eine aktuelle Statista-Umfrage (2022) zeigt: Jede:r dritte Deutsche hat sich schon mal mit Online-Dating befasst. Dementsprechend divers sind auch die Erfahrungen und Meinungen zum Thema. Die neue Form des Datings ermöglicht uns, Menschen zu treffen, denen wir sonst vielleicht nie begegnet wären. Sie bietet die Möglichkeit, sich im Vorfeld eines ersten Treffens besser kennenzulernen und kann dadurch unter Umständen sogar intensiver sein als reguläres Dating.

Besonders für schüchterne Menschen kann Online-Dating eine gute Möglichkeit sein, um aus sich herauszukommen. Die Anonymität verleiht uns Mut, uns zu öffnen und auch mal ein Kompliment zu geben oder zu flirten. Durch diesen erleichterten Austausch vor dem tatsächlichen persönlichen Kennenlernen wird schon früh eine gute Basis geschaffen, um die Frage “Passen wir überhaupt zueinander?” für uns zu beantworten. Beim spontanen Kennenlernen ist es oft umgekehrt: Wir sind schnell auf Wolke Sieben, genauso schnell folgt dann aber auch die Ernüchterung, wenn wir merken, dass wir den oder die Partner:in in gewissen Hinsichten verklärt haben. Die Welt des Online-Datings hat aber auch Schattenseiten: So gibt es auch Menschen, die sich von Dating-Apps nur einen Ego-Push anstelle tatsächlicher Beziehungen erhoffen, oder andere durch sogenanntes “Catfishing” hinters Licht führen. Viel kritisiert ist die oberflächliche Supermarkt-Mentalität gewisser Apps, die darauf basieren, das Gegenüber nur nach seinem Aussehen zu beurteilen. Find ich hübsch, swipe ich nach rechts. Spricht mich nicht an, swipe ich nach links.

Trotzdem wird Online-Dating immer beliebter. Grundsätzlich gilt: Je mehr Dates wir haben, desto klarer wird uns selbst, was wir uns vom Partner oder der Partnerin wünschen. Dabei kann auch die Nutzung von Dating-Apps helfen.

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Eine feste Beziehung online finden

Viele nutzen Dating-Apps, weil sie auf der Suche nach sexuellen Abenteuern sind. Das ist auch vollkommen okay. Aber was, wenn wir uns nach etwas Festem sehnen? Müssen wir enttäuschende Dates in Kauf nehmen? Nicht unbedingt! Es gibt viele Plattformen, die dafür da sind, jemanden zu finden, der oder die sich ebenfalls eine feste Beziehung wünscht. Es lohnt sich also, sich vorher genau zu informieren, welche Zielgruppe eine Dating-App anspricht.

Darüber hinaus kann es helfen, bereits beim Chatten deutlich zu signalisieren, was wir genau wollen. Natürlich besteht auch hier das Risiko, ge- oder enttäuscht zu werden. Eine Vorsichtsmaßnahme könnte sein, sich mit dem ersten Sex etwas Zeit zu lassen und sich erstmal auf das Kennenlernen zu konzentrieren. Sonst besteht die Gefahr, die persönlichen Grenzen zu überschreiten, ohne gut auf die eigenen Bedürfnisse zu achten.

Läuft ein Date mal nicht so gut, sollten wir den Fehler nicht gleich bei uns selbst suchen (ich war nicht schön genug, nicht gut genug, zu laut, zu leise, usw.) und uns nicht vom Verhalten des Anderen abhängig machen. Das ist aber leichter gesagt als getan: Wie schafft man es denn, Dinge nicht auf sich zu nehmen, die scheinbar direkt mit einem in Verbindung stehen, wie zum Beispiel, wenn man nach einem Treffen “geghostet” wird?
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Mit Ablehnung umgehen

Unter “Ghosting” versteht man einen plötzlichen Kontaktabbruch ohne Erklärung. Das kann sehr verletzend sein. Häufig steckt bei der Person, die ghostet, jedoch mehr dahinter – zum Beispiel eine psychische Problematik, Konfliktscheue oder ein Mangel an Zivilcourage. Als Geghostete:r ist es daher wichtig, sich in solchen Fällen klar vor Augen zu halten, dass die Verantwortung nicht bei einem selbst liegt. Weiter kann es helfen, sich alternative Erklärungen für das Verhalten des Gegenübers zu überlegen. Vielleicht hatte die Person Angst vor Verletzung, ist bereits in einer anderen Beziehung oder fand das Date aus irgendwelchen anderen Gründen nicht schön.

Nach einer Abfuhr fühlen wir uns oft als ganze Person abgelehnt. Anerkennung von außen ist für uns enorm wichtig – und das besonders, wenn wir in der Kindheit wenig Bestätigung durch unsere Eltern erhalten haben. Ein zu starker Fokus auf die Vermeidung von Ablehnung kann jedoch ein Abhängigkeitsverhältnis begünstigen und damit problematisch werden. Hier kann es helfen, uns mental zu distanzieren und konkret zu überlegen, was Ablehnung von außen schlussendlich über den eigenen Wert aussagt – nämlich gar nichts!

Der Arzt und Psychotherapeut Alfred Adler nannte dies “radikale Aufgabentrennung”: Demnach sollten wir uns konsequent nur darum kümmern, was in die eigene Verantwortung fällt.

Ab wann Gefühle entwickeln?

Kribbeln im Bauch, Schweißausbrüche, Erröten. Oft suggerieren uns die Liebesgeschichten, die in Büchern, Filmen und Serien erzählt werden, dass sich die wahre Liebe nur durch sofortige Anziehung zur anderen Person erkennbar macht. Vielleicht haben wir auch schon eine solche Erfahrung gemacht und tun seither alle Begegnungen ab, bei denen das nicht der Fall ist. Doch muss es direkt am Anfang einen Gefühlsrausch geben oder sollte man dem ganzen etwas Zeit lassen? Das ist natürlich eine komplexe Frage. Grundsätzlich lohnt es sich dennoch, sich etwas Zeit zu nehmen, um den oder die andere:n besser kennenzulernen, auch wenn die sofortige Anziehung erstmal ausbleibt. Wir müssen also nicht gleich am Anfang die großen Gefühle spüren, denn sie können sich auch mit der Zeit entwickeln. Auch Sex kann dabei helfen, mehr Intimität aufzubauen. Zudem gibt es auch Beziehungen, in denen es nie zu einem extremen Gefühlsrausch kommt, sondern sich die Gefühle stetig und langsam entwickeln.

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Wir alle streben nach einer erfüllten Beziehung, doch geraten wir auf dem Weg dahin häufig an wiederkehrende Probleme. „Ich falle immer wieder auf denselben Typ Mensch rein.“. Vielleicht liegt das daran, dass wir uns häufig an dasselbe Beuteschema halten bei der Partnersuche. Wenn du auch vor diesem Problem stehst, kann dir der Kurs „Wie finde ich den Richtigen/die Richtige?“ von der Stefanie Stahl Akademie vielleicht weiterhelfen.

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Wie erkennen wir eine toxische Beziehung?

Nicht jede Beziehung, die gerade schlecht läuft oder in der ein:e Partner:in unglücklich ist, ist auch direkt toxisch. Toxische Beziehungen sind oft von

Lügen und Manipulation geprägt und fühlen sich wie eine Achterbahnfahrt an – es ist ein Wechselspiel zwischen heiß und kalt. In solchen Beziehungen stehen sich oft ein bindungs- und ein verlustängstlicher Part gegenüber. Wer Täter und wer Opfer ist, lässt sich allerdings nicht immer so leicht feststellen.
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Anzeichen einer toxischen Beziehung

Streit und Diskussionen sind in jeder Beziehung normal und wichtig. Woran lässt sich dann aber erkennen, dass eine Beziehung toxisch ist? Besonders an der toxischen Beziehung ist, dass ein einseitiges Abhängigkeitsverhältnis besteht, ein:e Partner:in also sehr dominant ist und die Beziehung bestimmt, während sich der oder die andere eher unterordnet. Insbesondere bei den folgenden Merkmalen sollte man hellhörig werden:

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Love Bombing

Der oder die dominante Partner:in überschüttet die andere Person mit Zuneigung. Schon nach den ersten beiden Treffen prasseln die tollsten Komplimente, gemeinsame Zukunftspläne oder große Geschenke auf sie ein. Der oder die dominante Partner:in schenkt dem Gegenüber die ungeteilte Aufmerksamkeit.

Fast Forwarding

Es geht alles sehr schnell. Man hat sich gerade erst kennengelernt und ist im Vergleich zur letzten Beziehung schon zehn Schritte weiter. Die Beziehung wird also blitzschnell vorgespult. Man fühlt sich seelenverwandt und glaubt, den perfekten Match gefunden zu haben.

Gaslighting

Der Partner oder die Partnerin macht uns regelrecht verrückt. Er oder sie behauptet Dinge, die wir angeblich gesagt und getan haben, die allerdings nie wirklich stattgefunden haben, oder spricht uns unsere Gefühle ab. Gaslighting führt zu Desorientierung und einer verfälschten Wahrnehmung der Realität.

Future Faking

Der oder die Partner:in macht große Versprechungen, die die Zukunft betreffen, ohne zu beabsichtigen, diese jemals umzusetzen. Es werden Erwartungen an eine gemeinsame Zukunft geschürt, die wohl nie erfüllt werden. Das kann kleinere Dinge wie einen Urlaub, aber auch große Lebensveränderungen wie einen angeblich bald anstehenden Heiratsantrag oder das Zusammenziehen betreffen.

Schuldumkehr

Egal, was man tut –  wie sehr man versucht, alles richtig zu machen und die Beziehung aufrechtzuerhalten – ist es doch bei jedem Streit oder jeder Diskussion am Ende das gleiche: Man ist immer selbst an allem Schuld. Der Partner oder die Partnerin kann sehr geschickt darin sein, dem Gegenüber immer wieder die Schuld zuzuschieben.

Standards und Dealbreaker

Die eigenen Bedürfnisse und Ansprüche innerhalb der Beziehung werden nicht berücksichtigt. Wenn eigene Wünsche geäußert werden, werden diese weder ernstgenommen noch erfüllt. Kompromisse – die für eine gesunde Beziehung essentiell sind – sind nicht möglich. Der oder die dominante Partner:in gibt sämtliche Regeln vor.
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Warum wirkt eine Beziehung toxisch?

Diese Beziehungen werden “toxisch” genannt, weil sie eine drogenähnliche Wirkung zur Folge haben können. Der Grund: Dopamin, ein Glückshormon und Neurotransmitter. Die übermäßige Zuwendung der dominanten Person führt – ähnlich wie eine Droge – zu einem verhältnismäßig langen und intensiven Dopaminrausch. Der wiederum löst eine Art Sucht aus – man will mehr von der Zuneigung und dem Glücksgefühl, das diese in einem bewirkt. Dieses suchtähnliche Gefühl macht es extrem schwierig, sich aus einer toxischen Beziehung zu lösen.

Durch die hohe Dopaminausschüttung wird die Verliebtheitsphase länger aufrechterhalten, während in gesunden Partnerschaften irgendwann andere Neurotransmitter wie Oxytocin das Ruder übernehmen und sich so ein Grundgefühl von Sicherheit und Stabilität einstellt. In der toxischen Beziehung wechseln sich überschießende Zuneigung und Schuldzuweisungen bzw. Abwertungen durch die dominante Person ohne ersichtliche Erklärung ab. Dieser Prozess nennt sich “intermittierende Verstärkung” und sorgt dafür, dass das Gegenüber die Gründe für die Auf und Abs bei sich selbst sucht. Es sieht sich also als verantwortlich für den Verlauf der Beziehung.

Eine toxische Beziehung beenden

Trennungen sind nie leicht. Sich aus toxischen Beziehungen zu lösen, ist aber aus mehreren Gründen besonders schwierig. Das liegt zum einen daran, dass durch die fehlende Dopaminausschüttung nach der Trennung regelrechte Entzugserscheinungen auftreten können. Häufig reagiert die dominante Person auf eine angedrohte Trennung außerdem mit der Zusicherung von Veränderungen und mit Zuneigung, so dass man leicht dazu geneigt ist, ihr noch eine weitere Chance zu geben. So kommt es vor der endgültigen Trennung oft zu On-off-Phasen.Wichtig ist, dass wir uns selbst entschulden –  also die Last der Schuld und Verantwortung am Ausgang der Beziehung von den eigenen Schultern nehmen. Denn wenn wir glauben, an der zerrütteten Beziehung schuld zu sein, glauben wir auch, dass wir sie wieder zu einem Happy End umkehren können. Deshalb ist es wichtig, herauszukommen und zu erkennen, was uns guttut und uns dementsprechend für unsere Bedürfnisse einzusetzen.

Selbstwert steigern – kann das helfen?

Menschen, die sich zum wiederholten Male in einer solchen Beziehung wiederfinden, haben häufig einen geringen Selbstwert. Wer nämlich innerlich der Überzeugung ist, nicht genug wert zu sein, ist besonders auf die Bestätigung von außen angewiesen. Dieser Wunsch nach Anerkennung und Bestätigung bleibt in einer toxischen Beziehung jedoch meist ungehört. Wollen wir also unseren Selbstwert stärken, müssen wir zunächst aus dem Beziehungsmuster ausbrechen.
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Toxische Menschen in der Familie & im Freundeskreis

Natürlich sprechen wir im Zusammenhang mit toxischen Beziehungen oft vom Partner oder der Partnerin. Gibt es diese Art von Beziehung, aber auch im Freundeskreis oder in der Familie? Die einfache Antwort ist: Ja! Nur weil man blutsverwandt ist, heißt das nicht, dass man sich dem oder den anderen gegenüber nicht toxisch verhalten kann.Das Problem: Bei Menschen, mit denen wir verwandt sind, sind wir noch stärker dazu geneigt, ihnen immer wieder neue Chancen zu geben. Aber auch Beziehungen in der Familie und im Freundeskreis können durch toxisches Verhalten sehr belastend sein. Auch hier muss unter Umständen also darüber nachgedacht werden, zum Schutz der eigenen Bedürfnisse den Kontakt auf ein Minimum zu reduzieren oder sogar ganz abzubrechen.

So sieht eine gesunde Beziehung aus

Wer immer wieder in toxischen Beziehungen landet, weiß manchmal gar nicht, wie gesunde Beziehungen überhaupt aussehen. Gute und gesunde Beziehungen basieren auf ehrlichem Austausch und vereinen Freundschaft und Leidenschaft. Man sollte ein Grundgefühl von Stabilität und Sicherheit vermittelt bekommen, ohne ständig Angst vor Ablehnung und Verlassenwerden haben zu müssen. Auch wenn gelegentliche Streits und Diskussionen dazu gehören, sollte am Ende des Tages eine Bereitschaft bestehen, Kompromisse einzugehen, gemeinsam an Dingen zu arbeiten und sich gegenseitig zu unterstützen.

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