Selbstwert

Inneres Kind heilen: Prägungen lösen

Wie deine Kindheit dich prägt – Selbstheilung durch dein inneres Kind

Unsere Kindheit hat einen enormen Einfluss darauf, wie wir heute denken, fühlen und handeln. Vielleicht fragst du dich manchmal: “Warum reagiere ich so empfindlich auf Kritik?” oder “Wieso habe ich das Gefühl, nie genug zu sein?” oder “Warum bin ich so, wie ich bin?”. Die Antworten liegen oft in den Prägungen, die wir als Kinder erfahren haben. Hier kommt das innere Kind ins Spiel – ein psychologisches Konzept, das erklärt, warum wir uns in manchen Situationen wie Kinder verhalten und was wir tun können, um alte Kindheitsmuster zu erkennen, zu durchbrechen und Selbstheilung zu erfahren.  

Was ist das innere Kind?

Der Begriff inneres Kind” steht für die Summe all deiner frühen Erfahrungen, Emotionen und Glaubenssätze,  die du in der Kindheit entwickelt  hast. Dies beinhaltet sowohl positive Eindrücke – wie das Gefühl bedingungsloser Liebe – als auch negative, z.B. Vernachlässigung, Ablehnung oder Kritik. Psychologisch betrachtet ist das innere Kind ein Teil deines Unbewussten, der weiterhin aktiv ist und dein heutiges Selbstwertgefühl und deine Verhaltensmuster beeinflusst. 

  • Sonnenkind: Steht für deine Ressourcen wie Neugier, Lebensfreude und Selbstliebe, die oft verdeckt bleiben, wenn negative Erfahrungen dominieren. 
  • Schattenkind: Repräsentiert die verletzten Anteile in dir, die durch schmerzhafte Erlebnisse entstanden sind. Typische Glaubenssätze könnten lauten: “Ich bin nicht liebenswert” oder “Ich muss perfekt sein, um akzeptiert zu werden”. 

Warum ist das innere Kind so bedeutsam? 

In der Entwicklungspsychologie wird immer wieder betont, wie stark frühe Bindungserfahrungen unser späteres Leben prägen. Wenn du als Kind das Gefühl hattest, nicht genug Aufmerksamkeit oder Wärme zu erhalten, kann das im Erwachsenenalter zu Unsicherheit und Ängsten führen. Umgekehrt fördert ein Gefühl von Sicherheit und Wertschätzung in der Kindheit ein gesundes Selbstwertgefühl. 

Wie entstehen Glaubenssätze?

Ein Großteil unserer Glaubenssätze entwickelt sich in den ersten Lebensjahren – in einer Phase, in der wir besonders formbar sind. Kinder interpretieren Ereignisse noch nicht wie Erwachsene. Fällt ein Elternteil aus Stress grimmig aus oder kritisiert unverhältnismäßig, zieht das Kind oft den Schluss, selbst “falsch” oder “nicht liebenswert” zu sein. 

Warum? 

  • Kinder übernehmen die Perspektive ihrer Bezugspersonen: Sie sind darauf angewiesen, geliebt und umsorgt zu werden, was sie dazu motiviert, eigenes Fehlverhalten zu vermuten (“Ich bin schuld”), anstatt die äußeren Umstände als Ursache zu erkennen. 
  • Schutzmechanismus: Solange ein Kind glaubt, es könnte sich anpassen, um geliebt zu werden, behält es ein Gefühl der Kontrolle. Im Erwachsenenalter zeigt sich diese Haltung jedoch als limitierender Glaubenssatz, der uns in Sorgen und Unsicherheiten verstrickt. 

Psychologische Forschung verdeutlicht, dass sich solche Glaubenssätze im limbischen System (dem emotionalen Zentrum des Gehirns) verankern. Sie wirken unbewusst weiter, prägen unsere Selbstwahrnehmung und können sogar zu Selbstsabotage führen, wenn wir sie nicht hinterfragen. 

Warum prägen Eltern uns so stark?

Kein Mensch hat so viel Einfluss auf unser Urvertrauen und unsere emotionale Entwicklung wie unsere Eltern oder Hauptbezugspersonen. Die Bindungsforschung (u.a. Mary Ainsworth, John Bowlby) zeigt, dass die Qualität der emotionalen Bindung in der frühen Kindheit oft das Fundament unserer späteren Beziehungsfähigkeit legt.

  • Vorbildfunktion: Wenn Eltern selbst ängstlich oder unsicher sind, geben sie diese Haltung unbewusst weiter. 
  • Ungewollte Weitergabe: Auch Eltern, die bewusst alles richtig machen wollen, können Kinder durch übertriebene Vorsicht oder Perfektionsdruck negativ prägen. 
  • Elterlicher Stress: Häufig sind Mütter oder Väter erschöpft, was das Kind als Desinteresse oder Ablehnung missdeutet. 

Wichtig ist: Niemand ist perfekt, und jede Familie hat ihre eigenen Herausforderungen. Doch je bewusster wir uns unserer eigenen Kindheitsprägungen werden, desto mehr können wir sie aktiv gestalten, anstatt uns von ihnen steuern zu lassen. 

Wie du alte Muster lösen kannst

Der erste Schritt zur Selbstheilung besteht darin, deine Kindheitsmuster zu erkennen. Frage dich: 

Welche Glaubenssätze hast du aus deiner Kindheit mitgenommen? 

  • „Ich bin nur etwas wert, wenn ich leiste.“
  • “Ich darf keine Fehler machen, sonst werde ich abgelehnt.“
  • “Ich muss immer für andere da sein, sonst verliere ich ihre Liebe.“

Was fühlst du in bestimmten Situationen?

  • Fühlst du dich oft verantwortlich für das Glück anderer?
  • Meldet sich in Konflikten schnell eine innere Stimme, die dich kritisiert? 

Wie reagierst du, wenn du dich bedroht oder unverstanden fühlst? 

  • Ziehst du dich zurück oder versuchst du, alles zu kontrollieren?

Eine kraftvolle Methode aus der Schematherapie ist das Überschreiben alter Erinnerungen:  

  • Stelle dir vor, wie du als erwachsene Person deinem kindlichen Ich in einer belastenden Situation begegnest und es tröstest, beschützt oder stärkst.
  • So lernst du, deinem inneren Kind heute das zu geben, was es damals gebraucht hätte. 

Auch Achtsamkeitsübungen, Meditation oder das Führen eines Tagebuchs (Journaling) helfen dabei, Glaubenssätze zu reflektieren und schrittweise zu verändern.  

Dein Weg zu mehr Selbstliebe und Heilung

Wenn du den Wunsch spürst, dass du dich von den Prägungen deiner Kindheit lösen möchtest, kann dir der Kurs „Das Kind in dir muss Heimat finden“ von Stefanie Stahl helfen. Dieser Kurs baut auf dem Bestseller-Buch auf und bietet dir eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, um: 

  • Dein inneres Kind besser zu verstehen: Lerne die Wurzeln deiner Glaubenssätze kennen. 
  • Alte Wunden zu heilen:  Mit Übungen und Trancereisen kannst du belastende Erinnerungen umschreiben und dich emotional stärken. 
  • Gesunde Beziehungen aufzubauen: Indem du dein Selbstwertgefühl festigst, lernst du, Grenzen zu setzen und auf deine Bedürfnisse zu achten. 
  • Langfristige Verhaltensänderungen zu etablieren: Durch Reflexionsaufgaben und Aktionsschritte verankerst du neue, positive Muster im Alltag. 

Auch für Neueinsteiger:innen geeignet: Selbst wenn du nur vage Kindheitserinnerungen hast, gibt der Kurs dir gezielte Impulse, um deine prägenden Muster aufzuspüren und dein Potenzial zu entfalten. Klick hier, um mehr zu erfahren und deine Reise zu starten!

Fazit: Nur wer seine Wurzeln versteht, kann wirklich wachsen

Die Auseinandersetzung mit deiner Kindheit kann herausfordernd sein, doch sie ist ein enorm wichtiger Schritt, um alte Muster zu durchbrechen und deine Selbstheilung voranzubringen.  Das innere Kind ist ein Teil von dir – wenn du es liebevoll annimmst, schaffst du die Grundlage für ein gesundes Selbstwertgefühl, tiefere Beziehungen und ein erfüllteres Leben. 

Wenn du dich bereit fühlst, diesen Schritt zu gehen, schau dir unbedingt den Kurs “Das Kind in dir muss Heimat finden” von Stefanie Stahl an. Dort findest du praktische Übungen, wertvolle Reflektionsaufgaben und professionelle Begleitung, um deine Kindheitsprägungen zu erkennen und loszulassen. Gönn dir diesen Schritt für eine Zukunft voller Selbstliebe und innerer Freiheit. 

 

Was ist Egoismus?

In der Psychologie spricht man nicht von „Egoisten“, sondern von egoistischen Handlungen oder dem Komplex des „Egoismus“. Verwandt ist der Begriff des Egozentrismus, der eine selbstbezogene Wahrnehmung beschreibt. Egozentrische Menschen nehmen die Welt als auf sie bezogen wahr und haben Schwierigkeiten, die Perspektive ihrer Mitmenschen einzunehmen und sich in sie hineinzuversetzen.

Der Psychologe Jean Piaget prägte den Begriff des Egozentrismus, indem er ein normales Entwicklungsstadium bei Kindern beschrieb. Säuglinge und Kleinkinder haben noch keine klare Vorstellung von einer abgegrenzten individuellen Identität und nehmen daher die gesamte Welt ausschließlich aus ihrer eigenen Perspektive und auf sich bezogen wahr. Mit zunehmendem Alter lernen Kinder, dass es andere Menschen wie sie gibt, die ihre eigenen Gedanken und Gefühle haben.

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Wie viel Egoismus ist “normal”?

Die Frage, ob der Mensch eher ein Egoist oder ein Altruist ist, beschäftigt nicht nur Philosophen, sondern auch Psychologen. Aus psychologischer Sicht ist es schwierig, absolut zu behaupten, dass der Mensch eindeutig das eine oder das andere ist. Wir Menschen zeigen Neigungen zum Egoismus und besitzen gleichzeitig von Natur aus empathische Fähigkeiten, die uns zu kooperativem Handeln und Selbstkontrolle befähigen.

Wie stark diese Verhaltensweisen ausgeprägt sind und wie sich egoistisches oder kooperatives Handeln konkret äußert, hängt von genetischen Faktoren sowie der Sozialisierung ab. Die Erziehung und der kulturelle Kontext spielen eine bedeutende Rolle. In manchen Kulturen wird beispielsweise ein stärkerer Egoismus bei Männern im Vergleich zu Frauen gefördert.

Egoistisches Verhalten erfüllt evolutionär betrachtet sowohl für die menschliche Spezies als auch für das Überleben des Einzelnen eine Funktion. In Situationen, in denen grundlegende biologische Bedürfnisse bedroht sind – wie Hunger oder die Bedrohung der eigenen Nachkommen – reagieren Menschen instinktiv eigennützig. Sie greifen zum letzten Stück Brot oder verteidigen ihre Nachkommen auf jede erdenkliche Weise.

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Sind Menschen also von Natur aus Egoisten?

Es wäre zu einfach zu behaupten, dass Menschen von Natur aus ausschließlich Egoisten sind. Neben egoistischen Neigungen verfügen wir auch über die Veranlagung von prosozialem Verhalten. Prosoziales Verhalten beschreibt Handlungen, die darauf abzielen, anderen zu helfen oder ihr Wohlergehen zu fördern, ohne dabei unmittelbar eigene Vorteile zu suchen. Es beinhaltet Handlungen wie Unterstützung, Teilen, Altruismus und kooperatives Verhalten, die zum Nutzen anderer Menschen oder der Gesellschaft insgesamt ausgeführt werden. Dieses Verhalten wird oft aus Empathie, Mitgefühl oder dem Wunsch heraus, anderen zu helfen, praktiziert, unabhängig von persönlichem Gewinn. Evolutionär gesehen kann prosoziales Verhalten einen kollektiven Vorteil bieten, beispielsweise bei der Nahrungssuche, Verteidigung und Betreuung der Nachkommen. Prosoziales Verhalten beinhaltet empathische Fähigkeiten und Selbstkontrolle. Empathie ermöglicht es uns, die Perspektive anderer zu verstehen und ihre Gefühle nachzuempfinden. Selbstkontrolle wiederum erlaubt es, eigene Impulse zu überdenken und zurückzustellen, um langfristige gemeinschaftliche Ziele zu fördern, wie beispielsweise das Teilen von Ressourcen zur Stärkung sozialer Bindungen.

Warum handeln manche Menschen egoistisch und wenig sozial, wenn sie doch für Empathie und Bindung ausgestattet sind?

Es ist wichtig, zwischen egoistischem Verhalten als vorübergehende Reaktion auf bestimmte Situationen und Egoismus als dauerhafte Persönlichkeitseigenschaft zu differenzieren. Egoismus kann ansteckend sein, besonders in sozialen Kontexten wie wettbewerbsorientierten Arbeitsumgebungen, in denen bereits eine einzige egoistische Person die gesamte Dynamik beeinflussen kann. Der dahinter liegende Mechanismus scheint zu sein, dass egoistisches Verhalten von einer Person die Befürchtung in anderen auslöst, benachteiligt zu werden oder nicht gerecht behandelt zu werden. Dies führt zu einem Verlust des Vertrauens in kollektive Interessen und veranlasst Einzelpersonen, ihre eigenen Vorteile zu suchen, um nicht benachteiligt zu werden. Ein gestörtes Vertrauen in die Mitmenschen ist ein bedeutender Faktor bei solchen Entwicklungen.

Laut dem amerikanischen Psychologen Robert Sutton können Schlafmangel, Stress, Druck und das Vorhandensein anderer egoistischer Personen in der Umgebung dazu beitragen, dass Menschen selbstbezogenes oder unsympathisches Verhalten zeigen. Dies wird verstärkt, wenn rücksichtsloses Verhalten als akzeptabel angesehen wird, sei es durch Vorbilder wie Chefs oder Eltern.

Obwohl wir alle in bestimmten Situationen potenziell egoistisch handeln können, bleibt die Frage bestehen, warum manche Menschen konstant und in großem Maße rücksichtslos und selbstbezogen agieren.

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Was zeichnet konstant egoistisch handelnde Menschen aus?

Menschen, die stark von Egoismus geprägt sind, zeigen häufig einen Mangel an Empathie und Schwierigkeiten, die Perspektive anderer einzunehmen. Ebenso fehlt ihnen die Fähigkeit, ihre eigenen Handlungen zu reflektieren und egoistische Impulse zu kontrollieren. Infolgedessen fällt es ihnen schwer, die Interessen anderer angemessen zu erkennen und in ihre Handlungen einzubeziehen.

In zwischenmenschlichen Beziehungen zeigen sie ein unausgewogenes Geben und Nehmen, nehmen mehr als sie geben, sei es Zeit, Hilfe oder Aufmerksamkeit. Sie beharren auf ihren eigenen Ansichten und sind wenig kompromissbereit, indem sie hartnäckig ihre eigenen Interessen durchsetzen. Oft bemerken sie nicht, wie es ihrem Gegenüber dabei geht.

Sie empfinden schnell, dass ihr Freiraum eingegrenzt wird oder dass sie von anderen manipuliert oder ausgenutzt werden könnten. Daher reagieren sie empfindlich auf die Erwartungen und Forderungen anderer und setzen häufig zu strikte Grenzen, um sich selbst zu schützen.

Gibt es einen Unterschied zwischen Egoismus und Persönlichkeitsstörungen?

Narzissmus und Egoismus sind zwei Begriffe, die sich auf selbstbezogene Verhaltensweisen beziehen, jedoch unterscheiden sie sich in ihren Merkmalen und Ausprägungen. Egoismus bezieht sich im Allgemeinen auf eine selbstbezogene Einstellung, in der eine Person stark auf ihre eigenen Bedürfnisse und Interessen fokussiert ist und möglicherweise weniger Rücksicht auf die Bedürfnisse anderer nimmt. Egoistisches Verhalten kann situativ sein und resultiert aus einem starken Streben nach eigenen Vorteilen, ohne zwangsläufig das Verlangen zu haben, andere zu dominieren oder zu manipulieren.

Egoismus ein Aspekt von verschiedenen Persönlichkeitsstörungen wie Narzissmus, Psychopathie und Sadismus. Nicht alle egoistisch geprägten Menschen leiden an einer Persönlichkeitsstörung.

Bei der narzisstischen Persönlichkeitsstörung liegt eine andauernde und grundlegende Störung des Selbstwertgefühls zugrunde. Dabei wird oft das eigene Selbst innerlich abgelehnt, während sich der Narzisst nach außen übertrieben selbstbewusst gibt. Betroffene haben oft das Bedürfnis nach Bewunderung und Anerkennung von anderen Menschen, sie neigen dazu, andere zu dominieren und haben oft Schwierigkeiten, die Perspektive anderer einzunehmen, beziehungsweise Empathie zu empfinden.

Wo liegt die Grenze zwischen gesundem Selbstschutz oder Selbstfürsorge und problematischem Egoismus?

Nicht alle Verhaltensweisen, die als egoistisch bezeichnet werden, sind tatsächlich egoistisch. Manchmal verwenden wir den Begriff, um notwendige Selbstverteidigung oder gesunde Selbstfürsorge zu diskreditieren. Häufig wird die Anschuldigung des Egoismus genutzt, um Personen dazu zu bringen, ihre eigenen Bedürfnisse zurückzustellen. Die Anschuldigung, ein Egoist oder eine Egoistin zu sein, kann beschämend wirken. Ironischerweise verwenden Egoisten und Narzissten diesen Vorwurf selbst häufiger, um andere zu dominieren.

Menschen, die überangepasst sind, haben oft Schwierigkeiten, ihre Bedürfnisse zu äußern und für sich selbst einzutreten. Dies kann auf ein geringes Selbstwertgefühl oder Erfahrungen aus der Kindheit zurückzuführen sein, in denen ihre Bedürfnisse nicht beachtet wurden. Sie fühlen sich schnell egoistisch, wenn sie eigentlich berechtigte Forderungen stellen.

Der Unterschied zwischen gesundem Selbstschutz und problematischem Egoismus liegt in der Flexibilität. Personen, die ihre Bedürfnisse artikulieren, aber auch bereit sind, Kompromisse einzugehen, sind nicht zwangsläufig übermäßige Egoisten. Problematisch wird es bei denen, die in festgefahrenen egoistischen Mustern verharren und nicht kompromissbereit sind. Die Grenze zwischen egoistischem Verhalten und angemessener Selbstsorge ist letztlich eine ethische Frage. Es hängt davon ab, was als gerecht betrachtet wird, was jemand verdient oder wann ein Ungleichgewicht akzeptabel ist. Dies ist eng mit gesellschaftlichen und individuellen Normen verbunden, die nur durch offenen Dialog und Verständigung über Werte und Bedürfnisse gelöst werden können.

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Wie kann ich mit egoistischen Menschen umgehen?

Der Umgang mit egoistischen Menschen erfordert verschiedene Strategien. Es beginnt mit der klaren Festlegung eigener Grenzen, Bedürfnisse und Ansprüche, um zu erkennen, ob diese überschritten werden.

Kommunikation spielt eine entscheidende Rolle. In zwischenmenschlichen Beziehungen ist es wichtig, dem selbstbezogenen Partner das eigene Empfinden durch Spiegelung seines Verhaltens zu verdeutlichen, während gleichzeitig die eigenen Bedürfnisse kommuniziert werden. Mitfühlendes Verhalten ermöglicht es, das zugrunde liegende Bedürfnis des Egoisten zu erkennen und anzuerkennen, wodurch die andere Person ermutigt werden kann, Gefühle auszudrücken.

Für Menschen, die zu angepasstem Verhalten neigen, ist es hilfreich, in konkreten Situationen zu überlegen, ob auftretende Schuldgefühle bei Durchsetzung eigener Interessen gerechtfertigt sind. Die Erinnerung daran, dass gute Kompromisse möglich sind, kann sowohl dir als auch deinem Partner helfen.

Wenn trotz Gesprächen und Bemühungen egoistisches Verhalten in Beziehungen nicht nachlässt, kann es notwendig sein, klare Grenzen zu setzen und gegebenenfalls Abstand zu nehmen, um weiteres Leiden zu vermeiden.

Am Arbeitsplatz ist klare und gegebenenfalls schriftliche Kommunikation mit egoistischen Personen ratsam. Verschiedene Kommunikationsstile können je nach Person effektiv sein: Einzelgespräche oder auch direktere Konfrontationen. Es ist wichtig, sich bewusst zu sein, dass Beteiligung an Klatsch und Lästereien das Verhalten von egoistischen Menschen verstärken kann. Für den Umgang mit narzisstischen Egoisten ist es oft besser, direkte Konfrontationen zu vermeiden, um keine Energie in solche Konflikte zu investieren. Es kann ratsam sein, Unruhestifter zu umgehen und Dinge direkt mit Kollegen zu klären.

Wenn möglich, ist es ratsam, Abstand von Personen zu halten, die sozial unverträglich oder stark narzisstisch geprägt sind. Es ist wichtig zu akzeptieren, dass echte Narzisstinnen und Narzissten oft nicht veränderbar sind, um sich selbst unnötiges Leid zu ersparen.

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Ich bin egoistisch – Wie kann ich mein Verhalten ändern?

Warum sollte sich eine Person, die egoistisch ist, überhaupt verändern? Es ist ein paradoxer Gedanke, dass weniger egoistisches Verhalten nicht nur positiv für andere ist, sondern auch für das eigene Wohlbefinden. Eine umfassende Studie aus den USA im Jahr 2020 verdeutlichte, dass schon zwei Stunden pro Woche soziales Engagement das Risiko des Sterbens verringern und die körperliche Fitness verbessern können. Des Weiteren können egoistische Verhaltensweisen Partnerschaften, Beziehungen und das gesamte Umfeld negativ beeinflussen.

Für Menschen mit egoistischen Neigungen ist der erste Schritt, die eigenen Verhaltensmuster zu verstehen und zu erkennen, wie häufig die Bedürfnisse anderer missachtet werden.

Es ist wichtig, Zugang zu den eigenen Gefühlen zu finden, besonders zu unangenehmen Emotionen wie Angst oder Verletztheit. Indem man lernt, mit den eigenen Emotionen umzugehen, kann man auch anderen mit Empathie begegnen und ihre Perspektiven besser verstehen. Tägliche Meditationsübungen können Eigenschaften wie Mitgefühl, Dankbarkeit und prosoziale Motivation fördern.

Bei arrogantem Auftreten steht oft ein verletztes inneres Kind im Mittelpunkt. Daher sollten arrogant auftretende Menschen an ihrem Selbstwertgefühl arbeiten, indem sie nach ihrem authentischen Selbst suchen. Zudem sollten sie hinterfragen, welche Glaubenssätze ihr überhebliches Verhalten begleiten und woher diese Überzeugungen stammen. Solltest du den Eindruck haben, dass dein Verhalten so problematisch ist, dass du immer wieder Probleme in deinen zwischenmenschlichen Beziehungen hast oder befürchtest, nazistische Ausprägungen zu haben, ist es ratsam, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Nur ein Psychotherapeut oder eine Psychotherapeutin ist in der Lage, eine Diagnose zu stellen und individuelle Behandlungsstrategien zu finden.

Endlich ich selbst! Coming Out!

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Der Ausdruck “Coming out” bezieht sich ursprünglich auf „Coming out of the closet“. Die Verwendung des Begriffs „Closet“ (Schrank) stammt aus Zeiten, in denen z.B. Homosexualität stark tabuisiert und oft kriminalisiert wurde. Für viele Menschen war es notwendig, ihre wahren Gefühle und Identitäten vor anderen zu verbergen, um Diskriminierung, soziale Ausgrenzung oder sogar rechtliche Konsequenzen zu vermeiden. Der Schrank repräsentierte daher symbolisch den Zustand der Geheimhaltung. „Coming out of the closet“, sprich aus dem metaphorischen Schrank herauszutreten, bedeutet anderen zu zeigen, wer man wirklich ist.

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Kurze Begriffsklärungen: Das ABC des LGBTQIA+

LGBTQIA steht für unterschiedliche Begriffe, die dazu verwendet werden, sexuelle Orientierungen und Geschlechtsidentitäten zu umfassen. Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer, Intersexual, Asexuell. Das Plus am Ende dient als Platzhalter für weitere Identitäten.
Hier ist eine Erklärung für jeden Buchstaben in der Abkürzung:

L Lesbian / Lesbisch: bezieht sich auf Frauen, die sich romantisch und sexuell zu anderen Frauen hingezogen fühlen.

G Gay / Schwul: bezieht sich auf Männer, die sich romantisch und sexuell zu anderen Männern hingezogen fühlen.

B Bisexual / Bisexuell: bezieht sich auf Menschen, die sich romantisch und sexuell zu Personen jeglichen Geschlechts hingezogen fühlen.

T Transgender: bezieht sich auf Personen, deren Geschlechtsidentität nicht mit dem Geschlecht übereinstimmt, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Das betrifft zum Beispiel Personen, die bei der Geburt als männlich klassifiziert wurden, sich jedoch als Frau identifizieren.

Q Queer: Oberbegriff für Personen, die nicht der zweigeschlechtlichen, cis-geschlechtlichen und/oder heterosexuellen Norm entsprechen.

I Intersexual / Intersex: bezieht sich auf Menschen, die körperliche Merkmale haben, die nicht eindeutig männlich oder weiblich sind. Intersexuelle Menschen können sich als männlich, weiblich oder in anderer Weise identifizieren.

A Asexual / Asexuell: Dies bezieht sich auf Menschen, die wenig bis gar kein sexuelles Verlangen oder Interesse an sexuellen Beziehungen haben.

+ Das Pluszeichen (+) am Ende der Abkürzung steht symbolisch für weitere Identitäten und Ausdrucksformen, die nicht in den Hauptbuchstaben enthalten sind, aber dennoch in der LGBTQIA+ Community vertreten sind.

Herausforderungen beim Coming Out

Queere Personen haben bis zum Coming Out vor Verwandten und Freunden oft einen langen Weg des inneren Coming Outs hinter sich. Sie haben innere Ängste, Zweifel und Unsicherheiten überwunden und ein authentisches Selbstbewusstsein entwickelt. Das innere Coming Out bedeutet, dass jemand beginnt, seine eigene Identität zu verstehen, zu akzeptieren und sich damit wohlzufühlen. Diese innere Identität nach außen zu tragen, kann mit verschiedenen Emotionen und Herausforderungen verbunden sein, da die Reaktionen der Menschen unterschiedlich ausfallen können.

Betroffene haben oft Angst vor Ablehnung, Diskriminierung oder Gewalt durch nahestehende Personen oder der Gesellschaft im Allgemeinen. Solche Erfahrungen zu machen kann traumatisch sein. Zudem besteht die Sorge, Freund:innen oder die Unterstützung von Familienmitgliedern zu verlieren. Dies kann schließlich zu Einsamkeit und Isolation führen. Sie leiden unter dem Druck, das eigene Leben und die eigene Identität zu verbergen, um Akzeptanz zu erlangen oder Gewalt zu vermeiden.

Ein Hindernis beim Coming Out kann ein Mangel an Ressourcen und Unterstützung sein, insbesondere für Jugendliche. Die Belastung und die emotionalen Herausforderungen, die mit dem Coming Out einhergehen, können dazu beitragen, bereits bestehende Angstzustände oder Depressionen zu verstärken.

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Chancen eines Coming Outs

Das Verbergen der eigenen Identität kann zu erheblichem Stress und Angst führen. Das Coming Out ermöglicht es queeren Personen, diese Belastung abzulegen und so Stress und Angstzustände zu reduzieren. Sich so anzunehmen und zeigen, wie man ist, kann sehr befreiend und erleichternd sein. So kann ein Coming Out die Selbstachtung und Selbstakzeptanz steigern.

Das Überwinden von Ängsten und Hindernissen beim Coming Out kann das Selbstvertrauen stärken und die Fähigkeit zur Bewältigung von Herausforderungen fördern. Außerdem kann sich das soziale Netzwerk verbessern, indem man Teil einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten werden kann. Diese Gemeinschaft kann eine wertvolle Quelle für Unterstützung und Freundschaft sein, die das Wohlbefinden und die Lebensqualität erheblich steigert. Gleichzeitig können bereits bestehende Beziehungen zu Freund:innen und Familienmitgliedern noch einmal vertieft werden.

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Tipps für Menschen, die vor dem Coming-out stehen

Es ist wichtig, dir bewusst zu machen, dass dein Coming-out eine individuelle und persönliche Entscheidung sowie Erfahrung ist. Du solltest dich also von niemandem darüber belehren lassen, wann, wo, wie, etc. du es tun solltest. Mach es auf deine eigene Art und Weise und in deinem eigenen Tempo. Wenn du dich noch nicht bereit fühlst, musst du dich (noch) nicht outen.

Nimm dir die Zeit, die du brauchst, um dich auf die Veränderung vorzubereiten und dir zu überlegen, was und wie du es sagen willst. Vielleicht hilft es dir auch, mit einer vertrauten Person zu “üben”. Das gibt dir die Möglichkeit, Schritt für Schritt Unterstützung zu finden. Es könnte passieren, dass du auf negative Reaktionen triffst. Es kann dir helfen, dich darauf vorzubereiten und zu überlegen, wie du darauf reagieren möchtest. Eine Möglichkeit, dich darauf vorzubereiten, ist, vorab queere Themen anzusprechen, um herauszufinden, wie die Personen in deinem Umfeld damit umgehen.

Wenn du dich unsicher fühlst, kann es dir helfen, mit einer einzigen Person anzufangen. Wähle jemanden aus, bei dem du sicher bist oder eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass er/sie positiv reagiert. Es könnte auch jemand sein, der selbst queer ist und bereits geoutet ist. Diese Person kann dir bei weiteren Coming Outs zur Seite stehen und so könnt ihr gemeinsam ein Support-Netzwerk aufbauen. Alternativ zu einem Gespräch kannst du auch einen Coming Out-Brief schreiben, wenn du dich damit wohler fühlst. Verbindungen zu anderen LGBTQIA+-Personen herzustellen und zu erfahren, wie sie ihre Coming-Out-Erfahrung bewältigt haben, kann dir auch helfen.

Es existieren zahlreiche Online-Communities, die Unterstützung und Ressourcen zur Verfügung stellen. Beispielsweise findest du unter www.deincomingout.de/fuer-betroffene Ratgeber zum Coming-out in verschiedenen Kontexten. Es ist ratsam, sich über die rechtlichen Aspekte deines Coming Outs zu informieren, vor allem in Bezug auf Arbeit und Wohnen. Es bestehen rechtliche Schutzmechanismen, die vor Diskriminierung bewahren, wie das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG).

Trotz der Herausforderungen, die mit dem Coming Out einhergehen können, birgt es auch viele positive Seiten, auf die du dich konzentrieren kannst. Dazu gehören eine gesteigerte Selbstakzeptanz und die Chance, authentischer zu leben. Es ist immer sinnvoll, Selbstfürsorge zu zeigen, besonders in schwierigen Zeiten. Falls es dir sehr schwerfällt, mit dem Coming-Out zurechtzukommen, besteht die Option, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Es gibt zahlreiche Therapeuten und Berater, die auf LGBTQIA+-Themen spezialisiert sind und Hilfe anbieten können.

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Wie kann ich angemessen reagieren, wenn sich eine Person bei mir outet?

Hier sind einige Tipps, die du berücksichtigen kannst, um unterstützend auf das Coming Out einer anderen Person zu reagieren: Beginne damit, dich für das Vertrauen zu bedanken, das dir die Person entgegengebracht hat. Ermutige sie, sich in ihrer Identität gestärkt zu fühlen. Frag vorsichtig nach, ob die Person bereit ist, mehr über ihre Erfahrungen zu teilen, und sei sensibel, wenn du Nachfragen stellst. Gib ihr Raum, ihre Gedanken und Gefühle auszudrücken. Erkundige dich, wie es der Person nach dem Coming Out geht. Zeige Empathie und Interesse an ihrem Wohlbefinden. Versichere der Person, dass du für sie da bist und sie unterstützen wirst, wann immer sie dich braucht. Schaffe eine Atmosphäre des Verständnisses und der Offenheit. Zusätzlich kannst du dich über LGBTQIA+-Themen informieren und dich für Gleichstellung und Akzeptanz engagieren.

Dir fehlen die Worte?

Was man z.B. sagen kann:

  • “Ich bin sehr froh, dass du es mir erzählt hast und ich bin immer für dich da.”
  • “Ich stehe bei allem hinter dir, was dich glücklich macht”.
  • “Du musst nicht weiter darüber sprechen, aber ich bin immer für dich da, wenn du reden möchtest.”

Sätze, die man beim Coming Out lieber nicht sagt:

Es ist wichtig zu verstehen, dass das Coming Out für viele queere Menschen einen bedeutsamen Schritt darstellt und keinesfalls mit dem Satz „Das spielt keine Rolle für mich.“ abgetan werden sollte. Vermeide zu sagen: „Ich wusste das schon immer.” oder „Stehst du jetzt auf mich?“. Es kann auch sehr herabwürdigend sein zu fragen, ob das eine Phase ist oder ob die Person sich sicher ist. Sei nicht verärgert, dass du “erst jetzt” darüber informiert wurdest. Wenn du den Drang verspürst, einen negativen Kommentar abzugeben, halte dich zurück und nimm dir Zeit, dich mit diesem Impuls auseinanderzusetzen. Respektiere die Gefühle und Erfahrungen der Person und sei sensibel und unterstützend, während sie sich dir so öffnet.

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Wie wird man zum Ally / Was kann ich als nicht-queere Person tun?

Für die LGBTQIA+ ist ein “Ally” (auf deutsch: Verbündte:r) eine Person, die sich bewusst und aktiv dafür einsetzt, Unterstützung, Verständnis und Gleichbehandlung für die LGBTQ+-Gemeinschaft zu fördern, obwohl sie selbst nicht queer ist.

Indem du queeren Menschen zuhörst und beachtest, dass nicht immer nach deiner Meinung oder Zustimmung gefragt wird, kannst du dein Interesse ausdrücken. Es lohnt sich zusätzlich, dich selbst zu informieren und fortzubilden. Vielleicht setzt du dich auch noch mal mit der Nutzung inklusiver Sprache auseinander. Es kann auch die Pronomen-Angabe normalisieren, wenn du dich mit deinen Pronomen vorstellst, obwohl du cis bist. Wenn du auf diskriminierende Situationen stößt, wie zum Beispiel queerfeindliche Witze oder Beleidigungen sowie die fehlerhafte Verwendung von Pronomen, kannst du aktiv handeln und dich für queere Personen einsetzen.

Das ermöglicht einen respektvollen Umgang mit queeren Menschen. Einige queere Menschen leiden auch unter Fetischisierung. Nur weil ein Mann homosexuell ist, heißt das nicht, dass er die klischee Version eines „schwulen besten Freundes“ sein möchte. Klischees und Stereotypen bewusst abzulegen ist genauso wichtig wie unvoreingenommen auf Personen einzugehen und nicht zu erwarten, dass sie heterosexuell oder cis sind. Sei bereit, aus Fehlern zu lernen und bleibe offen für Kritik und Feedback.

Bin ich faul? Die wahren Gründe hinter Prokrastination

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Was ist Prokrastination überhaupt?

Prokrastination ist die wissenschaftliche Bezeichnung für pathologisches Aufschiebeverhalten. Wichtig: Wir sprechen häufig von Prokrastination, sobald wir Aufgaben vertagen. Jedoch ist Prokrastination streng genommen das Aufschieben von Aufgaben mit Krankheitswert. Wir beschäftigen uns in diesem Beitrag mit dem Thema “Prokrastination”, auch wenn wir damit nicht immer diese Form von Aufschiebung meinen. Ein wirkliches Problem ist Prokrastination spätestens, wenn sie psychische Folgen wie Dauerstress, Depressionen, Angststörungen oder zwischenmenschliche Probleme wie Unstimmigkeiten im Job oder an der Uni oder Streit mit anderen Personen mit sich bringt.

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Heißt Prokrastination, dass ich faul und undiszipliniert bin?

Hier gilt es genau hinzusehen! Wer faul ist, der genießt es einfach mal nichts zu tun und fühlt sich nicht wirklich schlecht dabei, seine Aufgaben zu vernachlässigen. Faulheit macht sich durch Energielosigkeit und den Zustand vorübergehender oder andauernder Gleichgültigkeit bemerkbar. Wer prokrastiniert, fühlt sich hingegen unwohl damit, überhaupt nichts zu tun und versucht, sich durch andere Aufgaben abzulenken. Außerdem geht Prokrastination häufig mit unterschwelligem Dauerstress einher, da die Betroffenen ihre Aufgaben für sehr wichtig halten, wohinter häufig Versagensangst steckt.

Was steckt dahinter?

Alles, was wir tun, hat eine Funktion. Auch wenn wir diese zunächst nicht sehen und sie nicht offensichtlich ist. Prokrastination ist häufig ein Schutzmechanismus vor Versagen und Angst: Wenn ich gar nichts tue, kann ich auch nicht versagen. Dies wird auch durch Studien bestätigt, die darauf hinweisen, dass Prokrastination mit einer erhöhten Aktivität der Amygdala einhergehen kann. Die Amygdala ist die Hirnregion, die für die Prozessierung von (negativen) Emotionen, insbesondere Angst, zuständig ist. Empfinden wir Angst, haben wir drei Optionen: Fight, Flight und Freeze. Prokrastination ist eine Art Freeze-Verhalten. Außerdem reagiert unser Körper auf die kurzfristige Stressreduktion, die Prokrastination mit sich bringt, indem er dieses Verhalten als positiv bewertet, obwohl es langfristig zu negativen Konsequenzen führt. 36B993FD 58F6 4E72 B080 3545578AC894 1 201 a 1252x1536 1

Was sind die Gründe für Prokrastination?

Acht von zehn Deutschen (82 Prozent) haben schon finanzielle, berufliche oder gesundheitliche Nachteile erlitten, weil sie wichtige Dinge auf die lange Bank geschoben haben. Aber was treibt uns wirklich dazu, zu prokrastinieren? Gemäß einer Studie des SINUS-Instituts sind die häufigsten Gründe für permanente Prokrastination die folgenden:

  • Fehlende Motivation (54% der Befragten)
  • Fehlende Zeit (40% der Befragten)
  • Aufgaben sind zu anstrengend (39% der Befragten)
  • Fehlende finanzielle Ressourcen (38% der Befragten)
  • Nicht wissen, wie man etwas anpacken soll (33% der Befragten)

Warum lernen wir nicht aus Prokrastination?

Das Gemeine an Prokrastination: Während sie uns langfristig schadet, reduziert sie kurzzeitig negative Gefühle und Stress. Unser Körper vermerkt diese Stressreduzierung als etwas Positives. Den typischen Stress vor einer prokrastinierten Deadline (inklusive Nachtschichten und übermäßigem Koffeinkonsum) schieben wir dann häufig auf unsere nicht vorhandenen Fähigkeiten, die Aufgabe zu erledigen und nicht darauf, dass wir sie “einfach” nicht rechtzeitig begonnen haben. Die Folge: Wir sehen kein Problem an der Prokrastination. Aber was kann nun helfen, uns von der lästigen Aufschieberitis zu befreien?

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Praktische Tipps um die Aufschieberitis zu besiegen

Prokrastination ist keine eigenständige Krankheit und kann daher nicht direkt “geheilt” werden. Es gibt jedoch verschiedene Strategien, um mit Prokrastination umzugehen und sie zu verringern oder zu vermeiden.

1.

Motivation erfragen

Intrinsische Motivation spielt eine entscheidende Rolle, um Aufgaben zu erledigen. Es hilft, sich die Frage zu stellen, warum man eine Aufgabe erledigen möchte. Falls die Aufgabe unklar erscheint, kann man sie in kleine Schritte aufteilen, um sie greifbarer zu machen.
2.

Kleinere Ziele setzen und den Erfolg visualisieren

Kleinere Ziele zu setzen, wird dir helfen, überhaupt anzufangen. Es bietet sich an, z.B. mit dem kleinsten Schritt, den du sofort erledigen kannst, zu beginnen. Es ist auch hilfreich, sich mit jemandem zusammenzutun, um sich gegenseitig zu motivieren. Die Visualisierung der erfolgreichen Erledigung der Aufgabe kann zusätzlich anspornend wirken.
3.

Eat the Frog!

Eine Auseinandersetzung mit dem unangenehmen Gefühl, das mit der Aufgabe verbunden ist, kann die Motivation steigern. Das „Eat the Frog“-Prinzip besagt, dass man die unangenehmste Aufgabe zuerst erledigen sollte.
4.

Selbstmitgefühl aufbringen

Ein mitfühlender Umgang mit Prokrastination ist wichtig, um sich nicht selbst zu bestrafen. Journaling kann helfen, die zugrundeliegenden Gründe für die Prokrastination zu erkennen.
5.

Situation akzeptieren

Es ist ratsam, sich nicht als einen „Prokrastinierer“ zu bezeichnen, sondern den Stress anzuerkennen – und ihn nicht mit Ablenkungen zu meiden.
6.

Pomodoro-Methode

Die Pomodoro-Methode ist eine Zeitmanagement-Technik, bei der man 25 Minuten lang konzentriert an einer Aufgabe arbeitet (ein Pomodoro) und danach fünf Minuten Pause macht. Nach vier Pomodoros folgt dann eine längere Pause. Diese Methode steigert die Produktivität und minimiert mögliche Ablenkungen. 56FFD18C 7F16 4DF9 B3EF 2B42711104B0 1 201 a 1252x1536 1

Fazit

Prokrastination ist kein Ausdruck von Faulheit, sondern ein komplexes Verhalten, das ganz unterschiedliche Ursachen haben kann. Indem wir uns mit den wahren Gründen hinter unserer Aufschieberitis auseinandersetzen, können wir lernen, besser damit umzugehen – und nicht so hart zu uns selbst zu sein.

Selbstkritik – warum sehen wir nur unsere Schwächen?

Wir alle haben es vermutlich schon mal erlebt: Wir halten einen Vortrag in der Schule, Uni oder Arbeit und kriegen eigentlich richtig gutes Feedback. Wir sind also super happy – oder? Wäre da nur nicht dieser eine Kollege, der in einem Nebensatz gesagt hat, wir hätten ja schon etwas flüssiger sprechen können. All die positiven Rückmeldungen wirken auf einmal völlig unbedeutend, wir ärgern uns über uns selbst – schon wieder verbockt! –, und sowohl die Laune als auch unser Selbstvertrauen sind im Keller. Aber woher kommt dieser Fokus auf das Negative und wie können wir es schaffen, unseren inneren Kritiker zu bändigen?

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Woher kommen meine Selbstzweifel?

Selbstkritisch zu sein ist per se nichts Schlechtes und auch total normal. Wenn wir unsere eigenen Verhaltensweisen nämlich nicht auch mal kritisch reflektieren können, können wir uns auch nicht weiterentwickeln. Auch Versagensängste und Selbstzweifel sind in einem gewissen Ausmaß völlig normal. Sie wollen nämlich zwei wichtige psychologische Grundbedürfnisse schützen: Das Bedürfnis nach Bindung, und das Bedürfnis nach Anerkennung bzw. Selbstwertschutz. Wir sind also ständig darum bemüht, uns Anerkennung und Bindung zu sichern bzw. den Anschluss nicht zu verlieren, und Selbstzweifel können ein starker Motor sein, der uns antreibt, gute “Leistungen” zu erbringen – sei es in sozialer, beruflicher oder persönlicher Hinsicht.

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Weitere Informationen

Selbstkritisches Hinterfragen, Selbstzweifel und Versagensängste sind also zu einem gewissen Grad in uns angelegt. Durch frühkindliche Prägungen können diese jedoch verstärkt werden und sich in negativen Glaubenssätzen manifestieren, die uns letztendlich im Weg stehen. Wenn wir beispielsweise als Kinder gelernt haben, dass wir nur geliebt werden, wenn wir perfekte Leistungen erbringen, verinnerlichen wir eine Grundangst davor, zu versagen – und deshalb den Anschluss zu verlieren. Diese Angst projizieren wir dann oft auf bestimmte Lebensbereiche, zum Beispiel die Arbeit, wo wir uns dann besonders stark anstrengen, um unserer Angst entgegenzuwirken. Bei Menschen mit starken Versagensängsten besteht daher oft auch ein extremes Missverhältnis zwischen ihrer Leistung und ihrer subjektiven Bewertung: Sie halten ihre eigene Leistung und ihre Fähigkeit für ungenügend, strengen sich daher besonders an und liefern dann tolle Arbeit ab – die sie selbst aber nach wie vor nicht anerkennen können.

In der Extremform spricht man dabei vom Impostor-Syndrom: Menschen mit diesem Syndrom gehen nämlich davon aus, dass sie grundsätzlich ungenügende Kompetenzen oder Fähigkeiten haben. Wenn sie erfolgreich sind, schreiben sie diesen Erfolg externen Faktoren zu („Ich hatte einfach Glück!” oder “Die Aufgabe war einfach leicht”), wenn sie einen Misserfolg erleben, fühlen sie sich davon in ihrer Inkompetenz bestätigt. Menschen mit Impostor-Syndrom leben in der ständigen Angst, dass sie “auffliegen”, also andere merken könnten, dass sie eigentlich gar nichts können.

Aber was kann ich tun, wenn ich übertrieben selbstkritisch bin?

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Wie kann ich meine Selbstzweifel überwinden?

1

Geh deinen Ängsten auf den Grund

Setze dich erstmal damit auseinander, woher deine Selbstzweifel und das Gefühl, nicht zu genügen, überhaupt kommen. Wie bist du aufgewachsen? Welche Rolle hat Leistung in deiner Kindheit gespielt? Welche negativen Glaubenssätze hast du verinnerlicht? Sobald du deine Glaubenssätze identifiziert hast, kannst du auch beginnen, von ihnen Abstand zu nehmen und dir klarzumachen, dass sie nichts mit deiner aktuellen Realität zu tun haben.
2

Konkretisiere deine Ängste

Versagensängste äußern sich häufig als ein diffuses Grundgefühl, gegen das es schwer ist, anzukommen. Daher kann es sehr hilfreich sein, die Ängste in eine konkrete Form zu packen. Man kann sich zum Beispiel fragen: Was ist es genau, was ich meine, nicht gut zu können? Wo glaube ich, Verbesserungsbedarf zu haben?  Sobald diese Bereiche konkretisiert sind, kann man auch gezielt daran arbeiten – und wenn man gezielt daran arbeiten kann, kann man auch Erfolge verzeichnen und so von dem diffusen Gefühl des “Nicht-Genügens” wegkommen.
3

Hol dir Feedback ein

Um über die Brille der eigenen Prägung hinauszuschauen, kann es auch helfen, sich objektives Feedback von außen einzuholen. Du kannst also zum Beispiel vertraute Arbeitskolleg:innen darum bitten, dir ehrlich zu spiegeln, was sie denken, was du gut kannst – aber auch, wo du aus ihrer Sicht vielleicht noch etwas lernen kannst. Auch das hilft, von dem diffusen Gefühl wegzukommen und konkreten Handlungsbedarf aufzudecken. Achtung: Dieser Punkt ist schon eher für Fortgeschrittene. Falls du sehr starke Selbstzweifel hast, solltest du dich vielleicht erst auf die anderen Punkte konzentrieren.
4

Konzentriere dich auf deine Stärken

Bei starken Selbstzweifeln haben wir meistens einen “Schwächezoom”: Wir sehen also nur noch das Negative, und all unsere Stärken geraten völlig außer Acht. Daher ist es ganz wichtig, sich seine Stärken, Kompetenzen und Ressourcen deutlich vor Augen zu führen, um ein Gegengewicht herzustellen. Was kann ich besonders gut? Was habe ich gut hinbekommen? Wofür werde ich gelobt? Am besten, du schreibst das ganze gleich auf – und liest es dir immer wieder durch.
5

Nutze vergangene Situationen für einen Realitätscheck

Hilfreich kann auch sein, dir zu überlegen, wie oft dein innerer Kritiker in der Vergangenheit schon falsche Prognosen abgeliefert hat. Führ dir also vergangene Situationen vor Augen, bei denen du dachtest, nicht gut genug zu sein – und es dann aber doch ziemlich gut hinbekommen hast. So wirst du merken, dass dein innerer Kritiker eigentlich ein schlechter Berater ist.
6

Übe dich im Ertappen und Umschalten

Wenn du merkst, dass du in eine Spirale von Selbstzweifeln und Versagensängsten hineingerätst, ist es wichtig, erstmal innezuhalten. Setze einen klaren Gedankenstopp, sage dir, dass diese Gedanken nicht der Realität entsprechen und komme so zurück ins Hier und Jetzt.
7

Trete mit deinem inneren Kritiker in Kontakt

Auch wenn das erstmal paradox klingt, kann es hilfreich sein, mit den eigenen inneren Kritiker in Kontakt zu treten und sich mal in ihn hineinzuversetzen. Das kannst du zum Beispiel ganz praktisch mit einem “Rollenspiel” üben: Stelle zwei Stühle auf, die sich gegenüberstehen. Setze dich auf einen der Stühle und stelle dir auf dem gegenüberstehenden Stuhl deinen inneren Kritiker vor. Komm mit ihm ins Gespräch und sag ihm, dass seine ständigen kritischen Worte dich ganz schön belasten. Wechsle dann den Stuhl und versuche, dich in den inneren Kritiker hineinzuversetzen. Welche guten Absichten verfolgt er eigentlich? Will er uns vielleicht nur schützen, uns motivieren und für uns sorgen? Finde im Dialog mit deinem inneren Kritiker dann eine Lösung: Sag ihm, dass du seine gute Absicht schätzt, aber er manchmal etwas zu viel des Guten tut. Vielleicht könnt ihr gemeinsam einen Weg finden, dass er dich zwar warnt, wenn es nötig ist – aber nicht ständig.
8

Konzentriere dich auf kleine Einzelschritte

Um der Angst vor dem Versagen zu begegnen, hilft es auch, schwierige und komplexe Aufgaben in kleine Einzelschritte zu unterteilen. Konzentriere dich nur auf den ersten Schritt, dann auf den zweiten, und so weiter. So verlieren große Aufgaben an Bedrohlichkeit.
9

Finde deinen eigenen Bewertungsmaßstab

Hilfreich kann auch sein, dir mal zu überlegen, was für dich “gut” und “nicht gut” eigentlich bedeutet. Wenn du deinen eigenen Bewertungsmaßstab aufstellst, kann dir Kritik von außen auch nicht mehr so viel anhaben.
10

Nimm dich selbst nicht so wichtig

Versagensangst fühlt sich häufig so an, als wäre ein Scheinwerfer ständig auf einen und die eigenen Unzulänglichkeiten gerichtet. Mach dir also bewusst, dass du vielleicht gar nicht soooo wichtig bist: Die meisten Menschen sind nämlich genug mit sich selbst beschäftigt, um sich überhaupt um deine Fehler zu kümmern. Hilfreich kann auch sein, sich zu überlegen, wie man die aktuelle Situation wohl in 2 Jahren bewerten wird. Dann merken wir nämlich meistens, dass alles nur halb so wild ist.
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