Beziehungen

Liebe in Zeiten der Windeln: Elternschaft und Paartherapie

Was verändert sich mit einem Baby?

Ein neues Leben zu schaffen, bildet auch einen großen Abschnitt im eigenen Leben. Neben den offensichtlichen körperlichen Veränderungen, die vor allem die Mutter durch Schwangerschaft, Geburt und potenziell das Stillen erlebt, treten auch hormonelle Veränderungen auf. Diese können sowohl die Mutter als auch den Partner oder die Partnerin beeinflussen. Bei einigen Müttern kommt es kurz nach der Geburt zum sogenannten Babyblues: eine Phase, die durch Stimmungsschwankungen gekennzeichnet ist, mit starken Gefühlen wie Angst und Trauer. Es kann auch zu postpartalen, also nach der Geburt auftretenden Depressionen kommen. Starker Schlafmangel ist jungen Eltern ebenfalls kein Fremdwort.

Der Fokus liegt ganz auf dem Kind. Das ist schön. Aber eben auch verdammt anstrengend. Darunter leidet oft die Intimität zwischen den Partner:innen und am Ende auch die Verbindung zu sich selbst. Eltern zu werden ist eine herausfordernde Zeit. Beide Partner:innen müssen sich in ihre neuen Rollen als Eltern einfinden. Dabei müssen sie mit den eigenen und den Erwartungen anderer zurechtkommen. Neben Freude und Aufregung mischt sich bei vielen jungen oder werdenden Eltern die Sorge um die Zukunft des Kindes und Gedanken um das eigene Verantwortungsbewusstsein. Werde ich ein guter Elternteil sein? Kann ich das überhaupt? Viele Eltern erleben solche Selbstzweifel. Immerhin ist es auch das allererste Mal im Leben, dass sie ein eigenes Kind haben.

In dieser Zeit voller schneller Veränderungen entstehen oft Konflikte. Vielleicht geht mein Partner ganz anders mit unserem Kind um, als ich mir das vorgestellt hatte? Die Geburt eines Kindes kann alte Geschichten aufwühlen. Man hinterfragt die Art und Weise, wie man selbst aufgewachsen ist und wie man sich wünscht, dass die eigenen Kinder aufwachsen.

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Schadet Streit meinem Kind?

Die ersten Lebensjahre sind sehr prägend und das Kind saugt alle Informationen aus der Umwelt auf, die es kriegen kann. Auch negative Stimmung und Streit werden vom Kind wahrgenommen. Dabei spielt besonders die Art und Weise, wie Eltern sich streiten, eine Rolle. Bei destruktiven Streits und Disharmonie in der Partnerschaft erleben Kinder oft eine starke emotionale Belastung. Sie sehen ihre wichtigste Bindung und ihr Sicherheitsnetz wanken, was Ängste hervorrufen kann. Kinder, die sich häufig solchen Erfahrungen ausgesetzt sehen, können Verhaltensprobleme entwickeln, wie Aggressionen oder extremen Rückzug. Auch kann es die Beziehungsfähigkeit dieser Kinder stark beeinflussen. Wir lernen die gesunden, aber eben auch die ungesunden Beziehungsmuster unserer Eltern.

Bedeutet das nun, dass Eltern sich nicht streiten dürfen? Ganz im Gegenteil! Konstruktive Streits und eine grundlegende Harmonie in der Partnerschaft haben positive Effekte auf die Kinder. Wenn Eltern als Team fungieren und gemeinsam Konflikte lösen, haben sie mehr Kraft für den Familienalltag, was eine sichere familiäre Bindung für die Kinder schafft. Sie lernen, dass Konflikte zum Leben dazugehören, und entwickeln Fähigkeiten, Konflikte konstruktiv zu klären. Es geht nicht darum, überhaupt nicht zu streiten, sondern darum, wie man richtig streitet und sich auch wieder versöhnt. Streiten muss gelernt sein! Kinder sollten lernen, dass Konflikte und ihre Auflösung Teil des Lebens sind. Dies ermöglicht es ihnen, Konflikte als normal und lösbar anzusehen. Kinder, die das nie gelernt haben, können später Konflikte mit Bindungsverlust gleichsetzen. Solchen Menschen fällt es oft schwer, sich konstruktiv zu streiten, da sie sich oder die Bindung bedroht sehen.

Wie streitet man sich richtig?

Konstruktiv streiten, alles klar, und wie zur Hölle geht das? Wie fast alles im Leben kann auch das Streiten gelernt werden. Das ist allerdings gar keine so leichte Aufgabe, vor allem wenn die Emotionen hochkochen und man sich in alten, festgefahrenen Mustern verfängt. Und wenn dann noch ein Kind in der Mitte sitzt, macht es die Sache nicht einfacher. Eine klassische destruktive Streitdynamik ist, wenn du dich nicht gesehen oder gar übergangen fühlst, deshalb wütend reagierst, woraufhin sich die andere Person zurückzieht, woraufhin du wütender wirst. Einer, am besten beide, müssen aus dem Sandkasten aussteigen und einen neuen Versuch wagen. Viele Paare suchen sich daher zur Unterstützung eine Paartherapie. Oft kann eine neutrale Instanz helfen, Abstand zu gewinnen und die Situation aus einer neuen Perspektive zu sehen.

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Woran erkennen Paare, ob eine Therapie der richtige Weg ist?

Wenn der Gedanke an eine Paartherapie in eurem Kopf herumschwirrt, ist das oft ein Zeichen dafür, dass ihr bereits erkannt habt: Etwas muss sich ändern. Die Überlegung, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, hängt davon ab, wie sehr euch die aktuelle Situation belastet und welche Erwartungen und Wünsche ihr an die Therapie hegt. Anzeichen, dass eine Paartherapie sinnvoll sein könnte, umfassen unter anderem anhaltende Kommunikationsprobleme, wiederkehrende Konflikte bezüglich der Erziehung oder der Rollenverteilung innerhalb der Familie, Schwierigkeiten, Nähe und Intimität zu bewahren, sowie das Gefühl, im Alltagsstress und unter neuen Belastungen als Eltern die Verbindung zueinander zu verlieren. Besonders wenn die Probleme schon seit einiger Zeit bestehen und keine Besserung in Sicht scheint, ist eine Therapie ein guter Versuch. Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig!

Eine Paartherapie ist oft der letzte Schritt bei Beziehungsproblemen, wenn alle anderen Versuche gescheitert sind. Das sollte sie jedoch nicht sein, denn je früher wir uns entscheiden, an der Beziehung zu arbeiten, desto eher kann sich etwas verbessern. Man muss nicht kurz vor der Scheidung stehen, bevor man sich endlich in eine Therapie traut. Es ist wichtig, sich klarzumachen, dass der Schritt zu einer Paartherapie kein Zeichen von Scheitern ist, sondern vielmehr ein Ausdruck von Stärke und dem Mut, etwas zu verändern. Wenn uns diese Beziehung wichtig ist, dann sollten wir ihr auch Platz in unserem Leben schaffen. Die Entscheidung für eine Therapie sollte gemeinsam getroffen werden, damit beide Partner:innen offen gegenüber der Therapie und Veränderungen sind. Sollte einer von euch zunächst zögern, ist es wichtig, die Gründe dafür zu verstehen und zu besprechen. Gegebenenfalls kann eine individuelle Therapie sinnvoll sein.

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Was geschieht in der Paartherapie?

In einer Paartherapie, wie zum Beispiel der emotionsfokussierten Therapie, beginnt der Prozess meist damit, gemeinsam die Kernthemen zu identifizieren, die zu Spannungen oder Konflikten geführt haben. Wieso sitzen wir nun hier? Dabei wird auch tiefer geschaut und nach zugrundeliegenden Ursachen für Konflikte gesucht. Ein zentraler Aspekt der Therapie ist es, sowohl die eigenen Bedürfnisse besser zu verstehen und diese zu kommunizieren als auch zu lernen, wie man empathisch auf die Bedürfnisse des Partners reagiert. Während der Therapie werden neue Verhaltensweisen und Lösungsstrategien nicht nur besprochen, sondern auch gezielt geübt. Generell findet ein Großteil der Therapie auch außerhalb des Therapieraums statt, mit Übungen für den Alltag.

In der Paartherapie stattet der Therapeut oder die Therapeutin die Partner:innen mit Werkzeugen aus, um gemeinsam Herausforderungen zu meistern, anstatt sie für sie zu lösen. Das Hauptziel ist dabei nicht, jeglichen Konflikt aus der Welt zu schaffen – denn Meinungsverschiedenheiten und kleinere Auseinandersetzungen sind natürliche Bestandteile jeder Beziehung. Vielmehr geht es darum, Strategien zu entwickeln, um auch in angespannten Momenten Leichtigkeit und Verständnis zu bewahren. Diese Fähigkeit, Leichtigkeit in stressigen Situationen zu finden, ist besonders für Eltern im hektischen Familienalltag von unschätzbarem Wert.

Es gibt jedoch Momente, in denen selbst die beste Paartherapie ihre Grenzen erreicht. Dies kann der Fall sein, wenn unüberbrückbare Differenzen in den grundlegenden Lebenszielen oder Wertvorstellungen vorliegen oder wenn emotionale oder körperliche Verletzungen stattfinden. Ein weiterer kritischer Punkt ist die mangelnde Bereitschaft zur Veränderung bei einem oder beiden Partner:innen. In solchen Fällen kann eine Trennung die gesündere Option sein. Es ist wichtig zu erkennen, dass nicht jede Beziehung gerettet werden kann oder sollte, besonders wenn eine der Parteien Schaden nimmt.

Wolke Sieben und was dann? 7 Fragen, die jede Beziehung stärken

Wie reagiere ich unter Stress?

Menschen folgen Mustern und diese tauchen immer wieder auf. Findet heraus, welche Anzeichen ihr bei euch und eurem Partner oder Partnerin in stressigen Zeiten bemerkt.

Wie können wir uns dabei gegenseitig unterstützen?

Besprecht, wie ihr die Bedürfnisse des anderen wahrnehmen und darauf eingehen könnt. Ein einfaches „Ich sehe dich und was du brauchst“ kann Wunder bewirken.

Wie begegnen wir uns momentan im Alltag und wie würden wir uns gerne begegnen?

Im Alltagsstress kann sich eine Beziehung leicht verlieren. Aus Romantik wird Routine.

Wie kommunizieren wir unsere Bedürfnisse und Wünsche klar?

Wenn wir unsere Bedürfnisse und Wünsche nicht offen äußern, ist es schwer, diese umzusetzen. Unser:e Partner:in ist keine Hellseher:in. So können Missverständnisse vermieden und gemeinsam Lösungen gefunden werden.

Wie gehen wir mit Meinungsverschiedenheiten und Konflikten um?

Streit gehört in jede Beziehung, tut sogar gut! Wir haben nicht immer dieselbe Meinung und müssen das auch nicht haben. Es geht vielmehr darum, zu lernen, konstruktiv miteinander umzugehen. Das stärkt die Beziehung, statt sie zu belasten.

Wie balancieren wir unsere Rollen als Partner:innen und Eltern aus?

Besprecht, wie ihr sicherstellt, dass neben der Elternrolle eure Partnerschaft nicht untergeht. Plant euch zum Beispiel regelmäßige „Wir-Zeiten“ ein.

Bin ich in Streitsituationen die Person, mit der ich gerne zusammen wäre?

In Konfliktsituationen ist es wichtig, sich selbst zu reflektieren und zu fragen, ob man sich so verhält, wie man es sich vom Partner wünschen würde. Diese Selbstreflexion kann helfen, den eigenen Anteil in Konflikten zu sehen.

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Love Box – Anleitung zum Lieben

Eine kleine Übung zum Schluss. Gönnt euch als Paar einen Moment der Ruhe, schnappt euch einen schönen Behälter, etwas Papier und einen Stift. Denkt darüber nach, auf welche Weise jede:r von euch dem anderen zeigen kann, dass er oder sie gesehen wird und wichtig ist. Jede:r schreibt seine Gedanken und Vorschläge auf fünf Zettel.

Die Idee dahinter: Jeden Tag zieht einer von euch zufällig einen Zettel aus der Love Box und bringt die darauf notierte Geste in den Alltag ein. Es geht darum, den Worten Taten folgen zu lassen und so mehr Wertschätzung auf kreative und neue Art in den Alltag und die Beziehung zu bringen.

Dieses kleine Ritual zeigt, dass Liebe in den kleinen Dingen liegt und dass jeder Tag eine neue Chance für Veränderung ist.

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Beziehungen sind der Dreh- und Angelpunkt unseres Lebens. Wünschst du dir ein harmonisches Miteinander, aber gleichzeitig auch, besser für dich und deine Bedürfnisse einzustehen? Dann könnte der Online-Kurs „Beziehungen auf Augenhöhe“ von der Stefanie Stahl Akademie genau das Richtige für dich sein. Lerne auch in schwierigen Situationen, gleichberechtigt zu kommunizieren. Hier findest du weitere Informationen zum Kurs:

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Vertrauen wieder aufbauen – wie es gelingt

„Im Leben braucht man nur Ungewissheit & Vertrauen. Dann ist der Erfolg gesichert.“

Mark Twain

Wie schnell wir einer fremden Person vertrauen, hängt von vielen Faktoren ab, wie beispielsweise von unseren bisherigen Beziehungserfahrungen. Vertrauen ist dabei die Basis von tieferen sozialen Beziehungen. Ohne Vertrauen würde unsere ganze Gesellschaft nicht funktionieren. Vertrauen bringt aber auch ein gewisses Risiko und eine Verletzlichkeit mit sich. Ist es einmal gebrochen, ist es gar nicht so leicht wiederherzustellen. Und manchmal ist sogar fraglich, ob wir erneut Vertrauen zu einer Person aufbauen wollen, die uns sehr enttäuscht hat.

Warum ist Vertrauen wichtig für Beziehungen?

Vertrauen ist entscheidend für eine langfristige Bindung, denn Vertrauen schafft die notwendige Grundlage für die Entwicklung von Intimität in Beziehungen. Es ermöglicht den Partner:innen, sich emotional zu öffnen. Vertrauen sorgt für Stabilität und bietet ein Gefühl von Sicherheit. In vertrauensvollen Beziehungen können die Partner:innen offen miteinander kommunizieren. Sie teilen Bedenken, Wünsche und Gefühle, ohne Angst vor Verurteilung. Auch Konflikte lassen sich besser bewältigen. In vertrauensvollen Beziehungen halten die Partner:innen ihre Zusagen ein. Die Verbindlichkeit, die durch Vertrauen entsteht, schafft eine zuverlässige Basis für die Partnerschaft und gemeinsame Ziele.

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Woher kommt unser Vertrauen?

Unsere bisherigen Erfahrungen in Beziehungen beeinflussen maßgeblich, wie schnell wir Vertrauen zu neuen Menschen aufbauen. Dabei bestimmen die ersten Lebensjahre, ob wir tendenziell Vertrauen in die Welt und die Menschen um uns herum entwickeln oder nicht.

Urvertrauen ist ein von dem Psychologen Erik H. Erikson eingeführter Begriff, der die innere emotionale Sicherheit beschreibt, die ein Kind in den ersten Lebensmonaten aufbaut. Ein Neugeborenes ist darauf angewiesen, versorgt zu werden, und diese Erfahrungen fördern das Vertrauen gegenüber den primären Bezugspersonen. Es ist wichtig, dass Kinder sowohl Vertrauen als auch Misstrauen erleben, wobei eine stärkere Entwicklung des Vertrauens entscheidend ist.

Die Bindungstheorie des Psychiaters John Bowlby unterstreicht ebenfalls die weitreichenden Auswirkungen der Erfahrung von Zuverlässigkeit in der Kindheit auf unsere psychische Entwicklung. Nach dieser Theorie ist eine sichere Bindung zwischen einem Kleinkind und seiner primären Bezugsperson entscheidend, um im Erwachsenenalter stabile Beziehungen aufzubauen.

Was entscheidet darüber, ob wir Vertrauen zu einer Person aufbauen?

Die Faktoren, die darüber entscheiden, ob wir Vertrauen zu einer Person aufbauen, sind vielfältig und werden durch unterschiedliche Aspekte beeinflusst. Insbesondere bei (noch) fremden Personen spielen verschiedene Elemente eine Rolle.

Konsistentes Verhalten, das frei von Widersprüchen ist, bildet eine entscheidende Grundlage für das Vertrauensverhältnis. Menschen neigen dazu, Vertrauen aufzubauen, wenn das Verhalten der anderen Person vorhersehbar und verlässlich ist.

Vertrauenswürdige Menschen zeichnen sich oft durch große Empathie, Mitgefühl und eine starke Hilfsbereitschaft aus. Diese Eigenschaften schaffen eine emotionale Verbindung und tragen dazu bei, Vertrauen zu stärken.

Positive Erfahrungen in der Interaktion mit einer Person fördern das Vertrauensverhältnis. Wenn wir angenehme Begegnungen und kooperative Interaktionen erleben, neigen wir dazu, Vertrauen aufzubauen.

Das äußere Erscheinungsbild spielt ebenfalls eine Rolle. Studien zeigen, dass wir Menschen, die uns ähnlich sehen, eher vertrauen. Die Theorien hinter diesem Faktor gehen davon aus, dass Menschen sich selbst wahrscheinlich eher als vertrauenswürdig einschätzen. Wenn uns jemand sehr ähnlich sieht, scheint die Person folglich auch vertrauenswürdiger zu sein. Aus einer optischen Ähnlichkeit wird also auf eine Ähnlichkeit in Werten und Moral geschlossen.

Insgesamt sind Vertrauensentscheidungen komplexe Prozesse, die auf einer Vielzahl von persönlichen Erfahrungen, Beobachtungen und kognitiven Bewertungen basieren. Durch positive Interaktionen, konsistentes Verhalten und gemeinsame Werte können Beziehungen gestärkt und Vertrauen aufgebaut werden.

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Woran erkennt man, ob man einer Person nach einem Vertrauensbruch wieder vertrauen sollte?

Dafür gibt es nie eine Garantie. Ein paar gute Anzeichen können sein, dass die andere Person den Fehler einsieht, Geduld hat, Empathie für den Schmerz der betrogenen Person zeigt und ihr aktiv Sicherheit gibt. Wenn du zu dem Schluss kommst, dass du einer Person nach einem Vertrauensbruch nicht länger vertrauen möchtest, hat das gleichermaßen seine Berechtigung, wie der Wunsch, daran zu arbeiten.

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Wie kann man Vertrauen wieder aufbauen?

Wenn das Vertrauen zu einer Person gebrochen wurde, ist es möglich, es wieder aufzubauen, indem sowohl die Person, die das Vertrauen gebrochen hat, als auch die betroffene Person bestimmte Schritte unternehmen.

Die Person, die das Vertrauen gebrochen hat, sollte Geduld zeigen und ein tiefes Verständnis für den Schmerz der anderen Person entwickeln. Empathie ist entscheidend, um die Emotionen des Betroffenen nachzuvollziehen. Zuverlässigkeit und Beständigkeit ist unerlässlich, um wieder Vertrauen aufzubauen, ebenso wie die Einsicht in die eigenen Fehler und die Bereitschaft, Verhaltensweisen zu ändern. Zusätzlich kann es hilfreich sein, zu hinterfragen, warum man den Vertrauensbruch begangen hat und das Thema aufzuarbeiten.

Auf der Seite der vom Vertrauensbruch betroffenen Person ist der Wunsch, der anderen Person wieder vertrauen zu wollen. Selbstvertrauen und Geduld mit sich selbst sind ebenso wichtig wie die Fähigkeit, den Schmerz zuzulassen, ohne in Selbstmitleid zu verfallen, sondern mit Selbstmitgefühl zu reagieren. Es ist entscheidend, sich dem Schmerz nicht zu entziehen, sondern alle Gefühle, auch unangenehme wie Wut und Trauer, zuzulassen. Die langfristige Unterdrückung dieser Emotionen wird nicht förderlich sein. Die Akzeptanz unangenehmer Gefühle ist daher unumgänglich, um einen ersten Schritt in Richtung Heilung zu machen.

Geduld ist eine weitere essenzielle Eigenschaft, da der Aufbau von Vertrauen Zeit benötigt. Positive Erfahrungen müssen sich ansammeln und zu einem umfassenden Gefühl von Vertrauen führen. Ein Vertrauensbruch kann als Wunde betrachtet werden, die über die Zeit heilen muss.

Es ist wichtig, sich zu fragen: Warum möchte ich wieder vertrauen? Das Verstehen dieser Hintergründe kann dazu beitragen, auch den Wunsch nach Wiederaufbau des Vertrauens nachvollziehen zu können. Hierbei spielt die Auseinandersetzung mit bisherigen Beziehungserfahrungen und dem eigenen Urvertrauen eine entscheidende Rolle. Eine Reflexion über die Ursprünge von Misstrauen in der eigenen Lebensgeschichte ist hilfreich, um festzustellen, ob es ein generelles Thema ist. Des Weiteren sollte man überlegen, ob es sich wirklich um Misstrauen in die andere Person handelt oder ob eigene Selbstzweifel eine Rolle spielen.

Man sollte sich nicht mit dem „Warum?“ quälen, wie etwa: „Warum hat sie mich belogen?“ oder ähnliche Fragen. Durch diese Art der Selbstbefragung vertieft man sich nur weiter in das Problem und findet oft keine wirkliche Lösung für die Situation. Die Frage nach dem Warum kann von niemandem, und oft nicht einmal von den verantwortlichen Personen selbst, vollständig beantwortet werden.

Stattdessen kann man sich fragen, welche rationalen Gründe es dafür gibt, Vertrauen zu können und welche, es nicht zu tun. Falls das Misstrauen trotz fehlender rationaler Gründe hartnäckig ist, kann man sich fragen: Welche Funktion erfüllt mein Misstrauen?

Die Frage nach Vergebung stellt sich ebenfalls. Es ist wichtig zu klären, ob Vergebung notwendig ist oder ob eine klare Abgrenzung statt Vergebung angemessener ist, insbesondere bei schweren Vertrauensbrüchen.

Wozu dient Misstrauen?

Misstrauen kann je nach Person verschiedene Funktionen erfüllen. Bei hartnäckigem Misstrauen kann es sich lohnen, die individuelle Funktion zu hinterfragen. Allgemein ist ein häufiger Grund, dass es ein Gefühl von Kontrolle vermittelt. Das Gegenteil von Kontrolle ist Vertrauen. Misstrauen dient dazu, uns vor Enttäuschungen zu schützen.

Wie kann man Vertrauensprobleme erkennen?

Es können unterschiedliche Dinge in Frage kommen. Zum einen könnte ein Verhalten, das nach Vertrauensproblemen aussieht, in Wirklichkeit mit eigenen Selbstzweifeln und Glaubenssätzen wie „Ich bin nicht wertvoll genug“ zusammenhängen. In diesen Fällen trägt der/die Partner:in keine Schuld an den Selbstzweifeln, kann jedoch unterstützen, an deren Überwindung zu arbeiten.

Auf der anderen Seite gibt es Verhaltensweisen, wie beispielsweise Aggressionen dem/der Partner:in gegenüber oder distanziertes Verhalten, die zwar nicht direkt nach Vertrauensproblemen aussehen, im Grunde jedoch auf Misstrauen zurückzuführen sind. Vertrauensprobleme können somit in unterschiedlichen Formen zum Ausdruck kommen.

Häufig manifestieren sich Vertrauensprobleme in Form von Verlustangst (Klammern), Bindungsangst (distanziertes Verhalten), Kontrollzwängen, Eifersucht oder einem starken Beschützerinstinkt. Es ist wichtig zu erkennen, dass diese Verhaltensweisen oft tiefgehende Wurzeln haben und eine differenzierte Herangehensweise erfordern.

Was hat das Vertrauen in andere mit Selbstvertrauen zu tun?

Vertrauen in andere und Selbstvertrauen sind eng miteinander verknüpft und spielen auf verschiedenen Ebenen eine entscheidende Rolle. Fremdvertrauen bezieht sich darauf, einer anderen Person zu vertrauen. Es geht darum, davon auszugehen, dass diese Person zuverlässig ist und positive Absichten hat. Selbstvertrauen bedeutet, sich selbst zu vertrauen, insbesondere die Gewissheit zu haben, dass man einen Vertrauensbruch überstehen kann. Hierbei spielt die Akzeptanz der Tatsache, dass es keine Garantie für dauerhaftes Vertrauen gibt, eine wesentliche Rolle.

Misstrauen kann oft als Vertrauensproblem getarnte Selbstzweifel widerspiegeln. Das Gefühl, nicht wertvoll genug zu sein, kann zu Unsicherheiten in der Beziehung führen. In solchen Fällen neigt man dazu, die Schuld für diese Unsicherheiten dem Partner zuzuschreiben, was zu Misstrauen führen kann.

Selbstvertrauen hat einen entscheidenden Einfluss auf das Vertrauen in andere. Nur wenn man sich selbst vertraut und ein gesundes Selbstwertgefühl hat, ist man eher bereit zu glauben, dass man es wert ist, dass andere in einen investieren. Ein starkes Selbstvertrauen bildet somit die Grundlage für gesunde zwischenmenschliche Beziehungen.

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Ist Vertrauen eine Entscheidung?

Deine bisherigen Beziehungserfahrungen, angefangen in der frühen Kindheit bis zu späteren Beziehungen, spielen eine bedeutsame Rolle und prägen deine Einstellung. Wenn du negative Erfahrungen gemacht hast, möchtest du dich durch Misstrauen schützen. Trotzdem, als erwachsene und reflektierte Individuen, haben wir die Fähigkeit, mutig zu sein und anderen Menschen zu vertrauen, selbst wenn wir in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht haben. Dies gilt insbesondere dann, wenn es rationale Gründe für das Vertrauen gibt.

Resilienz und die Existenz von Ressourcen im sozialen Umfeld können dafür sehr unterstützend sein. Es geht auch darum, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und zu verstehen, wie sie in Beziehung zu den Erfahrungen der Vergangenheit stehen.

Insgesamt zeigt dies, dass wir trotz vorangegangener schlechter Erfahrungen die Möglichkeit haben, bewusst zu handeln. Es ist wichtig, die eigenen Ressourcen zu nutzen und sich der verschiedenen psychischen Bedürfnisse bewusst zu sein, um in Beziehungen Vertrauen zu finden.

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Fällt es dir schwer Beziehungen einzugehen oder dich so richtig auf andere einzulassen? Bindungsangst ist ein weit verbreitetes Phänomen, das sich durch übermäßige Anpassung oder sehr freiheitsliebendes Verhalten äußern kann. Wenn du dich in diesen Worten wiederfindest und daran arbeiten möchtest, könnte der Kurs „Bindungsangst überwinden“ der Stefanie Stahl Akademie etwas für dich sein. Schau doch mal vorbei!

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So erlebt ihr Liebeskummer: Ergebnisse aus Stefanie Stahls Instagram Umfrage

Hattest du schon einmal Liebeskummer? Wie lange ist dein letzter Herzschmerz her? Und wie lange hat es gedauert, diesen zu überwinden? Was hat dir dabei geholfen, deinen Liebeskummer loszuwerden?

Es ist eine dieser tiefgreifenden Erfahrungen, die fast jeden von uns mindestens einmal im Leben trifft: ein gebrochenes Herz.

Unsere Umfrage auf Instagram hat dies mehr als bestätigt: 97 Prozent von euch haben Liebeskummer schon einmal am eigenen Leibe gespürt. Das sind bei 1.700 Teilnehmenden immerhin 1.649 Menschen.

Schauen wir einmal genauer hin, ergab sich folgendes Bild:

  • Die Hälfte von euch fühlte den Schmerz der unerwiderten oder verlorenen Liebe erst im letzten Jahr.
  • 10 Prozent von euch durchlebten dieses emotionale Tief vor zwei Jahren.
  • Für 13 Prozent liegt das letzte Mal drei bis vier Jahre zurück.
  • 27 Prozent können auf eine herzschmerzfreie Zeit von mehr als fünf Jahren zurückblicken.

Ein Drittel der Teilnehmenden gab an, sogar aktuell inmitten des Gefühlschaos zu stehen. Das sind 578 Menschen, die gerade versuchen, ihren Liebeskummer zu überwinden. Vielleicht ein kleiner Trost für dich, solltest auch du momentan unter Liebeskummer leiden: Du bist nicht allein.

Vielleicht fragst du dich: Wie lange wird dieser Schmerz anhalten?

Unsere Umfrage zeigt:

  • Ein halbes Jahr Liebeskummer war für 50 Prozent die Norm.
  • 28 Prozent mussten sich durch ein ganzes Jahr voller Gefühle kämpfen.
  • Für 16 Prozent schien der Herzschmerz endlos und dauerte bis zu zwei Jahren.
  • Mehr als zwei Jahre einer Liebe nachzutrauern, war für fünf Prozent der Fall.

Du siehst also, es kann für jeden unterschiedlich lange dauern. Dabei spielt weniger die Länge der Beziehung eine Rolle, sondern eher die Intensität der Verbindung.

Liebeskummer Statistik
Ergebnisse der Instagram Umfrage zu Liebeskummer bei 1.700 Teilnehmenden.

Aber ab hier kommt die Ermutigung: Denn wir haben auch gefragt, was euch am besten dabei geholfen hat, euren Liebeskummer zu überwinden. Ihr habt großartige Strategien mit uns geteilt:

  • Ablenkung und der Blick nach vorn
  • Abstand zum/ zur Ex wahren
  • Sich mit lieben Menschen umgeben
  • Die Zeit nutzen, um sich selbst zu reflektieren und zu wachsen
  • Bedachtsame Selbstliebe und das Lesen inspirierender Bücher
  • Psychologisches Hintergrundwissen, z.B. durch Psychologie-Podcast wie „So bin ich eben“
  • Den Fokus aufs innere Kind legen
  • Sich der Kunst und Musik hingeben
  • Sich neuen oder alten Hobbys widmen
  • Coaching in Anspruch nehmen

Einigen von euch hat eine therapeutische Begleitung dabei geholfen, den Liebeskummer zu überwinden. Auch wir glauben, dass es manchmal hilfreich sein kann, sich neben der Zuwendung von Freunden und Familie noch professionelle Hilfe zu holen. Denn auch heute noch wird Liebeskummer eher belächelt, als dass die Auswirkungen auf die menschliche Psyche in ihrer ganzen Tragweite ernst genommen werden.

Aber was soll man tun, wenn der Herzschmerz akut ist, aber keine therapeutische Hilfe in greifbarer Nähe?

Aus diesem Grund haben wir den Online-Kurs „Liebeskummer überwinden“ für euch entwickelt. Dieser Kurs ist für all diejenigen, denen es schwerfällt loszulassen, deren Gedankenkarussell nicht anhalten will und die es leid sind, dieser einen Liebe nachzutrauern.

Wie Frauen und Männer Liebeskummer wahrnehmen

Laut Statistiken verschiedener Dating Plattformen sind häufige Gründe für Trennungen:

  • Die Partner leben sich auseinander
  • Gefühle sind nicht stark genug oder fehlen
  • Partner empfinden sich als zu unterschiedlich
  • Fremdgehen
  • Ungleiches Verhältnis von Geben und Nehmen
  • Bedürfnisse nach Freiraum und Nähe scheinen nicht vereinbar oder werden nicht respektiert
  • Kommunikationsprobleme – man könne nicht angemessen miteinander reden

…Nur um ein paar Gründe zu nennen.

Letztlich führt jeder dieser Problematiken zur wohl häufigsten Begründung einer Trennung – einer der Partner sei unglücklich in der Beziehung.

Ob ein Mensch nach der Trennung eines geliebten Menschen unter Liebeskummer leidet, eine Art inneren Schmerz empfindet, kann unabhängig von der Dauer einer Beziehung bestimmt werden.
Liebeskummer kann nach vielen Jahren Ehe, nach einer festen Beziehung oder nach einem kurzweiligen Zusammensein entstehen. Das Gefühl des Verlustes dieser einen Person, die zuvor einen besonderen Platz im Herzen und Leben einnahm, kann sich herzzerreißend anfühlen.
Einige Menschen leiden dabei nicht nur still für sich, sondern kann sich ein solcher Liebeskummer auch physisch bemerkbar machen, z.B. durch Schlafstörungen, Appetitlosigkeit oder Panikattacken.

Frauen leiden dabei statistisch gesehen etwas länger unter einer Trennung mit durchschnittlich 12,8 Monaten. Männer geben an, nach ca. 11,9 Monaten über den/die Expartner:in hinweg zu sein. Doch auch wenn die Trennung auf einer einvernehmlichen Basis beschlossen wurde, bleiben jene Expartner:innen von einem Trennungsschmerz nicht ausgeschlossen. Diese Gruppe gibt an, noch ca. 10,5 Monate unter der Trennung gelitten zu haben, auch wenn beide Partner:innen die Trennung befürworteten.

Frauen leiden also länger unter dem Trennungsschmerz, doch leiden sie auch intensiver?

An der britischen Universität in Lancaster sind Psychologen den emotionalen Schmerzen, die durch Beziehungsprobleme verursacht werden, auf den Grund gegangen. Dafür erforschten sie in anonymen Online-Foren das emotionale Leiden von insgesamt 184.000 Männern und Frauen. Sie analysierten das Geschriebene der Männer und Frauen zum Thema Liebeskummer und konnten so statistisch nachvollziehen, wie intensiv diese emotionalen Schmerzen wahrgenommen werden. Dabei fielen vermehrt Begriffe wie: Weinen, Liebeskummer, gebrochenes Herz, Bedauern, Trennung – gleichermaßen von Frauen und Männern.

Dem Stereotyp zufolge würden Männer weniger unter einem „gebrochenen Herzen“ leiden. Doch liegt es vielleicht nur daran, dass sie weniger darüber sprechen?

Laut der forschenden Psychologen ergab sich nämlich genau das Gegenteil des Stereotyps: Männer scheinen intensiver unter Liebeskummer zu leiden als Frauen. Sie würden ihre Probleme und ihr Leiden stärker in den Online-Foren thematisieren als Frauen. Ebenfalls würden Männer häufiger online nach Hilfe suchen, um ihren Schmerz zu lösen. Ein anzunehmender Grund ist eine verstärkte Zurückhaltung der Männer im direkten, persönlichen Austausch mit nahestehenden Personen, weshalb sie den anonymen Weg in den Online-Foren wählen.

Treffen diese Forschungsergebnisse auch auf euch zu oder nehmt ihr Liebeskummer anders wahr? Um auf diese Frage eine Antwort zu bekommen, hat das Team der Stefanie Stahl Akademie rund 1700 Follower:innen anonym befragt. Es kamen super spannende Ergebnisse dabei heraus. Die Ergebnisse erfahrt ihr in dem nächsten Blogbeitrag, der ganz bald herauskommt.

Kommen wir nun zur Lösung des Problems – Wie können wir Liebeskummer überwinden?

Der neueste Online-Kurs „Liebeskummer überwinden“ richtet sich an all die, für die Liebeskummer immer wieder ein Thema ist, die aktuell daran leiden oder sich präventiv schützen wollen.

Ist Liebe eine Entscheidung?

Social Media, Liebeslieder und Disneyfilme: Viele von uns sind mit der Vorstellung aufgewachsen, dass die Liebe eigentlich ein Selbstläufer ist, sobald wir unseren Prinzen oder unsere Prinzessin auf dem weißen Ross gefunden haben. Wir lernen, dass die “große, wahre Liebe” immer einfach und von totaler Harmonie geprägt sein muss – und natürlich für immer andauert. In dieser Vorstellung ist Liebe also etwas, das uns gewissermaßen passiv widerfährt. Nicht nur die eigene Erfahrung vieler von uns, sondern auch berühmte Psycholog:innen wie Esther Perel, John Gottman oder Jens Corssen widersprechen diesem Bild jedoch deutlich: Sie sagen vielmehr, dass Liebe Arbeit erfordert, anstrengend sein kann – und man sich immer wieder aktiv für sie entscheiden muss.

Aber was bedeutet das für uns? Welche Rolle spielen Gefühle, wie können wir uns denn für die Liebe entscheiden – und was ist Liebe überhaupt?

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Liebe und Verliebtheit

Erstmal ist es wichtig, zwischen Liebe und Verliebtheit zu unterscheiden. Die beiden sind nämlich schon rein körperlich zwei verschiedene Phänomene: Verliebtsein ist ein hormoneller Sonderzustand, der evolutionär gesehen den Zweck hat, sich die andere Person zu sichern, sie also an sich zu binden. Während der Verliebtheitsphase werden Adrenalin (ein Stresshormon) und Dopamin (das Hormon des Verlangens) ausgeschüttet, die uns dazu motivieren, uns das Objekt der Begierde endlich zu erobern und “dingfest zu machen”. Alles, was potenziell negativ sein könnte, blenden wir aus, der oder die potenzielle Partner:in scheint uns absolut perfekt und Konflikte sind in dieser Beziehungsphase ein Fremdwort.

Dabei vergessen wir ganz oft, dass Liebe aber eigentlich der Zustand ist, der danach folgt: Sie spielt sich in anderen Gehirnregionen ab, die Ausschüttung von Dopamin und Adrenalin sinkt und stattdessen wird das Bindungshormon Oxytocin sowie verschiedene Glückshormone ausgeschüttet. Während die Verliebtheitsphase von viel Aufregung und Leidenschaft, aber auch Unsicherheit geprägt ist, stellt sich bei der Entwicklung von Liebe ein Gefühl von Ruhe und Sicherheit ein. Gleichzeitig scheint die Welt – und unser Partner bzw. unsere Partnerin – nicht mehr so rosarot wie zuvor, und es entsteht auf einmal Raum für Konflikte.

Die gute Nachricht ist: Diese Entwicklung ist total normal und lässt sich in einer verbindlichen, längeren Beziehung auch nicht vermeiden. Vielmehr gibt es uns eine Gelegenheit, uns zu überlegen, ob die Beziehung wichtig genug ist, um an ihr festzuhalten, an ihr zu arbeiten und uns immer wieder unserem Partner oder unserer Partnerin zuzuwenden. Wer ständig auf der Suche nach der Aufregung und Leidenschaft vom Anfang ist, wird zwar ständig auf Wolke 7 schweben – aber auch nicht darüber hinaus kommen. Wer sich dafür entscheidet, sich von der Illusion der märchenhaften Liebe zu trennen, entscheidet sich aber gleichzeitig dafür, eine Haltung einzunehmen, die eine verbindliche, langfristige – und liebevolle – Beziehung ermöglicht.

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Was muss ich tun, um lieben zu können?

Die Forschung der Paar- und Familienpsychologie zeigt, dass es drei wichtige Komponenten gibt, die eine “liebesbejahende Haltung” begünstigen.

Selbstliebe

Der Psychologe Jens Corssen sagt: “Solange man eine Person braucht, kann man sie auch nicht lieben”. Er bezeichnet die Liebe zu sich selbst sozusagen als das Fundament der Liebe zu anderen Personen. Wer nämlich insgeheim davon überzeugt ist, nicht liebenswert zu sein, wird automatisch davon ausgehen, dass die andere Person das ebenso sieht. Das führt oft dazu, dass man in ständiger Angst lebt, nicht gut genug für die andere Person zu sein und von ihr die konstante Bestätigung braucht, dass sie einen wirklich liebt. So entwickelt sich eine einseitige Abhängigkeit, bei der man von der anderen Person erwartet, dass sie die eigenen Defizite im Selbstwert ausgleicht.

Statt ein Partner oder eine Partnerin im wahrsten Sinne des Wortes zu sein, wird das Gegenüber dann viel mehr zum “Kompensator” persönlicher Unsicherheiten. So kann einerseits keine Beziehung auf Augenhöhe stattfinden, andererseits übertragen wir unserem Partner oder unserer Partnerin damit auch Verantwortung, die nicht zu ihm oder ihr gehört.

Ja zur Beziehung sagen

Wenn wir eine langfristige, verbindliche und erfüllende Beziehung führen wollen, ist es essenziell, dass wir uns auch richtig auf unser Gegenüber einlassen. Das bedeutet, aktiv Ja zur Beziehung zu sagen: Das Fortbestehen und Gelingen der Beziehung bewusst zur Priorität machen und diese auch gegen Hürden und Ablenkungen verteidigen.

Ja zum Gegenüber sagen

Sich für eine verbindliche Beziehung zu entscheiden bedeutet auch aktiv Ja zu unserem Partner oder unserer Partnerin zu sagen – und zwar so, wie er oder sie ist. Statt also ständig zu versuchen, unser Gegenüber zu ändern und es unseren eigenen Erwartungen anzupassen, sollten wir akzeptieren, dass unser Partner oder unsere Partnerin eine eigenständige Person ist, die anders ist – und anders sein darf – als wir selbst.

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Kann man dann jeden und jede lieben?

Wenig überraschend lautet die Antwort: Nein. Die beschriebene Haltung ermöglicht es einem, sich für eine Liebesbeziehung mit einer bestimmten Person zu öffnen. Trotzdem gibt es einige Faktoren, die die Kompatibilität zweier Menschen stark einschränken können, zum Beispiel sehr unterschiedliche Zukunftsvorstellungen oder schwerwiegende Belastungen in einer Beziehung.

Fazit – ist Liebe also wirklich eine Entscheidung?

Zusammengefasst ist Liebe zwar nicht nur eine Entscheidung, sondern auch ein Gefühl, das für viele die Grundlage für eine langfristige Partnerschaft ist. Trotzdem kann eine bewusste, aktive Haltung zur Liebe die Entwicklung dieses Gefühls unterstützen oder überhaupt erst ermöglichen.

Lieben ist also auch eine Fähigkeit, die wir lernen und in der wir besser werden können. Wir müssen nicht passiv darauf warten, dass uns die perfekte Liebe überfällt – wir können uns aktiv dafür entscheiden, sie wachsen zu lassen.

Trennung verarbeiten – wie kann ich endlich loslassen?

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Im Gehirn werden nach Trennungen ähnliche Areale wie nach einem Trauerfall aktiviert. Der Unterschied zum Trauern ist aber die Unwiderruflichkeit des Todes, während bei Trennungen teilweise erleichternd, aber vor allem erschwerend immer wieder Hoffnung dazwischenfunkt, die alte Beziehung wiederherstellen zu können. Zudem wurde in Studien nachgewiesen, dass sich Liebesentzug ähnlich wie Kokain- oder Drogenentzug auf den Körper und die Psyche auswirkt. Liebeskummer nach einer Trennung beläuft sich im Schnitt auf ein Jahr, während zumindest die Entgiftung und körperliche Abhängigkeit nach einem Drogenentzug mit ein bis zwei Wochen deutlich schneller vorbei sind.

Die Lösung dieses Schlamassels ist für uns aber trotzdem nicht, uns ab jetzt nicht mehr zu trennen: Der Kummer wird irgendwann vergehen und danach folgt ein Neuanfang. Um euch mit dem Umgang mit Trennungen zu unterstützen, haben wir hier zusammengetragen, wieso Trennungen so weh tun, welche Phasen wir dabei durchlaufen und was wir tun können, um uns das alles zumindest nicht noch schwerer zu machen.

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Wieso tut Trennung so weh?

Trennung bedeutet immer, etwas Altes und Gewohntes loslassen zu müssen. Das ist mit Schmerzen verbunden, da wir soziale Zurückweisung und Ablehnung erfahren, die zu unseren evolutionären Grundbedürfnissen gehören. Außerdem werden wir aus unserer Komfortzone geschmissen oder dazu gezwungen, diese zu verlassen. Unbekanntes macht den meisten Menschen Angst, weil sie plötzlich Kontrolle abgeben müssen. Der Kontrollverlust schmerzt vor allem diejenigen, von denen sich getrennt wurde, weil ihnen etwas passiert, das sie nicht wollen und wogegen sie sich nicht wehren können.

Aus diesem Grund wird auch oft nach einer Erklärung für die Trennung gesucht. Haben wir Gewissheit, dass es einen bestimmten Grund dafür gibt, schenkt uns das ein bisschen Sicherheit. Wir können also versuchen, die eigenen Anteile, die zur Trennung geführt haben, in der jetzigen oder nächsten Beziehung zu ändern.  Zum Problem wird diese Suche nach der eigenen Schuld, aber für unser Selbstwertgefühl. Werden wir verlassen, leidet unser Selbstwert sehr stark.

Suchen wir dann auch noch den Fehler bei uns selbst, setzt das nochmal eine Schippe drauf. Und als wäre das noch nicht genug, gibt es ja auch Fälle, bei denen wir wegen neuen Partner:innen verlassen werden, was ebenfalls eine große Kränkung des Selbstwertgefühls darstellt. Psychologisch verbirgt sich dahinter, dass wir gelernt haben, unseren Selbstwert durch andere Menschen zu sehen wie durch einen Spiegel. Wir denken also, wir sind etwas wert, wenn andere sich uns gegenüber nett verhalten. Andersherum fühlen wir uns weniger wert, wenn wir Ablehnung erfahren. Da eine Trennung so ungefähr die größte Ablehnung ist, die einem passieren kann, könnt ihr euch ja denken, wie es unserem Selbstwert damit geht.

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5 Phasen einer Trennung

Leugnung

Zuerst wollen wir gar nicht wahrhaben, was passiert ist. Wir leugnen, dass die andere Person sich entliebt hat oder uns aus anderen Gründen nicht mehr als Partner:in haben will. Dadurch ist noch viel Hoffnung auf ein Comeback der Beziehung vorhanden. Was jetzt erstmal kontraproduktiv klingt und es auch werden kann, wenn man sich zu lange in dieser Phase aufhält, hat zu Anfang eine Schutzfunktion. Wenn wir gleich alle schmerzhaften Gefühle zulassen würden, wäre das kaum oder auch gar nicht aushaltbar. Über die Verleugnung dosieren wir die Gefühle, damit nicht der ganze Schmerz auf einmal auf uns einprasselt. Und to be honest: Gefühle sind auch dosiert noch schlimm genug.

Inneres Gefühlschaos

Irgendwann realisieren wir, was eine Trennung wirklich bedeutet. Die Hoffnung lässt nach und es wirken vor allem die schmerzhaften Gefühle. Besonders Wut und Trauer kommen zum Vorschein. Oft tauchen auch Rachegefühle auf und wir wollen unsere:n Ex-Partner:in an unserem Schmerz teilhaben lassen oder ihn/sie bestrafen. Tun wir das, geht es uns allerdings danach noch schlechter, wenn uns klar wird, was wir angerichtet haben. Vor allem unser Bedürfnis nach Bindung ist durch den Verlust frustriert, wodurch wir uns traurig und ängstlich fühlen. Das kann bis hin zur Verzweiflung darüber führen, wie wir unser Leben ohne die andere Person weiterführen und gestalten sollen. Dadurch entsteht der Wunsch, die alte Situation wiederherzustellen, womit wir uns schon in der nächsten Phase befinden.

Rettungsversuche

Um aus dem Gefühl der Hilflosigkeit herauszukommen, versuchen wir die Beziehung doch noch zu retten. Das bedeutet, wir fragen uns, ob die Trennung ein Fehler war und was wir tun können, um sie wieder aufzunehmen. Manche führen dann genau das aus, was sie als hilfreich erachten. Problematisch dabei ist die Idealisierung des/der Expartner:in. Auf einmal scheinen die sonst so präsenten Probleme in der Beziehung doch gar nicht mehr so bedeutsam und die „nervigen“ Eigenschaften der anderen Person doch gar nicht so schlimm. Die Rettungsversuche rauben sehr viel Energie und vor allem die noch oder wieder bestehende Hoffnung erschwert das Loslassen. Bemerken wir dann, dass die Rettungsversuche ins Nichts laufen, folgt das emotionale Tief.

Emotionales Tief

Diese Phase kann erstmal wie ein Rückschritt wirken, weil sie sich durch das Annehmen der Gefühle und die dadurch große Traurigkeit und Hoffnungslosigkeit nochmal sehr schmerzhaft anfühlt. Aber so werden die vorher verdrängten Gefühle an die Oberfläche geholt und können verarbeitet werden. Das ist allerdings leichter gesagt als getan. Das emotionale Tief, in das wir uns begeben, fühlt sich wie eine Art Depression an. Diese kann sich auch in körperlichen Beschwerden äußern, wie Appetitlosigkeit, Schlafproblemen, Antriebslosigkeit oder mangelnder Motivation alltägliche Dinge zu erledigen. So trauern wir um die Beziehung, die schönen Momente und die vergangene Liebe.

Akzeptanz und Neuanfang

Irgendwann folgt dann die letzte Phase. Wir können die Trennung akzeptieren und positiv nach vorne blicken. Dabei ist es unterschiedlich, wie lange es dauert, in dieser Phase anzukommen. Aber sind wir endlich da, können wir mit neuen Perspektiven in die Zukunft schauen. Für viele beginnt nach einer Beziehung sogar nochmal eine Art Selbstfindung, weil mehr Zeit da ist, sich mit sich selbst, Freund:innen oder neuen Hobbys zu beschäftigen.

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Wie lasse ich los?

First things first: Es gibt kein Geheimrezept, das man befolgen kann, um alle Schritte zu überspringen und die Trennung direkt zu akzeptieren. Aber wir können uns die ganze Sache zumindest etwas erleichtern und den Prozess vielleicht sogar ein wenig beschleunigen. Zuallererst ist es von großer Bedeutung, dass wir aktiv die Entscheidung treffen, über die andere Person hinwegkommen zu wollen. Was jetzt vielleicht etwas trivial klingt, ist wirklich entscheidend für den Prozess. Und es ist nicht ausreichend, unseren Freund:innen zu erzählen, wir würden jetzt unseren eigenen Weg gehen und uns lösen. Ja, leider müssen wir uns das auch selbst sagen und auch zu dieser Entscheidung stehen und uns dementsprechend verhalten. Dies ist ein wichtiger Schritt, um wieder Kontrolle über das eigene Leben zurück zu gewinnen.

Ein weiterer entscheidender Punkt ist, darüber zu reden. Sprechen wir über die Trennung, können wir unsere Gefühle abfließen lassen und die Tatsache akzeptieren. Generell ist Gefühle zuzulassen bei der Verarbeitung einer Trennung sehr wichtig, aber eben auch schmerzhaft. Damit wir nicht in ein zu tiefes Loch fallen, in dem die Gefühle nicht aushaltbar sind, ist eine Mischung aus allein Trauern und Ablenkung essenziell. Ablenkung hilft uns, die schlechte Stimmung zu reduzieren, schiebt aber schmerzhafte Gefühle auf. Deshalb ist eine Balance zwischen beidem notwendig.

Nach einer Trennung können große Lücken im Alltag entstehen. Vor allem bei langjährigen und sehr engen Beziehungen wirken diese Lücken vermutlich eher wie große tiefe Löcher, die erstmal durch nichts gefüllt werden können. Aus einem WIR muss also wieder ein ICH werden. Auch hier gilt wieder „I get by with a little help from my friends”, wie es die Beatles schon sehr passend formulierten. Freund:innen können nämlich genauso gut fragen, wie der Tag war, neue Hobbys mit uns ausprobieren und auch mit uns in Restaurants oder Kinos gehen. Und wer weiß, vielleicht lernen wir uns und unsere Freund:innen dadurch nochmal ganz neu kennen.

Was viele wissen, aber oft nicht wahrhaben wollen: Es ist eine große Erleichterung des Lösungsprozesses, den/die Expartner:in auf allen Social Media Plattformen zu entfernen und den Kontakt abzubrechen. Jedes Mal, wenn wir eine Story oder einen Beitrag sehen oder sonst irgendwelche Informationen über die Person erhalten, sind wir für einen kurzen Moment wieder in deren Leben. Das gibt uns ein gutes Gefühl, weil unserem Gehirn suggeriert wird, wieder in einer Beziehung zu sein. Es bekommt eine Dosis des Suchtmittels, was die Schmerzen abpuffert, aber auch am Loslassen hindert, indem Hoffnung geschürt wird. Daraus resultiert dann leider nur die Aufrechterhaltung des Liebeskummers und der Sehnsucht.

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Nimm dir die Zeit, die du brauchst!

Insgesamt ist die Verarbeitung einer Trennung ein Prozess mit Höhen und Tiefen, der Zeit braucht. Das Wichtigste ist, dass wir uns diese Zeit geben und nicht zu hart zu uns selbst sind. Es ist total okay und auch normal, sich traurig und allein zu fühlen. Eine Trennung bietet aber auch die Möglichkeit, sich wieder mehr mit sich selbst auseinanderzusetzen und aus der vergangenen Beziehung zu lernen. Wenn wir die Chance nutzen und darüber reflektieren, was wir uns in der nächsten Partner:innenschaft anders wünschen, können wir gezielter suchen und an unserem eigenen Anteil arbeiten. Vielleicht merken wir aber auch, dass andere Beziehungsformen passender für uns wären oder wir erstmal eine Zeit lang für uns sein wollen. Wenn wir offen für Neues sind und unsere Wünsche und Bedürfnisse erkennen und Ernst nehmen, kann unser Leben nach einer Trennung sogar erfüllter werden und besser zu uns passen.

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