Gefühle

Wenn dein Körper zuerst Bescheid weiß: 6 somatische Marker für emotionale Überforderung

Herzrasen und pochender Puls: Dein Körper schaltet auf Alarm

Dein Herz rast – ohne ersichtlichen Grund?  Dahinter steckt die uralte  “Fight-or-Flight”-Reaktion: Dein Körper bereitet sich reflexartig auf eine Bedrohung vor, selbst wenn die Gefahr nur emotionaler Natur ist.

Warum passiert das?
Bei (emotionalem) Stress wird Adrenalin ausgeschüttet. Dein Herz schlägt schneller, Blut wird in deine Muskeln gepumpt, um dich auf eine mögliche Gefahr vorzubereiten. Dein System macht sich bereit für Aktion (“fight”) oder Flucht (“flight”). Auch ungelöste innere Konflikte oder Drucksituationen können diese Stress-Symptome auslösen.

Kleine Übung:
Lege eine Hand auf dein Herz. Spüre bewusst, wie dein Herz schlägt. Atme tief vier Sekunden ein und in vier Sekunden wieder aus. Stelle dir dabei vor, wie du mit jedem Einatmen die Ruhe und mit jedem Ausatmen die Anspannung loslässt. Wiederhole diese Übung für einige Minuten. 

Diese Übung hilft dir, Stress gezielt abzubauen und ist auch eine Methode, die auch in unserem Stressbewältigungskurs Anwendung findet. Klicke hier um mehr zu erfahren.

Wenn du noch mehr Übungen und Tipps suchst, wie du Stress achtsam abbauen kannst, kannst du hier klicken und erfahren, wie du „Mit Selbstmitgefühl Stress erkennen und abbauen“ kannst.

Magenbeschwerden und flaues Gefühl: Dein Bauchgefühl sendet SOS

Wenn wir uns emotional belastet fühlen, reagiert unser Bauch sehr sensibel. Wir verspüren dann oft einen grummelnden Magen, haben Übelkeit oder verlieren plötzlich den Appetit.

Warum passiert das?Unser Bauch wird oft als “zweites Gehirn” bezeichnet. Forschende der Ruhr-Universität Bochum haben herausgefunden, dass das Nervensystem im Bauch, das enterische Nervensystem, permanent mit dem Gehirn kommuniziert. Gerade wenn wir lange Stress oder Angst erlebt haben, kann diese Verbindung besonders empfindlich werden. Emotionale Überforderung wird dann schnell als Druck, Krämpfe oder Unwohlsein in der Magengegend spürbar. Tatsächlich reagieren viele Kinder auf Stress mit Bauchschmerzen, weil sie Gefühle noch nicht in Worte fassen können. Dieses Muster kann sich bis ins Erwachsenenalter fortsetzen 

Stresshormone wie Cortisol beeinflussen die Bewegungen des Darms. Das feine Nervengeflecht im Bauch registriert jede Art von Belastung, die Darmaktivität verändert sich und das enterische Nervensystem sendet Unwohlsein als Warnsignal.

Kleine Übung

  • Setze dich entspannt hin, lege deine Hände auf den Bauch.
  • Atme tief ein und stelle dir eine warme Lichtkugel im Bauch vor.
  • Lasse beim Ausatmen bewusst die Anspannung los

Denke folgende Affirmationen leise mit:
→ Einatmen: “Ich bin sicher”.
→ Ausatmen: “Ich lasse los”.

Flache Atmung und Engegefühl in der Brust: Stress schnürt Luft ab

Kennst du das beklemmende Gefühl, nur noch oberflächlich atmen zu können? Als würde eine unsichtbare Last auf deinem Brustkorb liegen? Flache Atmung ist ein klassischer somatischer Marker für emotionale Anspannung. Dein Körper sendet klare Signale: Hier stimmt etwas nicht.

Warum passiert das?
Bei emotionaler Anspannung spart dein Körper Energie und blockiert die tiefe Bauchatmung. Das heißt: Deine Atemmuskulatur spannt sich an, der Sauerstoffaustausch sinkt und ein inneres Druckgefühl breitet sich aus. Durch den “flachen Atem-Modus” entsteht das bedrückende Engegefühl, das die innere Unruhe weiter verstärkt.

Beobachte dich:

Atmest du in die Brust oder in den Bauch? Versuche bewusst, beim Einatmen den Bauch sich nach vorne wölben zu lassen, das aktiviert dein parasympathisches Nervensystem und beruhigt. 

Muskelverspannungen und innere Unruhe: Dein Körper bleibt im Alarmmodus

Schmerzhafte Schultern, verspannter Nacken, nervöses Zucken in den Beinen oder angespannter Kiefer? Chronische Muskelverspannungen sind stille Begleiter  von (emotionaler) Überlastung. 

Was dahintersteckt:

Unter Stress spannt sich deine Muskulatur an. Hormone wie Adrenalin und Cortisol erhöhen den Muskeltonus deutlich. Sprich: Sie sorgen dafür, dass deine Muskulatur dauerhaft “angespannt” bleibt, was vor allem im Schulter-, Nacken- und Rückenbereich spürbar ist.

Beobachte dich:

  • Ziehst du oft unbewusst die Schultern hoch?
  • Hältst du beim Arbeiten oder Denken die Luft an?
  • Zuckst du manchmal nervös mit Händen oder Beinen?

Wenn du bemerkst, dass du das tust, dann kreise deine Schultern, lasse bewusst deinen Kiefer locker, schüttle deine Hände aus.  Schon kleine Bewegungen können helfen, die angestaute Anspannung sanft zu lösen. Du darfst deinem Körper die Erlaubnis geben, loszulassen.

Schlafprobleme und nächtliches Grübeln: Wenn dein Nervensystem nicht abschaltet

Du bist todmüde, aber die Gedanken in deinem Kopf rasen? Du wachst nachts auf und findest keinen Schlaf mehr? Auch hier meldet sich dein Nervensystem zu Wort.  

Was dahintersteckt:

Chronischer Stress führt zu einer Überflutung mit Stresshormonen wie Cortisol, die den natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus stören. Dein Körper ist sozusagen in ständiger Alarmbereitschaft. Selbst wenn du müde bist, schaltet das System nicht automatisch auf Entspannung um. Die natürliche Erholungsfunktion ist blockiert.

Schlaftipps: 

  • Abends Handy- und Bildschirmzeit reduzieren
  • Ein Abendritual etablieren (z.B. Tee trinken, ruhige Musik hören, Atemübungen, lesen,…)
  • Entspannungsübungen: 4-7-8-Atmung (4 Sekunden einatmen, 7 halten, 8 ausatmen)

Konzentrationsprobleme und schnelle Erschöpfung: Dein System spart Energie

Dein Kopf fühlt sich matschig an? Selbst kleine Aufgaben überfordern dich? Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Schutzmechanismus deines Körpers. 

Was passiert:

Unter anhaltender Belastung schaltet dein Körper in den Überlebensmodus. Statt klar und fokussiert zu denken, spart er Energie. Konzentration braucht Ressourcen, Ressourcen, ide bei emotionaler Überlastung knapp werden.  Chronischer Stress kann zu innerer Anspannung und Konzentrationsproblemen führen, die erste Warnsignale eines Burnouts sind.

Was dir helfen kann:

Setze dir Mikroziele: eine Mail beantworten, fünf Minuten aufräumen. Feiere diese Erfolge bewusst. Regelmäßige Pausen geben deinem Nervensystem die Chance, sich zu regenerieren. 

Fazit: Dein Körper ist dein bester Verbündeter

Dein Körper sendet dir körperliche Symptome bei Stress und emotionaler Überforderung, lange bevor dein Kopf alles verarbeitet hat. Je früher du die somatischen Marker für Stress und Überforderung erkennst, desto leichter kannst du für dich sorgen. 

Je besser du lernst, diese somatischen Marker zu verstehen, desto achtsamer kannst du für dich sorgen. Indem du auf dieses Signale achtest, stärkst du langfristig deine Resilienz, deine Selbstregulation und deine innere Balance.

Du willst tiefer eintauchen? Steffis Empfehlungen

Du möchtest besser verstehen, warum es manchen Menschen schwer fällt, ihre Gefühle wahrzunehmen und auszudrücken? Hier klicken: Gefühle ausdrücken lernen – Warum es manchen so schwerfällt

Klicke hier Inneres Kind: Emotionale Sicherheit entwickelnund erfahre, wie  frühe Bindungserfahrungen deine heutige Fähigkeit beeinflussen und wie du mit Gefühlen umgehen kannst.

Möchtest du lernen, wie du dein Nervensystem beruhigen und emotionalen Stress langfristig abbauen kannst? In unserem Stressbewältigungskurs bekommst du praktische Techniken, um die emotionale Überforderung frühzeitig zu erkennen und zu lösen.

Intuitive Entscheidungen: Vertraue auf dein Bauchgefühl und finde innere Klarheit

Was sind intuitive Entscheidungen? 

Intuitive Entscheidungen sind Entscheidungen, die auf innerem Wissen, Gefühl und körperlicher Resonanz basieren. Sie entstehen schneller als rationale Abwägungen, aber nicht weniger fundiert. 

Der Psychologe Gerd Gigerenzer beschreibt in seinem Buch “Bauchentscheidungen” Intuition als “unbewusste Intelligenz” – gespeist aus Erfahrung, Mustererkennung und emotionalem Gedächtnis. Intuition ist kein Raten. Sie ist die Summe deiner gelebten Realität, deiner Werte, deiner Prägungen und Ziele. 

 

System 1 (Schnelles Denken / Intution) vs. System 2 (Langsames Denken / Verstand) nach Daniel Kahneman, “Thinking, Fast and Slow”: 

→ System 1 = schnell, emotional, intuitiv

→ System 2 = langsam, reflektiert, rational

Beide dieser Systeme haben ihre Berechtigung. Aber während System 2 (Langsames Denken / Verstand) uns durch Analyse führt, gibt uns System 1 (Schnelles Denken / Intuition) Orientierung durch Spüren. Je mehr du deiner Intuition Raum gibst, desto stärker wird sie. Wie ein Muskel. 

 

Wann hilft Intuition?

  • In komplexen Situationen ohne eindeutige Faktenlage
  • Wenn du schon viel Erfahrung hast
  • Bei Entscheidungen, die deine Werte betreffen

 

Wann ist Intuition irreführend? 

  • Wenn starke Ängste oder alte Glaubenssätze mitspielen
  • Bei impulsiven, reaktiven Entscheidungen aus alten Wunden heraus

 

Warum wir Entscheidungen vermeiden – obwohl sie innerlich längst getroffen haben

1. Die Angst vor Gefühlen danach

Nicht die Entscheidung selbst macht Angst. Sondern, das was danach kommen könnte: Reue, Enttäuschung, Schuldgefühle. Unser Gehirn ist darauf programmiert, Schmerz zu vermeiden. Also lieber nicht entscheiden. Vielleicht wird es ja von allein besser. 

2. Status-quo-Bias: lieber das Bekannte

Selbst wenn der aktuelle Zustand nicht gut ist – er ist vertraut. Das Unbekannte wirkt bedrohlich. Deshalb bleiben viele in Beziehungen, Jobs oder Mustern, die ihnen schaden. Nicht, weil sie nicht wissen, was zu tun wäre. Sondern weil sie nicht wissen, wie es sich anfühlt, das Alte loszulassen. 

3. Der innere Konflikt: Bauchgefühl vs. Kopf

Das Bauchgefühl sagt “Geh!”, der Kopf sagt “Bleib realistisch“. Diese kognitive Dissonanz ist so unangenehm, dass wir sie vermeiden. Wir sammeln dann lieber noch ein paar Argumente. Nur um das Gefühl zu betäuben, dass wir eigentlich schon wissen, was zu tun wäre. 

4. Selbstwert und Perfektionismus 

Wenn dein Selbstwert instabil ist, brauchst du Sicherheit. Und perfekte Entscheidungen suggerieren Sicherheit. Also wartest du. Auf die perfekte Option. Die perfekte Gelegenheit. Auf genug Beweise. Dabei bleibt oft nur eins: Stillstand. 

Tiefenstruktur:

  • “Ich darf keine Fehler machen”.
  • “Ich muss es richtig machen”. 
  • “Ich darf niemanden enttäuschen”. 

Diese inneren Überzeugungen kommen meist nicht aus dem Jetzt. Sondern aus dem Schattenkind. 

 

Wie du deine Intuition wieder aktivierst

1. Achtsamkeit üben: Deine Gefühle wahrnehmen lernen

Nimm dir jeden Tag 5 Minuten. Setz dich hin. Frag dich: “Was spüre ich in meinem Körper?” Vielleicht Druck im Brustkorb. Enge im Hals. Kribbeln im Bauch. Bewerte nichts. Spüre nur. Intuition ist im Körper spürbar. 

2. Entscheidungstagebuch: Was war dein Bauchgefühl?

Führe ein kleines Journal. Schreib bei jeder Entscheidung auf: 

  • Was war mein erster Impuls?
  • Was habe ich getan? 
  • Was war das Ergebnis? 
  • Würde ich beim nächsten Mal wieder auf mein Gefühl hören?

So sammelst du Vertrauen. 

3. Visualisierung: Stell dir die Entscheidung durchgespielt vor

Wie fühlt sich Option A an? Wo fühlt es sich weit, stimmig, leicht an? Wo eng, schwer, diffus? Dein Körper lügt nicht. 

4. Schattenkind vs. Sonnenkind

Wenn die Angst zu groß wird, frag dich: Wer spricht da gerade? Ist es das ängstliche Kind in mir? Oder mein erwachsener Anteil, der Verantwortung übernimmt? 

“Das Bauchgefühl ist oft klarer, wenn der Kopf aufhört, es zu zensieren”. – Stefanie Stahl

 

Was hat emotionale Klarheit mit deinem Selbstwert zu tun? 

Emotionale Klarheit heißt: Ich weiß, was ich fühle. Und ich nehme das ernst. Ohne Drama, ohne Ablenkung, ohne Rechtfertigung. 

Menschen mit einem stabilen Selbstwert können Entscheidungen besser treffen, weil sie sich selbst nicht in Frage stellen. Sie erlauben sich Fehler. Sie brauchen keine perfekte Version von sich. 

Psychologisches Fundament: 

  • Emotionale Klarheit = Zugang zu Bedürfnissen, Grenzen, Werten
  • Selbstwert = Ich darf Fehler machen, ohne dass ich dabei meinen Wert verliere 
  • Intuition = Zugang zu beidem 

Wenn du beginnst, deine Gefühle ernst zu nehmen, statt zu analysieren, entsteht Selbstvertrauen. Nicht durch Denken. Sondern durch Fühlen. 

 

10 Werkzeuge für intuitive Entscheidungen im Alltag

1. Werte-Check: Was passt zu meinen Werten? Was würde ich bereuen, nicht getan zu haben? 

2. Zukunftsbild: Stelle dir beide Wege in einem Jahr vor. Wo siehst du dich? 

3. Emotionale Pro- und Contra-Liste: Sammle nicht nur Fakten, sondern auch Gefühle. 

4. Mini-Entscheidungen üben: Wähle bspw. intuitiv dein Mittagessen, deine Kleidung, dein Parfüm,…

5. Körper als Feedback-Instrument: Beobachte, was dein Bauch, Herz oder Kiefer macht, wenn du daran denkst, eine Entscheidung getroffen zu haben.

6. Frage dich: Was würde ich tun, wenn ich niemandem etwas erklären müsste?

7. Entscheidungen ritualisieren: Mache Entscheidungsfindung zum Ritual. Verabrede dich zur gleichen Uhrzeit, an einem ruhigen Ort mit deinem Entscheidungstagebuch mit dir selbst. Schreibe dir deine Entscheidungen und deine Gedanken dazu auf. Denn: Rituale geben dir Sicherheit. 

8. Perspektivwechsel: Frage dich – Was würde ich meiner besten Freundin oder meinem besten Freund raten? 

9. Fehlerfreundlich sein: Was ist das Schlimmste, das passieren kann? Und was ist das Beste?

10. Vertrauen üben: Jeden Tag, mit jeder kleinen Entscheidung, wirst du mehr Vertrauen in dich selbst sammeln. Vertraue auf dich und deine Handlungsfähigkeit.

 

Intuition und Rationalität: Kein Entweder-Oder

Die beste Entscheidung entsteht aus der Verbindung beider Systeme: Kopf und Bauch. Der Bauch sagt: “Das fühlt sich stimmig an”. Der Kopf fragt: “Was bedeutet das für mein Leben, meine Ziele, meine Beziehungen?” 

  • Die Intuition ist dein innerer Wegweise
  • Der Verstand dein hilfreicher Berater
  • Und die emotionale Klarheit dient dir als Kompass

Diese Triade macht dich frei. Nicht für perfekte Entscheidungen. Sondern für echte.

 

Fazit: Intuition ist kein Luxus, sondern Selbstverantwortung

Du darfst lernen, dir selbst zu glauben. Nicht weil du immer richtig liegst. Sondern weil du dir nah bist. Weil du fühlen kannst, wann etwas passt – und wann nicht. 

Veränderung beginnt mit einer Entscheidung. Und manchmal ist der mutigste Schritt, nicht der, der am meisten Aufmerksamkeit auf sich zieht. Sondern der, den du im Stillen für dich selbst triffst. 

“Intuitive Entscheidungen entstehen nicht aus Zufall. Sondern aus Verbindung”. – Stefanie Stahl

 

Kurs-Empfehlung von Stefanie Stahl

Du willst lernen, deiner inneren Stimme zu vertrauen? Dann starte jetzt mit unserem Selbstwert-Kurs “Das Kind in dir muss Heimat finden” in der Stefanie Stahl Akademie – für Entscheidungen, die dich wirklich weiterbringen. 

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Du willst tiefer eintauchen? – Steffis Empfehlungen

Weiterlesen: “Abgrenzung – Wie du lernst, Grenzen zu ziehen und „Nein“ zu sagen”

Oder hör dir diese “So bin ich eben”-Podcastfolge an: “Wie finde ich heraus, wer ich wirklich bin?”

Vielleicht ist diese Podcastfolge aus “Stahl aber herzlich” etwas für dich: “Ich spüre meine Gefühle nicht – wie kann ich das lernen?”

Emotionale Unabhängigkeit: Warum es sich lohnt, allein sein zu können – ohne einsam zu werden

Alleinsein ist nicht Einsamkeit – aber es kann sich so anfühlen

Einsamkeit ist ein subjektives Gefühl. Man kann unter Menschen einsam sein – oder allein und gleichzeitig ganz bei sich. Das hängt weniger von äußeren Umständen ab, sondern viel mehr davon, wie gut du dir innerlich begegnen kannst. 

Emotionale Unabhängigkeit heißt: Du kannst deine Gefühle wahrnehmen, ohne sie sofort mit jemanden teilen zu müssen. Du kannst dich selbst regulieren – und dir auch in schwierigen Momenten ein gutes Gegenüber sein. 

Frage dich: Wann warst du das letzte Mal wirklich mit dir allein? Ohne Handy, ohne Input, ohne jemanden, der dich spiegelt? 

 

Warum wir uns so oft im Außen rückversichern

Wenn es innerlich unangenehm wird, greifen viele direkt zum Handy oder suchen ein Gespräch. Das ist nicht falsch – aber manchmal lenkt es davon ab, was eigentlich gefühlt werden will. Wer nie gelernt hat, eigene Gefühle auszuhalten, sucht oft Halt im Außen – Feedback, Zustimmung, Rückversicherung. 

Nur: Wenn das dauerhaft passiert, entsteht oft emotionale Abhängigkeit. Dann fühlst du dich nur noch okay, wenn jemand anderes sagt, dass du okay bist. 

Impuls: Wenn du dich das nächste Mal einsam, überfordert oder gestresst fühlst – bleibe mal für 90 Sekunden bei dir. Setz dich hin. Spüre deinen Körper. Was meldet sich gerade? Was brauchst du – von dir selbst? 

 

Was unsere Kindheit mit emotionaler Unabhängigkeit zu tun hat

Unsere emotionale Grundausstattung bekommen wir früh. Wenn du als Kind gelernt hast, dass deine Gefühle nicht richtig sind oder nicht erwünscht sind, wirst du sie später schwerer allein aushalten können. Dann kommt schnell das Gefühl: Ich brauche jemanden, der mir sagt, dass das, was ich fühle, stimmt und mir die Bestätigung gibt, die ich mir selbst nicht geben kann. 

Diese alten Muster wirken oft unbewusst, sind aber kraftvoll. Du merkst sie daran, dass du dich schlecht abgrenzen kannst. Oder dass du das Gespür für dich selbst vergisst, sobald du in Gesellschaft bist. 

Mini-Übung: Schreib dir einen alten Glaubenssatz auf – zum Beispiel: “Allein bin ich unbedeutend”. Und dann eine neue Version: “Ich bin auch allein wertvoll und sicher”. Lies dir den neuen Satz laut vor. Jeden Tag. 

 

Wenn Einsamkeit zum Teufelskreis wird

Einsamkeit hat viele Gesichter. Sie bringt dich zum Verstummen – und sie macht dich müde. Wer sich einsam fühlt, zieht sich oft zurück. Und genau das verstärkt das Gefühl. Studien zeigen: Einsamkeit kann auf Dauer krank machen – psychisch wie körperlich. 

Aber: Einsamkeit lässt sich verändern. Wenn du beginnst, deine eigene Gesellschaft nicht als Lücke, sondern als Ressource zu sehen, kann sich etwas verschieben. Vielleicht nicht sofort. Aber mit jedem Schritt ein Stück. 

Mini-Übung: Plane heute 30 Minuten Zeit für dich ein. Kein Handy. Kein Podcast. Kein Scrollen. Nur du. Spür hin und schreibe auf, was passiert. 

 

Wie Einsamkeit entsteht nach John T. Cacioppo & Louise C. Hawkley (2010)

  1. Wahrgenommene soziale Isolation
    → Gefühl, ausgeschlossen oder nicht verbunden zu sein
  2. Implizite Überwachsamkeit gegenüber sozialen Bedrohungen
    → Ständige innere Alarmbereitschaft, mögliche Zurückweisung oder Ablehnung wahrzunehmen
  3. Aufmerksamkeitsverzerrungen und Gedächtnis-Bias
    → Fokus auf negative soziale Erfahrungen, vergangene Zurückweisungen oder Kritik
  4. Neurobiologische Reaktionen
    → Aktivierung von Stress-Systemen im Körper, schlechterer Schlaf, mehr Anspannung
  5. Verhaltensbezogene Bestätigungsprozesse
    → Rückzug oder gereiztes Verhalten führt zu weiteren negativen Reaktionen von außen
  6. Mehr negative Signale, soziale Interaktion und Affekte
    → Missverständnisse, Konflikte und Ablehnung nehmen zu
  7. Soziales Umfeld reagiert mit Ablehnung oder Rückzug
    → Weniger Verbindung, weniger positive und soziale Rückmeldungen

Zurück zur wahrgenommener sozialer Isolation – der Kreislauf beginnt von vorn. 

 

So stärkst du deine emotionale Unabhängigkeit Schritt für Schritt

  • Gefühle aushalten: Nicht alles muss sofort weg. Manches will einfach sein. 
  • Gedanken enttarnen: Ist das, was du gerade über dich denkst, wirklich wahr? 
  • Selbstberuhigung lernen: Finde kleine Rituale, die dich runterbringen – Atmung, Musik, Bewegung. 
  • Grenzen spüren: Was gehört zu dir – und was kommt von anderen?
  • Alleinsein üben: Nicht als Strafe, sondern als Übung. Für dich. Für deine innere Stärke. 

 

Fazit: Allein sein ist keine Schwäche – es ist eine Fähigkeit

Emotionale Unabhängigkeit heißt nicht, dass du niemanden brauchst. Aber sie heißt: Du brauchst niemanden, um dich selbst zu spüren. Und das verändert alles – in die und in deinen Beziehungen. 

“Allein sein zu müssen ist das Schwerste. Allein sein zu können, das Schönste” – Hans Krailsheimer 

 

Du willst tiefer eintauchen? – Steffis Empfehlungen

Höre dir die Podcastfolge zum Blogbeitrag an: Allein sein – wie wir emotional unabhängiger werden” 

Oder lies weiter: “Meditation und Selbsthypnose – Dein Weg zu mehr innerer Ruhe und Klarheit” 

Wenn du Lust auf mehr innere Stärke hast – Dann schau dir den Kurs “Das Kind in dir muss Heimat finden” in der Stefanie Stahl Akademie an. 

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Weitere Informationen

Wut als innere Kraft: So schützt du deinen Selbstwert

Wut zeigt, was dir wichtig ist

Wut entsteht, wenn du dich verletzt, missachtet oder übergangen fühlst. Sie ist kein Zufall, sondern ein Signal. Sie zeigt dir: “Hier stimmt etwas nicht”.

Wer seine Wut lange unterdrückt, spürt irgendwann Groll, Erschöpfung oder das Gefühl, nie richtig Grenzen setzen zu können. Besonders Menschen mit einem überangepassten Ich verlieren so den Kontakt zu den eigenen Bedürfnissen.

Typische Anzeichen: 

  • Du ärgerst dich mehr über dich selbst als über andere.
  • Du sagst “Ja”, obwohl du innerlich “Nein” meinst.
  • Du willst Harmonie, verlierst dabei aber dich selbst.

Wenn du wissen willst, warum es dir so schwerfällt “Nein” zu sagen und wie du das ändern kannst, ist dieser Blogbeitrag was für dich:
Warum es so schwerfällt, Nein zu sagen – und wie du aufhörst, es allen recht zu machen

Wut bewusst regulieren – statt explodieren

Wut unterdrücken oder impulsiv ausagieren – beides funktioniert nicht wirklich. Es braucht einen dritten Weg: bewusste Regulation.

  • Reaktive Wut: “Du hörst mir nie zu! Ich hab’s satt!” 
  • Regulierte Wut: „Ich merke, dass ich wütend bin, weil ich mich nicht gehört fühle. Ich wünsche mir, dass du mir zuhörst und meine Gefühle ernst nimmst.“

Wut zu regulieren heißt nicht, sie zu verdrängen – sondern sie achtsam und klar zu spüren, ohne dabei andere zu verletzen.

Die  Emotion Regulation Theory von James J. Gross zeigt, dass  der Schlüssel zur Wutregulation in der kognitiven Neubewertung liegt: Wer Gefühle bewusst wahrnimmt und neu bewertet, reagiert weniger impulsiv. Die Amygdala beruhigt sich. Das Nervensystem kommt runter.

Die Safe Rage Methode: Wut kontrolliert ausdrücken

Wut braucht Raum. Aber nicht unbedingt ein Gegenüber. Manchmal hilft es der Wut, in einem kontrollierten Rahmen Platz zu schaffen, z.B. mit der Safe Rage Methode. 

So funktioniert’s:

  • Benennen: “Ich bin wütend, weil …“
  • Spüren: Wo sitzt die Wut im Körper? Brust, Bauch, Fäuste?
  • Bewegen: Boxe in ein Kissen, schreibe einen Brief (den du nicht abschickst), atme laut. 

In psychologischen Konzepten zur Emotionsregulation wird empfohlen, emotionale Impulse frühzeitig zu erkennen – das stärkt Selbstwahrnehmung und hilft, Eskalationen zu vermeiden.

Hier findest du weiterführende Infos in einem fundierten Leitfaden

Wut will raus. Aber sie will ernst genommen werden, nicht eskalieren. Wer Wut reguliert ausdrückt, bleibt verbunden – mit sich und seinem Gegenüber.

Alte Muster erkennen: Wut beginnt oft in der Kindheit

Hinter Wut liegt oft ein altes Gefühl: Ohnmacht, Enttäuschung, Überforderung, Einsamkeit.– Viele haben als Kind erlebt: Wut führt zu Ablehnung. Also passe ich mich lieber an.

Aber Wut ist nicht das Problem. Unterdrückte Wut wird irgendwann zur Selbstverleugnung. Wer nie wütend sein darf, sagt am Ende auch nicht mehr, was er braucht.

Innere Kind-Arbeit hilft:

  • Welcher Teil in dir fühlt sich ohnmächtig?
  • Wer hat dich früher nicht gesehen?
  • Was braucht dieser Anteil heute?

Lies hier, wie du alte Prägungen erkennst und dein inneres Kind stärkst: Zum Blogbeitrag

Wut als Wegweiser für Selbstwert

Wut will nicht zerstören. Sie will deine Grenzen schützen. Dein Selbstwert lebt davon, dass du dich selbst ernst nimmst. Auch in Konflikten. Auch in unangenehmen Gesprächen.

Wenn du Wut zulässt, findest du Klarheit. Du merkst: “Hier ist meine Grenze”. Wer Wut bewusst lebt, entwickelt innere Stärke. Kein Drama, kein Dauerfeuer. Sondern klare Kraft.

Empfehlung: Stefanie Stahls KursDas Kind in dir muss Heimat finden“ hilft dir, alte Wunden zu verstehen – und neue Selbstwirksamkeit zu erleben.

Fazit

Wut ist nicht dein Gegner. Sie ist ein Wegweiser. Wenn du lernst, sie zu regulieren, stärkst du deinen Selbstwert und findest mehr innere Klarheit.

Wenn du das Gefühl kennst, dass da mehr in dir steckt: Schau dir den Online-Kurs “Das Kind in dir muss Heimat finden” an. Oder lies einen der im Blogbeitrag empfohlenen Artikel.

Hier geht’s zum Kurs

Hier geht’s zum Blogbeitrag: Warum es so schwerfällt, Nein zu sagen – und wie du aufhörst, es allen recht zu machen

Bindungsangst verstehen und bewältigen

Was ist Bindungsangst – und wie wirkt sie sich aus?

Zunächst ist es wichtig zu wissen, dass Bindungsangst keine klinische Diagnose ist, sondern eine emotionale Herausforderung, die das eigene Leben und Beziehungen stark beeinflussen kann. Wenn du Bindungsangst hast, fällt es dir schwer, die Nähe zuzulassen, die du dir eigentlich wünschst. Das kann dich belasten – aber auch deine Partnerin oder deinen Partner.

Typische Äußerungen wie „Warum lässt du mich nicht näher an dich heran?“ oder „Ich weiß nicht, wo ich mit dir stehe“ zeigen, dass Bindungsangst nicht nur die Beziehung erschwert, sondern auch bei deinem Gegenüber Frustration und Enttäuschung auslösen kann. Besonders dann, wenn die Beziehung ernster wird, ziehen sich viele Betroffene zurück.

Erkennen von Bindungsangst: Was geschieht in deinen Beziehungen?

Bindungsangst zeigt sich oft in Mustern, die du vielleicht aus deinen eigenen Beziehungen kennst:

Intensiver Start, plötzlicher Zweifel: Zu Beginn einer Beziehung ist alles aufregend und leidenschaftlich. Doch mit der Zeit fühlst du dich eingeengt und fragst dich, ob es wirklich die richtige Beziehung ist. Der Rückzug beginnt.

Kreislauf auf Nähe und Distanz: Dein Partner sucht Nähe, du suchst Abstand. Dieses Wechselspiel ist anstrengend und belastend – für beide Seiten.

On-Off-Dynamik: Beziehungen voller Dramen, Eifersucht und häufigem Trennen und Wiederfinden können ein weiteres Zeichen sein.

Emotionale Distanz: Du bist in einer Beziehung, hältst aber bewusst einen emotionalen Abstand, der echte Nähe verhindert.

Wie sich Bindungsangst auf dich auswirkt?

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Bindungsangst zeigt sich nicht nur in deinem Verhalten, sondern auch in deinen Gefühlen, Gedanken und deinem Körper.

Gefühle: Du erlebst extreme Schwankungen zwischen Leidenschaft, Freude, Panik und Leere.

Körperliche Symptome: Schlaflosigkeit, ein Engegefühl in der Brust oder anhaltende innere Anspannung sind häufige Begleiter.

Gedanken: Du grübelst, suchst nach Ablenkung oder hinterfragst ständig, ob mit dir etwas nicht stimmt.

Verhalten: Du ziehst dich zurück, suchst Abstand oder reagierst destruktiv, obwohl du es nicht willst.

 

Wie du mit Bindungsangst überwinden kannst

Bindungsangst kann Wohlbefinden und deine Beziehungen erheblich belasten. Doch es gibt Wege, damit umzugehen und sie zu überwinden: In der Stefanie Stahl Akademie bietet der Online-Kurs “Bindungsangst überwinden” dir Unterstützung, um die Ursachen deiner Ängste zu verstehen, destruktive Muster zu durchbrechen und gesunde Beziehungsdynamiken zu entwickeln. Du lernst, Nähe zuzulassen, ohne dabei deine Autonomie zu verlieren, und findest einen Weg zu erfüllenden Beziehungen.

Wie du Wege findest, Panikattacken zu überwinden

Panikattacken vs. Angst: Was ist der Unterschied?

Eine Panikattacke ist ein intensiver Angstanfall, der plötzlich und oft in sicheren Situationen auftritt. Typische Symptome sind Herzrasen, Schwindel und Atemnot auf, die sich für Betroffene sehr bedrohlich anfühlen. Trotz der körperlichen Intensität hält eine Panikattacke meist nur 10 bis 30 Minuten an.

Grundsätzlich handelt es sich um eine Überreaktion des Körpers: Das innere Alarmsystem läuft auf Hochtouren, obwohl keine echte Gefahr besteht Ziel einer Behandlung ist es, das Alarmsystem zu regulieren, damit es in harmlosen Situationen nicht mehr anspringt – so gewinnen Betroffene langfristig Sicherheit und Gelassenheit zurück.

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Was kann ich für Betroffene tun?

Falls jemand in deinem Umfeld eine Panikattacke erlebt, gibt es hilfreiche Schritte, die du unternehmen kannst:

  • Ruhe und Sicherheit vermitteln

Zeige der Person, dass sie sicher ist, und unterstütze sie, indem du präsent und verständnisvoll bist.

  • Atemübungen gemeinsam durchführen:

Oft wird die Atmung bei einer Panikattacke flacher, was das Gefühl von Atemnot verstärkt. Langsames, tiefes Atmen hilft, das Nervensystem zu beruhigen und die Panik abklingen zu lassen.

  • Gegenwartsverankerung

Hilf der betroffenen Person, sich auf die Umgebung zu konzentrieren, etwa indem sie Dinge im Raum benennt, die sie sieht oder hört. Diese Technik lenkt die Aufmerksamkeit von der Angst weg und zurück in den gegenwärtigen Moment.

Was kann ich selbst gegen Panikattacken tun?

Falls du selbst von Panikattacken betroffen bist, gibt es Strategien, die dir in helfen können:

  • Atem- und Entspannungsübungen

Konzentriere dich auf langsames, tiefes Atmen – etwa vier Sekunden ein und vier Sekunden ausatmen.

  • Aufmerksamkeit umlenken

Fokussiere dich auf neutrale Dinge, um dich herum, wie Farben oder Geräusche.

  • Selbsthilfe durch Trancereisen und Tagebuchführung

Langfristig helfen Techniken wie Trancereisen und ein Angsttagebuch. Panikattacken besser zu verstehen und zu reduzieren.

Panikattacken langfristig überwinden: Online-Kurs in der Stefanie Stahl Akademie

Du möchtest deine Panikattacken endlich in den Griff bekommen?

Im Online-Kurs „Panikattacken überwinden“ der Stefanie Stahl Akademie lernst du, Panikursachen zu verstehen und dein inneres Alaramsystem langfristig und nachhaltig zu beruhigen. Mit wissenschaftlich fundierten Techniken und praktischen Übungen hilft dir der Kurs, deine Panik zu bewältigen und ein ruhigeres, angstfreies Leben zu führen.

Mutter und Kind umarmen sich im Schnee

Bist du auf der Suche nach einem GEschenk?

Verschenke in diesem Winter einen Online-Kurs der Stefanie Stahl Akademie an deine Lieben und unterstütze sie damit auf dem Weg zu einem gestärkten Selbstwertgefühl, stabilen Beziehungen oder beim Überwinden ihres Liebeskummers.