Woher kommen Rollen in Beziehungen? Der Ursprung in der Kindheit
Bereits in der Kindheit lernen wir, wie wir Aufmerksamkeit, Liebe und Zugehörigkeit erhalten: “Wenn ich lieb bin, bekomme ich Aufmerksamkeit” oder “Ich muss stark sein, sonst geht hier alles schief”. Aus diesen Glaubenssätze entwickeln sich unbewusst innere Rollenbilder, die uns bis ins Erwachsenenleben begleiten. In Beziehungen greifen wir dann unbewusst auf diese alten Muster zurück: Wir übernehmen Verantwortung, vermeiden Konflikte oder passen uns zu sehr an.
Typische Rollen aus der Kindheit
- Der Held / Die Heldin: übernimmt früh Verantwortung, strebt nach Anerkennung durch Leistung, unterdrückt dabei eigene Ängste.
- Das verlorene Kind: zieht sich zurück, wirkt unauffällig, fühlt sich unsichtbar und bedeutungslos, meidet Konflikte und Sichtbarkeit.
- Der Clown / Das Maskottchen: humorvoll, auffällig, lenkt mit Witz von Familienschmerz und Unsicherheiten ab, wird später oft als anstrengend empfunden.
- Der Sündenbock / Das schwarze Schaf: rebellisch, trotzig, sucht negative Aufmerksamkeit, wird zum “Symptomträger” der Familie oder provoziert, um nicht übersehen zu werden.

Diese Rollen sind aus (Selbst-)Schutz entstanden. Doch wenn sie in Beziehungen unbewusst weiterwirken, verhindern sie gesunde Nähe und Augenhöhe.
Wenn Rollen in Beziehungen zu Identität werden: Leistung, Anpassung und Selbstverlust
Viele Menschen definieren sich über Leistung oder Anpassung – auch in der Partnerschaft. Sie übernehmen zu viel, sagen selten “Nein” und fühlen sich dennoch nicht gesehen.
Typische Anzeichen:
- Du fühlst dich verantwortlich für alles.
- Du bekommst Schuldgefühle, wenn du dich abgrenzt.
- Du hoffst auf Anerkennung und bist enttäuscht, wenn sie ausbleibt.
Hinter diesem Verhalten steckt meist ein Glaubenssatz: “Nur wenn ich funktioniere, werde ich geliebt”. Doch Liebe, die du dir verdienen musst, ist keine echte Nähe.
Beispiel: Wenn Perfektion die Beziehung dominiert
Lisa, 34, managt in ihrer Partnerschaft alles: Urlaube, Arzttermine, Familienfeiern. Sie sagt nie Nein, übernimmt alles allein. Als sie vor Erschöpfung zusammenbricht, erkennt sie: Hinter ihrem Pflichtbewusstsein steckt die Angst, nicht geliebt zu werden. Diese Erkenntnis markiert ihren Wendepunkt.
“Innere Kind”-Arbeit: Raus aus Rollen in Beziehungen, rein in deine Kraft
Das innere Kind ist der Teil in dir, der verletzt, ängstlich oder überangepasst reagiert. Durch gezielte Arbeit kannst du lernen, alte Schutzstrategien zu erkennen und loszulassen.
Im Video-Kurs “Das Kind in dir muss Heimat finden” lernst du:
- Wie du dein inneres Kind verstehst und versorgst
- Wie du deinen Selbstwert unabhängig von deiner Rolle entwickelst
- Wie du neue, gesunde Beziehungsmuster aufbaust
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Ungleichgewicht in Beziehungen erkennen und verändern
Starre Rollen führen fast immer zu Ungleichgewicht. Wenn eine:r immer mehr trägt und die/der andere sich zurücklehnt, kippt das Gleichgewicht. So gerät die Beziehung in eine Schieflage. Diese Dynamiken entstehen oft durch festgefahrene Rollen in Beziehungen.
Typische Konstellationen:
- Eine:r sorgt, der andere konsumiert.
- Eine:r reguliert Emotionen, die/der andere lebt sie ungefiltert aus.
- Eine:r plant und organisiert, die/der andere “geht mit”.
In drei Schritten zum Perspektivwechsel
- Erkenne deine Rolle: Wann hast du sie gelernt? Wovor schützt sie dich?
- Kommuniziere offen: Mit Ich-Botschaften statt Vorwürfen
- Übe dich in neuen Mustern: Lass Verantwortung los, teile Aufgaben, erlaube dir Rückzug.
Erkenne die Rollen in Beziehungen: Welche Rolle trage ich (noch)?

Raus aus der Rolle, rein ins echte Ich: Dein Weg in neue Beziehungsmuster
Die Rollen in Beziehungen aufzugeben heißt nicht, egoistisch zu sein. Es bedeutet, bewusster zu wählen, wie du dich einbringen willst – ohne dich dabei zu verlieren
Stelle dir Fragen wie: :
- Wer bin ich eigentlich außerhalb meiner Funktion?
- Wie würde ich mich verhalten, wenn ich mich sicher fühle?
Die Rollen in Beziehungen auflösen: Impulse für deine persönliche Entwicklung:
- Führe ein Rollentagebuch: Wann funktionierst du? Wann fühlst du dich echt/authentisch?
- Arbeite mit deinem inneren Kind. (z. B. durch geführte Meditationen oder Übungen aus dem Video-Kurs “Das Kind in dir muss Heimat finden”)
- Nutze Selbstmitgefühls-Übungen, indem du dir selbst die Anerkennung gibst, die du im Außen suchst und erlaube dir Fehler zu machen. Reflektiere: Was würdest du deinem besten Freund in deiner Lage sagen?
- Etabliere neue Routinen für deine Selbstfürsorge: kleine Momente im Alltag, in denen du dich selbst ernst nimmst und um dich kümmerst.
- Sprich offen mit Menschen, denen du vertraust, über das, was du gerade über dich lernst.
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Fazit: Rollen in Beziehungen loslassen für mehr Nähen und Selbstwert
Rollen in Beziehungen entstehen oft aus einem guten Grund, doch sie können zur Last werden. Wenn du beginnst sie zu hinterfragen, öffnet sich ein Raum für echte Begegnug und Verbindung.
Dein inneres Kind braucht keine Leistung – es braucht Zuwendung. Du darfst deine Rolle verlassen. und du darfst Nähe neu gestalten – frei, bewusst und in Balance.
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