Beziehungen

So erlebt ihr Liebeskummer: Ergebnisse aus Stefanie Stahls Instagram Umfrage

Hattest du schon einmal Liebeskummer? Wie lange ist dein letzter Herzschmerz her? Und wie lange hat es gedauert, diesen zu überwinden? Was hat dir dabei geholfen, deinen Liebeskummer loszuwerden?

Es ist eine dieser tiefgreifenden Erfahrungen, die fast jeden von uns mindestens einmal im Leben trifft: ein gebrochenes Herz.

Unsere Umfrage auf Instagram hat dies mehr als bestätigt: 97 Prozent von euch haben Liebeskummer schon einmal am eigenen Leibe gespürt. Das sind bei 1.700 Teilnehmenden immerhin 1.649 Menschen.

Schauen wir einmal genauer hin, ergab sich folgendes Bild:

  • Die Hälfte von euch fühlte den Schmerz der unerwiderten oder verlorenen Liebe erst im letzten Jahr.
  • 10 Prozent von euch durchlebten dieses emotionale Tief vor zwei Jahren.
  • Für 13 Prozent liegt das letzte Mal drei bis vier Jahre zurück.
  • 27 Prozent können auf eine herzschmerzfreie Zeit von mehr als fünf Jahren zurückblicken.

Ein Drittel der Teilnehmenden gab an, sogar aktuell inmitten des Gefühlschaos zu stehen. Das sind 578 Menschen, die gerade versuchen, ihren Liebeskummer zu überwinden. Vielleicht ein kleiner Trost für dich, solltest auch du momentan unter Liebeskummer leiden: Du bist nicht allein.

Vielleicht fragst du dich: Wie lange wird dieser Schmerz anhalten?

Unsere Umfrage zeigt:

  • Ein halbes Jahr Liebeskummer war für 50 Prozent die Norm.
  • 28 Prozent mussten sich durch ein ganzes Jahr voller Gefühle kämpfen.
  • Für 16 Prozent schien der Herzschmerz endlos und dauerte bis zu zwei Jahren.
  • Mehr als zwei Jahre einer Liebe nachzutrauern, war für fünf Prozent der Fall.

Du siehst also, es kann für jeden unterschiedlich lange dauern. Dabei spielt weniger die Länge der Beziehung eine Rolle, sondern eher die Intensität der Verbindung.

Liebeskummer Statistik
Ergebnisse der Instagram Umfrage zu Liebeskummer bei 1.700 Teilnehmenden.

Aber ab hier kommt die Ermutigung: Denn wir haben auch gefragt, was euch am besten dabei geholfen hat, euren Liebeskummer zu überwinden. Ihr habt großartige Strategien mit uns geteilt:

  • Ablenkung und der Blick nach vorn
  • Abstand zum/ zur Ex wahren
  • Sich mit lieben Menschen umgeben
  • Die Zeit nutzen, um sich selbst zu reflektieren und zu wachsen
  • Bedachtsame Selbstliebe und das Lesen inspirierender Bücher
  • Psychologisches Hintergrundwissen, z.B. durch Psychologie-Podcast wie „So bin ich eben“
  • Den Fokus aufs innere Kind legen
  • Sich der Kunst und Musik hingeben
  • Sich neuen oder alten Hobbys widmen
  • Coaching in Anspruch nehmen

Einigen von euch hat eine therapeutische Begleitung dabei geholfen, den Liebeskummer zu überwinden. Auch wir glauben, dass es manchmal hilfreich sein kann, sich neben der Zuwendung von Freunden und Familie noch professionelle Hilfe zu holen. Denn auch heute noch wird Liebeskummer eher belächelt, als dass die Auswirkungen auf die menschliche Psyche in ihrer ganzen Tragweite ernst genommen werden.

Aber was soll man tun, wenn der Herzschmerz akut ist, aber keine therapeutische Hilfe in greifbarer Nähe?

Aus diesem Grund haben wir den Online-Kurs „Liebeskummer überwinden“ für euch entwickelt. Dieser Kurs ist für all diejenigen, denen es schwerfällt loszulassen, deren Gedankenkarussell nicht anhalten will und die es leid sind, dieser einen Liebe nachzutrauern.

Wie Frauen und Männer Liebeskummer wahrnehmen

Laut Statistiken verschiedener Dating Plattformen sind häufige Gründe für Trennungen:

  • Die Partner leben sich auseinander
  • Gefühle sind nicht stark genug oder fehlen
  • Partner empfinden sich als zu unterschiedlich
  • Fremdgehen
  • Ungleiches Verhältnis von Geben und Nehmen
  • Bedürfnisse nach Freiraum und Nähe scheinen nicht vereinbar oder werden nicht respektiert
  • Kommunikationsprobleme – man könne nicht angemessen miteinander reden

…Nur um ein paar Gründe zu nennen.

Letztlich führt jeder dieser Problematiken zur wohl häufigsten Begründung einer Trennung – einer der Partner sei unglücklich in der Beziehung.

Ob ein Mensch nach der Trennung eines geliebten Menschen unter Liebeskummer leidet, eine Art inneren Schmerz empfindet, kann unabhängig von der Dauer einer Beziehung bestimmt werden.
Liebeskummer kann nach vielen Jahren Ehe, nach einer festen Beziehung oder nach einem kurzweiligen Zusammensein entstehen. Das Gefühl des Verlustes dieser einen Person, die zuvor einen besonderen Platz im Herzen und Leben einnahm, kann sich herzzerreißend anfühlen.
Einige Menschen leiden dabei nicht nur still für sich, sondern kann sich ein solcher Liebeskummer auch physisch bemerkbar machen, z.B. durch Schlafstörungen, Appetitlosigkeit oder Panikattacken.

Frauen leiden dabei statistisch gesehen etwas länger unter einer Trennung mit durchschnittlich 12,8 Monaten. Männer geben an, nach ca. 11,9 Monaten über den/die Expartner:in hinweg zu sein. Doch auch wenn die Trennung auf einer einvernehmlichen Basis beschlossen wurde, bleiben jene Expartner:innen von einem Trennungsschmerz nicht ausgeschlossen. Diese Gruppe gibt an, noch ca. 10,5 Monate unter der Trennung gelitten zu haben, auch wenn beide Partner:innen die Trennung befürworteten.

Frauen leiden also länger unter dem Trennungsschmerz, doch leiden sie auch intensiver?

An der britischen Universität in Lancaster sind Psychologen den emotionalen Schmerzen, die durch Beziehungsprobleme verursacht werden, auf den Grund gegangen. Dafür erforschten sie in anonymen Online-Foren das emotionale Leiden von insgesamt 184.000 Männern und Frauen. Sie analysierten das Geschriebene der Männer und Frauen zum Thema Liebeskummer und konnten so statistisch nachvollziehen, wie intensiv diese emotionalen Schmerzen wahrgenommen werden. Dabei fielen vermehrt Begriffe wie: Weinen, Liebeskummer, gebrochenes Herz, Bedauern, Trennung – gleichermaßen von Frauen und Männern.

Dem Stereotyp zufolge würden Männer weniger unter einem „gebrochenen Herzen“ leiden. Doch liegt es vielleicht nur daran, dass sie weniger darüber sprechen?

Laut der forschenden Psychologen ergab sich nämlich genau das Gegenteil des Stereotyps: Männer scheinen intensiver unter Liebeskummer zu leiden als Frauen. Sie würden ihre Probleme und ihr Leiden stärker in den Online-Foren thematisieren als Frauen. Ebenfalls würden Männer häufiger online nach Hilfe suchen, um ihren Schmerz zu lösen. Ein anzunehmender Grund ist eine verstärkte Zurückhaltung der Männer im direkten, persönlichen Austausch mit nahestehenden Personen, weshalb sie den anonymen Weg in den Online-Foren wählen.

Treffen diese Forschungsergebnisse auch auf euch zu oder nehmt ihr Liebeskummer anders wahr? Um auf diese Frage eine Antwort zu bekommen, hat das Team der Stefanie Stahl Akademie rund 1700 Follower:innen anonym befragt. Es kamen super spannende Ergebnisse dabei heraus. Die Ergebnisse erfahrt ihr in dem nächsten Blogbeitrag, der ganz bald herauskommt.

Kommen wir nun zur Lösung des Problems – Wie können wir Liebeskummer überwinden?

Der neueste Online-Kurs „Liebeskummer überwinden“ richtet sich an all die, für die Liebeskummer immer wieder ein Thema ist, die aktuell daran leiden oder sich präventiv schützen wollen.

Ist Liebe eine Entscheidung?

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Social Media, Liebeslieder und Disneyfilme: Viele von uns sind mit der Vorstellung aufgewachsen, dass die Liebe eigentlich ein Selbstläufer ist, sobald wir unseren Prinzen oder unsere Prinzessin auf dem weißen Ross gefunden haben. Wir lernen, dass die “große, wahre Liebe” immer einfach und von totaler Harmonie geprägt sein muss – und natürlich für immer andauert. In dieser Vorstellung ist Liebe also etwas, das uns gewissermaßen passiv widerfährt. Nicht nur die eigene Erfahrung vieler von uns, sondern auch berühmte Psycholog:innen wie Esther Perel, John Gottman oder Jens Corssen widersprechen diesem Bild jedoch deutlich: Sie sagen vielmehr, dass Liebe Arbeit erfordert, anstrengend sein kann – und man sich immer wieder aktiv für sie entscheiden muss.

Aber was bedeutet das für uns? Welche Rolle spielen Gefühle, wie können wir uns denn für die Liebe entscheiden – und was ist Liebe überhaupt?

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Liebe und Verliebtheit

Erstmal ist es wichtig, zwischen Liebe und Verliebtheit zu unterscheiden. Die beiden sind nämlich schon rein körperlich zwei verschiedene Phänomene: Verliebtsein ist ein hormoneller Sonderzustand, der evolutionär gesehen den Zweck hat, sich die andere Person zu sichern, sie also an sich zu binden. Während der Verliebtheitsphase werden Adrenalin (ein Stresshormon) und Dopamin (das Hormon des Verlangens) ausgeschüttet, die uns dazu motivieren, uns das Objekt der Begierde endlich zu erobern und “dingfest zu machen”. Alles, was potenziell negativ sein könnte, blenden wir aus, der oder die potenzielle Partner:in scheint uns absolut perfekt und Konflikte sind in dieser Beziehungsphase ein Fremdwort.

Dabei vergessen wir ganz oft, dass Liebe aber eigentlich der Zustand ist, der danach folgt: Sie spielt sich in anderen Gehirnregionen ab, die Ausschüttung von Dopamin und Adrenalin sinkt und stattdessen wird das Bindungshormon Oxytocin sowie verschiedene Glückshormone ausgeschüttet. Während die Verliebtheitsphase von viel Aufregung und Leidenschaft, aber auch Unsicherheit geprägt ist, stellt sich bei der Entwicklung von Liebe ein Gefühl von Ruhe und Sicherheit ein. Gleichzeitig scheint die Welt – und unser Partner bzw. unsere Partnerin – nicht mehr so rosarot wie zuvor, und es entsteht auf einmal Raum für Konflikte.

Die gute Nachricht ist: Diese Entwicklung ist total normal und lässt sich in einer verbindlichen, längeren Beziehung auch nicht vermeiden. Vielmehr gibt es uns eine Gelegenheit, uns zu überlegen, ob die Beziehung wichtig genug ist, um an ihr festzuhalten, an ihr zu arbeiten und uns immer wieder unserem Partner oder unserer Partnerin zuzuwenden. Wer ständig auf der Suche nach der Aufregung und Leidenschaft vom Anfang ist, wird zwar ständig auf Wolke 7 schweben – aber auch nicht darüber hinaus kommen. Wer sich dafür entscheidet, sich von der Illusion der märchenhaften Liebe zu trennen, entscheidet sich aber gleichzeitig dafür, eine Haltung einzunehmen, die eine verbindliche, langfristige – und liebevolle – Beziehung ermöglicht.

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Was muss ich tun, um lieben zu können?

Die Forschung der Paar- und Familienpsychologie zeigt, dass es drei wichtige Komponenten gibt, die eine “liebesbejahende Haltung” begünstigen.

Selbstliebe

Der Psychologe Jens Corssen sagt: “Solange man eine Person braucht, kann man sie auch nicht lieben”. Er bezeichnet die Liebe zu sich selbst sozusagen als das Fundament der Liebe zu anderen Personen. Wer nämlich insgeheim davon überzeugt ist, nicht liebenswert zu sein, wird automatisch davon ausgehen, dass die andere Person das ebenso sieht. Das führt oft dazu, dass man in ständiger Angst lebt, nicht gut genug für die andere Person zu sein und von ihr die konstante Bestätigung braucht, dass sie einen wirklich liebt. So entwickelt sich eine einseitige Abhängigkeit, bei der man von der anderen Person erwartet, dass sie die eigenen Defizite im Selbstwert ausgleicht.

Statt ein Partner oder eine Partnerin im wahrsten Sinne des Wortes zu sein, wird das Gegenüber dann viel mehr zum “Kompensator” persönlicher Unsicherheiten. So kann einerseits keine Beziehung auf Augenhöhe stattfinden, andererseits übertragen wir unserem Partner oder unserer Partnerin damit auch Verantwortung, die nicht zu ihm oder ihr gehört.

Ja zur Beziehung sagen

Wenn wir eine langfristige, verbindliche und erfüllende Beziehung führen wollen, ist es essenziell, dass wir uns auch richtig auf unser Gegenüber einlassen. Das bedeutet, aktiv Ja zur Beziehung zu sagen: Das Fortbestehen und Gelingen der Beziehung bewusst zur Priorität machen und diese auch gegen Hürden und Ablenkungen verteidigen.

Ja zum Gegenüber sagen

Sich für eine verbindliche Beziehung zu entscheiden bedeutet auch aktiv Ja zu unserem Partner oder unserer Partnerin zu sagen – und zwar so, wie er oder sie ist. Statt also ständig zu versuchen, unser Gegenüber zu ändern und es unseren eigenen Erwartungen anzupassen, sollten wir akzeptieren, dass unser Partner oder unsere Partnerin eine eigenständige Person ist, die anders ist – und anders sein darf – als wir selbst.

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Kann man dann jeden und jede lieben?

Wenig überraschend lautet die Antwort: Nein. Die beschriebene Haltung ermöglicht es einem, sich für eine Liebesbeziehung mit einer bestimmten Person zu öffnen. Trotzdem gibt es einige Faktoren, die die Kompatibilität zweier Menschen stark einschränken können, zum Beispiel sehr unterschiedliche Zukunftsvorstellungen oder schwerwiegende Belastungen in einer Beziehung.

Fazit – ist Liebe also wirklich eine Entscheidung?

Zusammengefasst ist Liebe zwar nicht nur eine Entscheidung, sondern auch ein Gefühl, das für viele die Grundlage für eine langfristige Partnerschaft ist. Trotzdem kann eine bewusste, aktive Haltung zur Liebe die Entwicklung dieses Gefühls unterstützen oder überhaupt erst ermöglichen.

Lieben ist also auch eine Fähigkeit, die wir lernen und in der wir besser werden können. Wir müssen nicht passiv darauf warten, dass uns die perfekte Liebe überfällt – wir können uns aktiv dafür entscheiden, sie wachsen zu lassen.

Trennung verarbeiten – wie kann ich endlich loslassen?

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Im Gehirn werden nach Trennungen ähnliche Areale wie nach einem Trauerfall aktiviert. Der Unterschied zum Trauern ist aber die Unwiderruflichkeit des Todes, während bei Trennungen teilweise erleichternd, aber vor allem erschwerend immer wieder Hoffnung dazwischenfunkt, die alte Beziehung wiederherstellen zu können. Zudem wurde in Studien nachgewiesen, dass sich Liebesentzug ähnlich wie Kokain- oder Drogenentzug auf den Körper und die Psyche auswirkt. Liebeskummer nach einer Trennung beläuft sich im Schnitt auf ein Jahr, während zumindest die Entgiftung und körperliche Abhängigkeit nach einem Drogenentzug mit ein bis zwei Wochen deutlich schneller vorbei sind.

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Die Lösung dieses Schlamassels ist für uns aber trotzdem nicht, uns ab jetzt nicht mehr zu trennen: Der Kummer wird irgendwann vergehen und danach folgt ein Neuanfang. Um euch mit dem Umgang mit Trennungen zu unterstützen, haben wir hier zusammengetragen, wieso Trennungen so weh tun, welche Phasen wir dabei durchlaufen und was wir tun können, um uns das alles zumindest nicht noch schwerer zu machen.

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Wieso tut Trennung so weh?

Trennung bedeutet immer, etwas Altes und Gewohntes loslassen zu müssen. Das ist mit Schmerzen verbunden, da wir soziale Zurückweisung und Ablehnung erfahren, die zu unseren evolutionären Grundbedürfnissen gehören. Außerdem werden wir aus unserer Komfortzone geschmissen oder dazu gezwungen, diese zu verlassen. Unbekanntes macht den meisten Menschen Angst, weil sie plötzlich Kontrolle abgeben müssen. Der Kontrollverlust schmerzt vor allem diejenigen, von denen sich getrennt wurde, weil ihnen etwas passiert, das sie nicht wollen und wogegen sie sich nicht wehren können.

Aus diesem Grund wird auch oft nach einer Erklärung für die Trennung gesucht. Haben wir Gewissheit, dass es einen bestimmten Grund dafür gibt, schenkt uns das ein bisschen Sicherheit. Wir können also versuchen, die eigenen Anteile, die zur Trennung geführt haben, in der jetzigen oder nächsten Beziehung zu ändern.  Zum Problem wird diese Suche nach der eigenen Schuld, aber für unser Selbstwertgefühl. Werden wir verlassen, leidet unser Selbstwert sehr stark.

Suchen wir dann auch noch den Fehler bei uns selbst, setzt das nochmal eine Schippe drauf. Und als wäre das noch nicht genug, gibt es ja auch Fälle, bei denen wir wegen neuen Partner:innen verlassen werden, was ebenfalls eine große Kränkung des Selbstwertgefühls darstellt. Psychologisch verbirgt sich dahinter, dass wir gelernt haben, unseren Selbstwert durch andere Menschen zu sehen wie durch einen Spiegel. Wir denken also, wir sind etwas wert, wenn andere sich uns gegenüber nett verhalten. Andersherum fühlen wir uns weniger wert, wenn wir Ablehnung erfahren. Da eine Trennung so ungefähr die größte Ablehnung ist, die einem passieren kann, könnt ihr euch ja denken, wie es unserem Selbstwert damit geht.

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5 Phasen einer Trennung

Leugnung

Zuerst wollen wir gar nicht wahrhaben, was passiert ist. Wir leugnen, dass die andere Person sich entliebt hat oder uns aus anderen Gründen nicht mehr als Partner:in haben will. Dadurch ist noch viel Hoffnung auf ein Comeback der Beziehung vorhanden. Was jetzt erstmal kontraproduktiv klingt und es auch werden kann, wenn man sich zu lange in dieser Phase aufhält, hat zu Anfang eine Schutzfunktion. Wenn wir gleich alle schmerzhaften Gefühle zulassen würden, wäre das kaum oder auch gar nicht aushaltbar. Über die Verleugnung dosieren wir die Gefühle, damit nicht der ganze Schmerz auf einmal auf uns einprasselt. Und to be honest: Gefühle sind auch dosiert noch schlimm genug.

Inneres Gefühlschaos

Irgendwann realisieren wir, was eine Trennung wirklich bedeutet. Die Hoffnung lässt nach und es wirken vor allem die schmerzhaften Gefühle. Besonders Wut und Trauer kommen zum Vorschein. Oft tauchen auch Rachegefühle auf und wir wollen unsere:n Ex-Partner:in an unserem Schmerz teilhaben lassen oder ihn/sie bestrafen. Tun wir das, geht es uns allerdings danach noch schlechter, wenn uns klar wird, was wir angerichtet haben. Vor allem unser Bedürfnis nach Bindung ist durch den Verlust frustriert, wodurch wir uns traurig und ängstlich fühlen. Das kann bis hin zur Verzweiflung darüber führen, wie wir unser Leben ohne die andere Person weiterführen und gestalten sollen. Dadurch entsteht der Wunsch, die alte Situation wiederherzustellen, womit wir uns schon in der nächsten Phase befinden.

Rettungsversuche

Um aus dem Gefühl der Hilflosigkeit herauszukommen, versuchen wir die Beziehung doch noch zu retten. Das bedeutet, wir fragen uns, ob die Trennung ein Fehler war und was wir tun können, um sie wieder aufzunehmen. Manche führen dann genau das aus, was sie als hilfreich erachten. Problematisch dabei ist die Idealisierung des/der Expartner:in. Auf einmal scheinen die sonst so präsenten Probleme in der Beziehung doch gar nicht mehr so bedeutsam und die „nervigen“ Eigenschaften der anderen Person doch gar nicht so schlimm. Die Rettungsversuche rauben sehr viel Energie und vor allem die noch oder wieder bestehende Hoffnung erschwert das Loslassen. Bemerken wir dann, dass die Rettungsversuche ins Nichts laufen, folgt das emotionale Tief.

Emotionales Tief

Diese Phase kann erstmal wie ein Rückschritt wirken, weil sie sich durch das Annehmen der Gefühle und die dadurch große Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit nochmal sehr schmerzhaft anfühlt. Aber so werden die vorher verdrängten Gefühle an die Oberfläche geholt und können verarbeitet werden. Das ist allerdings leichter gesagt als getan. Das emotionale Tief, in das wir uns begeben, fühlt sich wie eine Art Depression an. Diese kann sich auch in körperlichen Beschwerden äußern, wie Appetitlosigkeit, Schlafproblemen, Antriebslosigkeit oder mangelnder Motivation alltägliche Dinge zu erledigen. So trauern wir um die Beziehung, die schönen Momente und die vergangene Liebe.

Akzeptanz und Neuanfang

Irgendwann folgt dann die letzte Phase. Wir können die Trennung akzeptieren und positiv nach vorne blicken. Dabei ist es unterschiedlich, wie lange es dauert, in dieser Phase anzukommen. Aber sind wir endlich da, können wir mit neuen Perspektiven in die Zukunft schauen. Für viele beginnt nach einer Beziehung sogar nochmal eine Art Selbstfindung, weil mehr Zeit da ist, sich mit sich selbst, Freund:innen oder neuen Hobbys zu beschäftigen.

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Wie lasse ich los?

First things first: Es gibt kein Geheimrezept, das man befolgen kann, um alle Schritte zu überspringen und die Trennung direkt zu akzeptieren. Aber wir können uns die ganze Sache zumindest etwas erleichtern und den Prozess vielleicht sogar ein wenig beschleunigen. Zuallererst ist es von großer Bedeutung, dass wir aktiv die Entscheidung treffen, über die andere Person hinwegkommen zu wollen. Was jetzt vielleicht etwas trivial klingt, ist wirklich entscheidend für den Prozess. Und es ist nicht ausreichend, unseren Freund:innen zu erzählen, wir würden jetzt unseren eigenen Weg gehen und uns lösen. Ja, leider müssen wir uns das auch selbst sagen und auch zu dieser Entscheidung stehen und uns dementsprechend verhalten. Dies ist ein wichtiger Schritt, um wieder Kontrolle über das eigene Leben zurück zu gewinnen.

Ein weiterer entscheidender Punkt ist, darüber zu reden. Sprechen wir über die Trennung, können wir unsere Gefühle abfließen lassen und die Tatsache akzeptieren. Generell ist Gefühle zuzulassen bei der Verarbeitung einer Trennung sehr wichtig, aber eben auch schmerzhaft. Damit wir nicht in ein zu tiefes Loch fallen, in dem die Gefühle nicht aushaltbar sind, ist eine Mischung aus allein Trauern und Ablenkung essenziell. Ablenkung hilft uns, die schlechte Stimmung zu reduzieren, schiebt aber schmerzhafte Gefühle auf. Deshalb ist eine Balance zwischen beidem notwendig.

Nach einer Trennung können große Lücken im Alltag entstehen. Vor allem bei langjährigen und sehr engen Beziehungen wirken diese Lücken vermutlich eher wie große tiefe Löcher, die erstmal durch nichts gefüllt werden können. Aus einem WIR muss also wieder ein ICH werden. Auch hier gilt wieder „I get by with a little help from my friends”, wie es die Beatles schon sehr passend formulierten. Freund:innen können nämlich genauso gut fragen, wie der Tag war, neue Hobbys mit uns ausprobieren und auch mit uns in Restaurants oder Kinos gehen. Und wer weiß, vielleicht lernen wir uns und unsere Freund:innen dadurch nochmal ganz neu kennen.

Was viele wissen, aber oft nicht wahrhaben wollen: Es ist eine große Erleichterung des Lösungsprozesses, den/die Expartner:in auf allen Social Media Plattformen zu entfernen und den Kontakt abzubrechen. Jedes Mal, wenn wir eine Story oder einen Beitrag sehen oder sonst irgendwelche Informationen über die Person erhalten, sind wir für einen kurzen Moment wieder in deren Leben. Das gibt uns ein gutes Gefühl, weil unserem Gehirn suggeriert wird, wieder in einer Beziehung zu sein. Es bekommt eine Dosis des Suchtmittels, was die Schmerzen abpuffert, aber auch am Loslassen hindert, indem Hoffnung geschürt wird. Daraus resultiert dann leider nur die Aufrechterhaltung des Liebeskummers und der Sehnsucht.

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Nimm dir die Zeit, die du brauchst!

Insgesamt ist die Verarbeitung einer Trennung ein Prozess mit Höhen und Tiefen, der Zeit braucht. Das Wichtigste ist, dass wir uns diese Zeit geben und nicht zu hart zu uns selbst sind. Es ist total okay und auch normal, sich traurig und allein zu fühlen. Eine Trennung bietet aber auch die Möglichkeit, sich wieder mehr mit sich selbst auseinanderzusetzen und aus der vergangenen Beziehung zu lernen. Wenn wir die Chance nutzen und darüber reflektieren, was wir uns in der nächsten Partner:innenschaft anders wünschen, können wir gezielter suchen und an unserem eigenen Anteil arbeiten. Vielleicht merken wir aber auch, dass andere Beziehungsformen passender für uns wären oder wir erstmal eine Zeit lang für uns sein wollen. Wenn wir offen für Neues sind und unsere Wünsche und Bedürfnisse erkennen und Ernst nehmen, kann unser Leben nach einer Trennung sogar erfüllter werden und besser zu uns passen.

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Du denkst immer wieder an deine vergangene Beziehung oder kommst nicht über eine bestimmte Person hinweg? Liebeskummer kann eines der schlimmsten Gefühle für uns Menschen sein. Wenn du dich grade in so einer Situation befindest und Unterstützung brauchst, könnte der Online-Kurs „Liebeskummer überwinden“ von der Stefanie Stahl Akademie genau das richtige für dich sein.

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Ghosting – wie gehen wir damit um?

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Aber was bedeutet “Ghosting” eigentlich?

“Ghosting” heißt, dass sich eine Person, mit der man zuvor eng in Kontakt stand, plötzlich einfach nicht mehr meldet, als ob sie vom Erdboden verschluckt wäre. Sie antwortet nicht auf Nachrichten, geht nicht ans Telefon; sämtliche Kontaktversuche laufen also ins Leere, ohne dass wir wissen, wieso. Ghosting ist ein Kontaktabbruch ohne jegliche Erklärung.

Das ist nicht nur genauso fies wie es klingt, sondern passiert auch ziemlich häufig: Ungefähr 20% der Menschen, die aktiv “daten”, wurden auch schon mal geghostet. Ghosting kann aber nicht nur in romantischen Beziehungen vorkommen, sondern auch mit Freund:innen, Familienmitgliedern oder Bekannten.

Online Dating und Gosting

Besonders seit Online-Dating so präsent ist, ist Ghosting in aller Munde. Fast jede:r hat wohl schon mal von jemandem gehört, der oder die “geghostet” wurde. Aber warum? Ganz einfach: Bei Online-Bekanntschaften ist die Hürde zum Kontaktabbruch viel geringer. Früher haben wir unsere Partner und Partnerinnen über Freund:innen kennengelernt, auf einer Party oder einer Geburtstagsfeier. Da war die Wahrscheinlichkeit, die Person noch einmal zu treffen, nachdem man sie “geghostet” hat, gefährlich hoch. Und sind wir ehrlich: Das wäre wohl für beide Parteien ziemlich unangenehm gewesen. In der Welt des Online-Datings ist das anders: Wir lernen plötzlich Menschen kennen, die wir sonst vermutlich nie getroffen hätten – und vor allem auch nicht wieder treffen werden, wenn wir es nicht wollen.

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Gründe für Ghosting

Aber was motiviert Menschen, einfach von der Bildfläche zu verschwinden und sich einfach nie wieder zu melden? Häufig sind diese Menschen konfliktscheu. Sie haben Angst, ihr Gegenüber zu enttäuschen oder zu verletzen und bei diesem negative Gefühle wie Wut, Ärger oder Trauer hervorzurufen. Konfliktscheue Menschen können schlecht aushalten, wenn andere Menschen auf sie sauer sind. So erfahren sie nämlich selbst Ablehnung. Problematisch ist das vor allem deshalb, weil die betreffende Person durch das Ghosten ihre eigenen Gefühle (also zum Beispiel Angst vor Ablehnung) über die Gefühle der anderen Person stellt.
Konfliktscheue und damit auch Ghosting liegt oft ein niedriges Selbstwertgefühl zugrunde: Dieses trägt dazu bei, dass negative Gefühle nur schwer ausgehalten werden können und daher vermieden werden.

Auch Bindungsangst kann ein Grund für Ghosting sein. Je enger eine Beziehung wird, desto ängstlicher werden diese Menschen, bis sie dieser Angst schließlich – und für ihr Gegenüber sehr plötzlich – erliegen. Der scheinbar einzig mögliche Ausweg: Kontaktabbruch. Andererseits kann auch Verlustangst Menschen zum Ghosting bewegen: Durch den Kontaktabbruch und das Ende der Beziehung kann man die Kontrolle behalten und muss sich der Verlustangst nicht aussetzen.

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Narzisst:innen & Bindungsvermeider:innen

Häufig findet sich Ghostingverhalten auch bei Menschen mit narzisstischen Persönlichkeitszügen. Menschen mit narzisstischen Tendenzen nutzen Ghosting oft als Manipulationstechnik. Narzisst:innen verschwinden häufig nicht für immer – sie tauchen irgendwann genauso plötzlich wieder auf der Bildfläche auf, wie sie von ihr verschwunden sind. Oftmals geht das Spielchen dann von vorne los. Grund für dieses Verhalten ist, dass Narzisst:innen sehr schnell gekränkt sind. Passt ihnen etwas nicht oder fühlen sie sich abgewertet, werden sie wütend. Ghosting kann dann als manipulative Bestrafung ihres Gegenübers genutzt werden.

Zudem gibt es sogenannte “gleichgültige Bindungsvermeider:innen”. Sie haben wenig bis gar keine Empathie und machen es sich einfach bequem, indem sie sich nicht mal die Mühe machen, eine Erklärung für den Kontaktabbruch abzugeben.

Ghosting muss jedoch nicht immer böswillig geschehen: Manchen Menschen ist nicht bewusst, was sie mit ihrem Verhalten beim Gegenüber auslösen; andere sind schlichtweg zu faul, um eine Erklärung für ihr Verhalten abzugeben.

Ghosting:
Wie reagieren wir?

Es kann ziemlich wehtun, plötzlich nichts mehr von einer Person zu hören, die man gern hat. Geghostet zu werden, bedeutet gleichzeitig auch Kontrollverlust. Zusätzlich drehen sich die Gedanken im Kreis und das Grübeln geht los: “Wieso meldet er oder sie sich nicht mehr? Habe ich etwas Falsches gesagt oder getan?”

Dies hat mit unserem Selbstwertgefühl zu tun. In der Kindheit lernen wir, dass unser Selbstwert uns von unseren Eltern und anderen Personen, die uns umgeben, gespiegelt wird. So fallen wir, wenn wir geghostet werden, auf das Gefühl herein, dass das Verhalten der Person ein Maßstab dafür ist, was wir wert sind. Wir sind dann also geneigt zu denken, wir seien nicht genug oder geben uns gar selbst die Schuld dafür, dass die Beziehung auf diese Weise geendet hat.

Wichtig ist es hier, sich bewusst zu machen, dass der eigene Wert nicht durch andere Menschen bestimmt wird. Zudem sollte man sich sagen: “Selbst, wenn ich irgendwas getan oder gesagt haben sollte, was die andere Person verletzt hat und sie dazu verleitet hat, sich mir gegenüber so zu verhalten, dann ist sie mir wenigstens schuldig, das zu erklären!” Eine Erklärung kann nämlich eine gewisse Erleichterung bedeuten und ein wenig Kontrolle zurückgeben. Oft wird es aber nicht hilfreich sein, einer Person, die uns ghostet, hinterherzulaufen: 100 Nachrichten schreiben, die unbeantwortet bleiben, oder immer wieder anzurufen, gibt unserem Selbstbewusstsein nur einen weiteren Tritt in den Allerwertesten.

Ebenso können wir uns darüber bewusst werden, ob wir überhaupt eine Beziehung mit einer Person hätten eingehen wollen, die derart mit Problemen und Konflikten umgeht. Spoiler Alert: Die Antwort lautet “Nein!”. Vielleicht werden wir dann feststellen, dass wir die Person auch nur idealisiert haben.

Als praktische Übung kann es außerdem helfen, sich bildlich vorzustellen, eine Glaswand zwischen uns selbst und die Person, die uns verletzt hat, zu schieben. Die Verantwortung und Schuld für die Art des Beziehungsendes gehört nur zur Person auf der anderen Seite der Glasscheibe. Mit unserem eigenen Wert hat es nichts zu tun. So lässt sich der eigene Selbstwert bildlich vom Fehlverhalten der anderen Person abkoppeln. Schließlich sollten wir uns ablenken und Dinge tun, die uns Spaß machen, die gut tun und den Selbstwert stärken.

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Wir alle streben nach einer erfüllten Beziehung, doch geraten wir auf dem Weg dahin häufig an wiederkehrende Probleme. „Ich falle immer wieder auf denselben Typ Mensch rein.“. Vielleicht liegt das daran, dass wir uns häufig an dasselbe Beuteschema halten bei der Partnersuche. Wenn du auch vor diesem Problem stehst, kann dir der Kurs „Wie finde ich den Richtigen/die Richtige?“ von der Stefanie Stahl Akademie vielleicht weiterhelfen.

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Freundschaft – woran erkennen wir wahre Freunde?

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So entsteht eine Freundschaft

Deutsche haben im Durchschnitt zwei bis drei beste Freundschaften. Aber wie entstehen diese überhaupt? Wichtig sind dafür vor allem zwei Faktoren: räumliche Nähe und der Mere-Exposure-Effekt. Räumliche Nähe ist schon allein deshalb wichtig, weil sich zwei Personen ja überhaupt erstmal kennenlernen müssen, um eine Freundschaft knüpfen zu können. Nicht umsonst entstehen die meisten Freundschaften in der Schule, der Uni oder im Job. Der Mere-Exposure-Effekt beschreibt in der Psychologie den “Effekt des bloßen Kontakts”. Sehen wir also bestimmte Menschen regelmäßig und haben keine direkte Antipathie ihnen gegenüber, kommen sie uns allein deswegen schon sympathischer vor.

Wie viele Freund:innen brauchen wir?

Es ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich, wie viele Freundschaften er oder sie pflegen möchte. In der Regel brauchen introvertierte Personen eher weniger Freund:innen als Extravertierte, da sie gern Zeit allein verbringen und sich gut selbst beschäftigen können. Extravertierte Menschen haben hingegen häufig das Bedürfnis, in Gesellschaft zu sein. Deshalb pflegen sie Freundschaften oft intensiver und haben im Durchschnitt mehr Freund:innen.

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Die wichtigsten Kriterien für eine Freundschaft

Egal, ob wir introvertiert oder extravertiert sind – In einer Freundschaft sollten bestimmte Kriterien erfüllt sein, damit sie beständig sein kann:

Wohlfühlen

Bei einem Freund/einer Freundin sollte man sich nicht verstellen. Nur wenn man wirklich man selbst ist, kann sich bei und mit einer anderen Person ein wirkliches Wohlgefühl einstellen.

Ehrlichkeit

Wir sollten keine Hemmungen haben anzusprechen, wenn uns etwas stört. Probleme offen kommunizieren zu können, ohne dafür verurteilt zu werden oder Ablehnung zu erfahren, ist Grundlage einer guten Freundschaft.

Offenheit

Tiefgründige Freundschaften entstehen dadurch, dass man sich gegenseitig persönliche Dinge anvertraut. Man öffnet sich und macht sich damit verletzlich. Es besteht Vertrauen, dass dies vom Freund oder der Freundin nicht ausgenutzt wird.

Gutes Gefühl

Gute Freund:innen geben uns ein gutes Gefühl. Nach einem Treffen fühlen wir uns in der Regel bestärkt und nicht ausgelaugt.

Gönnen können

In einer Freundschaft sollte kein Konkurrenzdenken herrschen. Sich gegenseitig Erfolg zu gönnen und sich für die andere Person zu freuen, ist essentiell. Wenn man mal neidisch sein sollte, sollte das offen kommuniziert werden.

Zuverlässigkeit

Freund:innen sollten sich aufeinander verlassen können. In guten und in schlechten Zeiten sollte man die Gewissheit spüren: Die andere Person ist für mich da, wenn ich sie brauche.

Loyalität

Freund:innen halten zueinander und fallen sich nicht in den Rücken. Sie unterstützen sich gegenseitig.

Gemeinsamer Humor

Es kann unglaublich zusammenschweißen, wenn Freund:innen den gleichen Humor haben und auf einer Wellenlänge sind. So kann es manchmal auch leichter sein, sich gegenseitig aufzumuntern. Und was gibt es Schöneres, als gemeinsam zu lachen?

Ausgewogenheit

Beide Parteien sollten ein Interesse daran haben, die Freundschaft zu pflegen und sich beieinander zu melden. Natürlich gibt es auch Zeiten, in denen sich eine:r mal mehr meldet als der oder die andere. Im Grundsatz sollte das Verhältnis aber ausgeglichen sein.

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So können wir uns Freund:innen öffnen

Auch wenn viele dieser Kriterien erfüllt sind, kann es in einer Freundschaft Schwierigkeiten geben. Gerade das Thema Offenheit kann hier zu Problemen führen. Einigen Menschen fällt es nämlich schwer, sich zu öffnen und anderen Menschen persönliche Dinge anzuvertrauen – auch wenn es eigentlich enge Freund:innen sind. Sobald es um tiefgründige Themen geht, wird eine sinnbildliche Wand hochgezogen. Oft spüren solche Menschen zwar einerseits den Wunsch nach einer tiefen Bindung, stehen aber innerlich vor einer Blockade.

Was kann diesen Menschen helfen, sich zu öffnen? Wichtig ist, sich innerlich auf die Suche nach dem Gefühl der Blockade zu begeben:

  • Das Gefühl lässt sich dann gut spüren, wenn wir die Augen schließen und ganz konkret an eine Situation denken, in der wir uns schon mal so gefühlt haben.
  • Dann können wir in uns hineinspüren, wo das Gefühl sitzt und was es in uns auslöst.
  • Häufig führt das dazu, dass Bilder und Antworten aus dem Unterbewusstsein hochkommen.

Hinter einer solchen Blockade steckt häufig ein tieferliegendes Vertrauensproblem, das oft schon aus der Kindheit stammt. An diese alte Verletzung muss man sich herantrauen, um das Problem aufzulösen. Es kann helfen, sich die Frage zu stellen: “Wie viel Lebendigkeit erfahre ich mit dieser Art?” Denn bleiben wir verschlossen gegenüber Freund:innen, verschließen wir uns auch davor, zu erfahren, wie schön es sein kann, sich jemandem anzuvertrauen. Studien zeigen nämlich: Das Wichtigste bei einer tiefen Freundschaft ist es, in der eigenen Identität erkannt und bestätigt zu werden.

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Freundschaften eingehen und pflegen

Während es den einen schwer fällt, sich zu offenbaren, ist es für andere nicht einfach, Freundschaften langfristig zu pflegen. Neben dem Job, Hobbys und alltäglichem Stress fühlen sich Freundschaften für einige Menschen nach einer Verpflichtung an. Obwohl man die Personen sehr gern hat, vergeht einem also die Lust, sich zu melden oder zu verabreden. Aber woran liegt das?

Wenn man sich fühlt, wie oben beschrieben, kann es gut sein, dass man überangepasst ist. Wenn man ständig versucht, sich anzupassen und gemocht zu werden, statt auch mal ehrlich zu sagen, wenn man gerade nicht viel Zeit oder Kapazitäten hat, um sich zu melden, wird sich die Freundschaft leicht anstrengend und verpflichtend anfühlen. Überangepasste Menschen haben oft auch ein Bindungsproblem und brauchen viel Freiraum, weil sich für sie vieles wie eine Pflicht anfühlt. Durch den ständigen subjektiv wahrgenommenen Druck, Erwartungen erfüllen zu müssen, fühlt sich die Freundschaft an, als müsse man ständig etwas leisten.

Ein Problem mit Angst vor Ablehnung?

Überangepasste Personen merken häufig nicht direkt, wie angepasst sie eigentlich sind. In ihrem Inneren fühlt es sich zunächst eher so an, als wären sie überfordert damit oder einfach angestrengt davon, ihre Freundschaften zu pflegen. Oft steckt jedoch Angst vor Ablehnung dahinter. Denn: Sie meinen, stets alle Erwartungen des Freundes oder der Freundin erfüllen zu müssen, um nicht abgelehnt zu werden. Das erscheint berechtigterweise sehr anstrengend.

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